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Koalitionsausschuss: Unfruchbare Kompromisse, die auf Dauer nicht die Probleme lösen
Pressemitteilung Nr. 115/2006 Kiel, den 25.09.2006 Pressesprecher Lars Erik Bethge, Tel. 0431-988 1383Koalitionsausschuss:Unfruchtbare Kompromisse Der SSW kritisiert, dass die Einigung der Großen Koalition zur Schulpolitik, zur Kreisreform und zum Naturschutz auf Dauer nicht die Probleme desLandes lösen werden. „Wenn ein Pferd und ein Esel sich paaren, dann gibtes ein Maultier, das sich nicht fortpflanzen kann. Wenn die CDU und dieSPD sich paaren, dann gibt es unfruchtbare Kompromisse“, sagt dieVorsitzende des SSW im Landtag, Anke Spoorendonk:„Der Kompromiss des gestrigen Koalitionsausschusses vermag vielleichtdie Koalitionspartner zu befrieden, es wird aber nicht die Probleme desLandes dauerhaft lösen. CDU und SPD packen die Probleme nicht an der Wurzel, sondern knabbern nur die Spitzen ab.Nachdem die Große Koalition mit den Verwaltungsregionen vom Gaulgeflogen ist, wollen CDU und SPD sie nun mit Gewalt eine Kreisgebiets-reform durchziehen. Damit zäumen sie das Pferd aber weiterhin von 2Hinten auf. Das wirkliche Problem sind nicht die elf Landkreise und vierkreisfreien Städte, sondern die über 1000 Klein- und Kleinstgemeinden inSchleswig-Holstein. Wir brauchen keine größeren Kreise, sondern eine Gemeindereform, die endlich größere, handlungsfähige Einheiten schafft.Wenn dann noch die kreisfreien Städte in die bestehenden Kreise einge-gliedert werden und die Kreise Aufgaben von Land übernehmen, dannkönnen wir wieder eine starke und bürgernahe kommunale Ebenebekommen.In der Schulpolitik wird der Kompromiss sogar in Beton gegossen, wenn eszukünftig „CDU-Schulen“ und „SPD-Schulen“ gibt. Natürlich ist es einFortschritt, wenn die Gemeinschaftsschulen als Regelschulen im Schul-gesetz verankert werden. Mit der gleichzeitigen Einführung von Regional-schulen, die übrigens schon nach dem heutigen Schulgesetz möglich sind,wird die Dreiteilung des Schulwesens aber weiterhin zementiert.Im Koalitionsausschuss wird offensichtlich geschachert, wie auf demPferdemarkt. Dabei werden Dinge miteinander verknüpft, die rein garnichts miteinander zu tun haben: Gemeinschaftsschule gegen Abbau derUmweltstandards. Besonders bitter ist das Einknicken der SPD beimNaturschutzgesetz. Durch den Entwurf des CDU-Landwirtschaftsministerswird der Naturschutz stark geschwächt und das Parlament gibt seinenumweltpolitischen Einfluss an den Landwirtschaftsminister ab. Ich bingespannt, wie die SPD dies im Landtag verteidigen will.“