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Torsten Geerdts zu TOP 18: Trägerunabhängige Pflegeberatung weiterentwickeln und stärken
Nr. 255/06 30. Juni 2006 IM SCHLESWIG-HOLSTEINISCHEN LANDTAG PRESSEMITTEILUNG Pressesprecher Dirk Hundertmark Landeshaus, 24105 Kiel Telefon 0431-988-1440 Telefax 0431-988-1444 E-mail: info@cdu.ltsh.de Internet: http://www.cdu.ltsh.de Es gilt das gesprochene Wort Sozialpolitik Torsten Geerdts zu TOP 18: Trägerunabhängige Pflegeberatung weiterentwickeln und stärkenDie Fraktionen von CDU und SPD legen einen Änderungsantrag zu der Grünen For- derung zur Einrichtung eines Pflegeportals vor. Wir sind fest davon überzeugt, dass wir die im Land vorhandenen Instrumente zur Pflegeberatung stärken und festigen sollten.Wir arbeiten gemeinsam an dem Ziel, für hilfs- und pflegebedürftige Menschen die Teilhabe am Leben weiter auszubauen. Durch die Verbesserung von Rahmenbedin- gungen wollen wir eine verbesserte qualifizierte und menschenwürdige Pflege ge- währleisten.Für die CDU-Landtagsfraktion ist und bleibt ein zentraler Punkt zur Erreichung dieses Zieles die Fortsetzung der erfolgreichen Arbeit der trägerunabhängigen Pflegebera- tungsstellen. Sie sind für Pflegebedürftige und für ratsuchende Angehörige unver- zichtbar geworden.Der Markt wird auch in der Palette ambulanter und stationärer Pflegeangebote immer unüberschaubarer. Hier ist die trägerunabhängige Beratung ein ganz zentraler Bau- stein, um passgenaue Hilfe auszuwählen. Durch die erfolgreiche Arbeit der Pflegebe- ratungsstellen kam es in den vergangenen Jahren zu ganz erheblichen Einspareffek- ten für Sozialhilfeträger. Viele Pflegebedürftige und deren Familien konnten zudem ihre Lage besser bewältigen.Unabhängige Beratung in der Pflege hilft nicht nur den Betroffenen, sondern auch der Gesellschaft: Erkrankte und Angehörige bewältigen darüber besser ihre Situati- on, und die Kommunen als Sozialhilfeträger sparen unterm Strich viel Geld. Dieses Fazit lässt sich aus einer Studie aus Schleswig-Holstein ziehen. Das Institut für So- ziologie der Universität Kiel wurde zudem beauftragt, die Arbeit dieses Modellprojek- tes zu evaluieren.Die zentralen Ergebnisse der Studie: Durch die Beratung ließe sich in vielen Fällen die häusliche Pflege stabilisieren und der Beginn einer stationären Pflege verzögern. Durch die Beratung wurden zudem die Sozialhilfeträger um etwa 2,9 Millionen Euro entlastet. Rechnet man den Aufwand für die Beratungsstellen von jährlich ca. 1,4 Millionen Euro gegen, kommt es zu einer „echten“ Einsparung an Sozialhilfemit- teln in Höhe von jährlich 1,5 Millionen Euro. Hinzu kommen Einspareffekte in Höhe von jährlich zwei Millionen Euro für die Träger der Pflegeversicherung. Wir wissen, dass sich die Arbeit der Pflegeberatungsstellen dank der Einspareffekte zu einem großen Teil selbst tragen.Bei einigen würden sogar die Einspareffekte die Kosten bei weitem übersteigen. Zum Beispiel erwirtschaftet die Beratungsstelle in Lübeck neben den Kosten von 163.000 Euro zusätzliche 247.000 Euro.Das Land unterstützt die Beratungsstellen jährlich. Die übrige Finanzierung über- nehmen die Kreise und kreisfreien Städte, im Kreis Herzogtum Lauenburg wird die Beratungsstelle zusätzlich von einem Verein unterstützt. Unsere Antwort auf die grü- ne Forderung zur Schaffung eines bürokratischen Pflegeportals ist die Stärkung und Weiterentwicklung der trägerunabhängigen Pflegeberatung in Schleswig-Holstein.Und genau darauf konzentrieren wir uns auch in unserem gemeinsamen Berichtsan- trag von CDU und SPD. Wir wollen von der Landesregierung wissen, welche Beiträ- ge die Pflegeberatungsstellen leisten, um die häusliche Pflegesituation zu stabilisie- ren und den Beginn der stationären Pflege weiter zu verzögern.Uns interessiert, welche Minderbelastungen die Sozialhilfeträger und die Pflegeversi- cherung durch die Arbeit der Beratungsstellen aktuell vorweisen können.Immer wieder diskutiert wird die Trägerunabhängigkeit. Daher wollen wir erneut hin- terfragen, inwieweit die Pflegeberatungsstellen ihrer Aufgabe einer neutralen Bera- tung nachkommen und ob es ihnen gelingt, über das vorhandene Angebot ambulan- ter und stationärer wohnortnaher Pflegeangebote zu informieren.Wir dürfen uns auf das bisher Geschaffene nicht ausruhen. Daher auch die Frage an die Landesregierung, mit welchen Maßnahmen sie die Qualität der Pflegeberatungs- stellen optimieren will.Ich bin fest davon überzeugt, dass das was CDU und SPD heute vorschlagen eher dazu beiträgt, die Lebenssituation Pflegebedürftiger konkret zu verbessern. Von da- her bitten wir um Abstimmung in der Sache und um Zustimmung zum Antrag von CDU und SPD.