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Ekkehard Klug: "Das Niederdeutsche darf nicht in folkloristische Reservate abgedrängt werden"
FDP Landtagsfraktion Schleswig-HolsteinPresseinformation Wolfgang Kubicki, MdL Nr. 186/2006 Vorsitzender Dr. Heiner Garg, MdL Stellvertretender Vorsitzender Kiel, Freitag, 2. Juni 2006 Dr. Ekkehard Klug, MdL Parlamentarischer Geschäftsführer Sperrfrist: Redebeginn Günther Hildebrand, MdLEs gilt das gesprochene Wort!Kultur- und Bildungspolitik / NiederdeutschEkkehard Klug: „Das Niederdeutsche darf nicht in folkloristische Reservate abgedrängt werden“ In der Landtagsdebatte zu TOP 8 - Niederdeutsch-Förderung in Schleswig-Holstein - erklärte der bildungs- und kulturpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Ekkehard Klug:„Der Schleswig-Holsteinische Heimatbund hat vor wenigen Monaten in sehr ausgewogener Weise beschrieben, wie es um das Niederdeutsche bestellt ist.Mit Recht wird dabei auf bemerkenswerte Erfolge hingewiesen: Etwa auf die Arbeit der niederdeutschen Bühnen, auf die hohen Teilnehmerzahlen bei plattdeutschen Vorlesewettbewerben an Schulen oder auf die Verankerung der Niederdeutsch-Förderung in der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen.Dann allerdings folgen auch einige nachdenklich stimmende Aussagen. Sie wirken wie ein kräftiger Regenguss auf die sonst allenthalben in Sachen Niederdeutsch verbreitete Schönwetterlaune.Zitat:„Also - alles steht zum Besten für das Plattdeutsche. Wenn nicht die Wirklichkeit von Bildung, Ausbildung und die allgemeine Entwicklung von Sprachkompetenzen andere Tendenzen zeigten. In den Bildungsinstitutionen nimmt das Niederdeutsche Randplätze ein. Kaum einer macht sich klar, dass das Niederdeutsche zu den kulturellen Überlieferungen und auch zur gegenwärtigen Kultur gehört, wie die Landesgeschichte, wie Literatur, wie Musik etc. Die Selbständigkeit der niederdeutschen Kultur ist den wenigsten Menschen im Lande deutlich, wenn auch die Stigmatisierung der Sprache inzwischen aufgehört hat, ein Hemmnis für den Gebrauch und die Anerkennung des Niederdeutschen zu sein.Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, 1 Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/ Heute ist der Generationenbruch in der Weitergabe des Niederdeutschen das Haupthindernis - wie eine große Untersuchung aus dem Jahre 1984 belegt. Niederdeutsch kann nur in den Elternhäusern weitergegeben werden, ob nun Großeltern oder Eltern die Vermittler sind. Dies ist nicht Aufgabe der Schule; die Schule soll vielmehr mit dem Bereich der niederdeutschen Kultur bekannt machen und dafür sorgen, dass das Niederdeutsche als Gegenstand allgemeiner Bildung durchgesetzt wird und erhalten bleibt“.Für die Kultur- und Bildungspolitik des Landes sind damit zentrale Aufgaben beschrieben, deren Erfüllung noch aussteht: Das Wissen um die Eigenständigkeit der niederdeutschen Kultur – als wesentlicher Bestandteil unserer kulturellen Überlieferung - bedarf einer breiteren und festeren Verankerung. Anders ausgedrückt: das Niederdeutsche darf nicht in einige wohlgelittene folkloristische Reservate abgedrängt werden.Und wenn man die Schülerinnen und Schüler in unserem Lande wirklich mit der niederdeutschen Kultur vertraut machen will, sind auch hierzu noch erhebliche weitere Anstrengungen erforderlich.Auf dem ‚Landesfachtag Deutsch’ , den vor gut einem Jahr in Kiel rund 1.200 Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer besuchten, hat das holsteinische Zentrum für Niederdeutsch (aus Ratzeburg) an einem Info-Stand u.a. Unterrichtsmaterialien für „Plattdüütsch in de School“ präsentiert und zahlreiche Gespräche geführt.Ich zitiere aus dem Erfahrungsbericht:„Dass Niederdeutsch ein wichtiges Element des Deutschunterrichts im Sinne des Niederdeutscherlasses und der Lehrpläne ist, schien vielen Besuchern des Info-Standes bewusst zu sein, häufig bestimmten aber Hemmungen aufgrund mangelnder eigener Sprachkompetenz die Beratungsgespräche“.Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, 2 Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/