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Anke Spoorendonk zu TOP 45 - Angebot an Studienplätzen
PresseinformationKiel, den 15.09.2006 Es gilt das gesprochene WortAnke SpoorendonkTOP 45 Angebot an Studienplätzen Drs. 16/941In dem vorliegenden Bericht legt die Kultusministerin die Prognose für dieAbiturientenzahlen vor, um darzulegen, wie sich diese Zahlen auf das Angebot anStudienplätzen in Schleswig-Holstein auswirken. Danach werden in zehn Jahren inSchleswig-Holstein statt 11.800 wahrscheinlich 17.600 Schülerinnen und Schüler dieSchule mit dem Abitur verlassen. Der Bericht räumt ein, dass eine ganze Reihe vonFaktoren nicht berücksichtigt werden konnten – nämlich alles das, was in dem BegriffMobilitätsverhalten zusammengefasst werden kann. Nicht zu prognostizieren istweiterhin, ist zu lesen, welche Auswirkungen mögliche politische Programme alsKonsequenz der neusten OECD-Studie zum Thema Bildung haben werden.Insgesamt ist es also eher fraglich, ob die im Bericht genannten Zahlen mehr sind alseine Trendangabe. Hinzu kommt, dass sie den Eindruck erwecken, man sei fast davonüberrascht worden, dass ein Abitur nach 12 Jahren auch Auswirkungen auf die Situationan den Hochschulen haben wird. Zumal man auch auf der Ebene der 2Kultusministerkonferenz erst recht spät damit begonnen ist, ein Konzept zu erarbeiten.Denn erst im Dezember sollen die Regierungschefs darüber beraten, wie einHochschulpaket von Bund und Ländern ausgestaltet werden kann.Das Ministerium selbst räumt ein „Defizit an Studienanfängerplätzen in denkommenden Jahren“ ein, sogar ein „deutliches“ (Seite 5). Aus Sicht des SSW geht alsokein Weg daran vorbei, in den Ausbau der Hochschulen zu investieren. Denn bereitsjetzt sind die Zahlen ja alarmierend: auf dem Flensburger Campus beispielsweise istallein an der Universität die Zahl der Bewerber fürs Wintersemester um fast ein Drittelvon rund 2.500 auf 3.400 gestiegen. - Der Anteil der Landeskinder ist dabei leichtgesunken. Gestiegen ist dagegen der Anteil der Studienanfänger aus Niedersachsen,eine interessante Beobachtung, finde ich.Zu bedenken gibt, dass die Landesregierung – trotz der Tatsache, dass man bis 2011 beiden Studienanfängern einen Anstieg von mehr als 20% erwartet – nicht vor hat, dieStrukturen an den Hochschulen langfristig auszubauen. Zusätzliche Professorenstellen,zumal als Stiftungsprofessuren, wie im Bericht empfohlen, werden zum Beispiel nichtinnerhalb weniger Monate geschaffen und besetzt werden können. Stattdessen werdenbestehende Deputate erhöht und die Lebensarbeitszeit der Professoren verlängert. Dasist nichts anderes als Flickschusterei.Der SSW fordert vor dem Hintergrund der steigenden Studierendenzahlen ausdrücklichdie Ausweitung von Personalkapazitäten. Denn wie sonst soll gewährleistet werden,dass die hehren Ziele – Studienangebote für eine steigende Anzahl Studierende, die 3Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge und keine Einschränkungen in derForschung - erreicht werden?Und weil wir in diesen Tagen – mit der vorhin genannten OECD-Studie - wieder daranerinnert werden, wohin die Bildungsreise der Bundesrepublik hingehen muss, wenn wirdenn mit unseren Nachbarländern in Europa mithalten wollen, dann will ichabschließend auch noch mal darauf hinweisen, dass Investitionen in die Köpfe sich fürdie ganze Gesellschaft auszahlen und dass der Anteil derjenigen, der nach bestandenemAbitur das Studium anstrebt, international gesehen in Deutschland immer noch i viel zugering ist. Die Bildungspolitik muss sich also umorientieren und die Universitätenmüssen besser ausgestattet werden, um sich öffnen zu können. Das wird letztlich unsallen zu Gute kommen – auch der Wirtschaft.