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30.11.06 , 16:53 Uhr
SPD

Anette Langner zu TOP 23: Viele Akteure ziehen erfolgreich an einem Strang

Sozialdemokratischer Informationsbrief

Kiel, 30.11.2006 Landtag Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: Redebeginn aktuell
TOP 23 - „Bündnis für Ausbildung – Nachvermittlungsaktion“ (Drucksache16/1057neu)
Anette Langner:

Viele Akteure ziehen erfolgreich an einem Strang

Ich danke dem Minister für seinen Bericht, umso mehr, da er der Überbringer guter Nachrichten ist! Das Bündnis für Ausbildung in Schleswig-Holstein ist und bleibt ein Erfolgsmodell. Allen Jugendli- chen, die sich im Rahmen der Nachvermittlungsaktion gemeldet haben, konnte ein Ausbildungs- o- der Qualifizierungsangebot gemacht werden. Das ist nur möglich, weil in Schleswig-Holstein viele Akteure vernetzt an einem Strang ziehen. Viele lokale Initiativen, Patenschaften und regionale Bündnisse tragen zum Erfolg bei. Ich möchte die Gelegenheit nutzen - auch für die SPD-Fraktion - allen Akteuren im Bündnis für Ausbildung, allen lokalen und zum Teil auch privaten Initiativen, die zu diesem Erfolg beigetragen haben, zu danken.

Wir haben im Juni von dieser Stelle aus an alle Unternehmen im Land appelliert, für die Nachvermitt- lungsaktion noch zusätzliche Ausbildungsplätze bereitzustellen. Im Ergebnis ist es bis Ende Sep- tember gelungen, im Bereich der IHK eine Steigerung der Ausbildungsverträge um 541, d.h. um 5,75% zu erreichen. Auch die Betriebe im Bereich der Handwerkskammern konnten deutlich an Ausbildungsplätzen zulegen. Das ist ein überzeugendes Ergebnis und macht deutlich, dass die Wirtschaft in Schleswig-Holstein in Verantwortung für die betriebliche Ausbildung steht.

Ich möchte an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, dass die SPD-Fraktion in die Haushaltsberatun- gen mit unserem Koalitionspartner den Antrag eingebracht hat, in der Landesverwaltung in 2007 und 2008 jeweils acht zusätzliche Ausbildungsstellen zu schaffen. Dies wäre trotz der schwieri- gen Haushaltsituation des Landes ein zwar kleiner Beitrag, aber ein wichtiges Signal an die Wirt- schaft, dass auch das Land als einer der größten Arbeitgeber in Schleswig-Holstein sich in Verant-

Schleswig- Holstein

Herausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/1307 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Internet: www.spd.ltsh.de SPD -2-



wortung für mehr Ausbildungschancen für junge Menschen sieht. Die Landtagsverwaltung ist da ja schon mit gutem Beispiel vorangegangen. Leider hat unser Koalitionspartner den Antrag bisher noch nicht unterstützt, aber vielleicht überlegen Sie sich das ja noch, liebe Kolleginnen und Kollegen.

Aber bei allem Grund zur Freude gibt es natürlich auch heute Anlass, Wasser in den Wein zu gie- ßen. Nach wie vor haben Jugendliche mit Hauptschulabschluss, schlechten schulischen Leis- tungen oder keinem Schulabschluss kaum Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Der Umweg über berufsvorbereitende Maßnahmen endet oft in langen Maßnahmekarrieren, ohne dass die Ju- gendlichen eine erfolgreiche Ausbildung abschließen können. Die Arbeitslosenquote bei jungen Menschen unter 25 Jahren ist in Schleswig-Holstein nach wie vor mit 13,7% überdurchschnittlich hoch.

Nach einer aktuellen Online-Unternehmensbefragung stellt mangelnde Ausbildungsreife von Bewer- berinnen und Bewerbern das größte Ausbildungshemmnis dar. Folge sei, dass 12 Prozent der Aus- bildungsbetriebe im IHK-Bereich mangels geeigneter Bewerber ihre Ausbildungsplätze nicht oder nicht vollständig besetzen können. Auch im Handwerk verstetigt sich der Trend, dass immer häufi- ger die geeigneten Bewerber fehlen.

Es besteht schon lange Konsens bei allen Akteuren, dass viele Probleme bei der Vermittlung in Ausbildung ihre Wurzeln in der Schule haben. Jugendliche und Ausbildungsbetriebe müssen frühzei- tig mit realistischen Erwartungen aufeinander zugehen. Deshalb begrüße ich es ganz besonders - und nicht nur, weil ich als Mitglied einer regierungstragenden Fraktion zum Lob quasi verpflichtet bin -, dass Bildungs- und Arbeitsministerium gemeinsam das „Handlungskonzept Schule und Arbeits- welt“ mit einem Projektvolumen von rund 58 Millionen Euro bis 2013 auf den Weg gebracht haben.

Konkrete präventive Maßnahmen, um Ausbildungs- und Berufsreife zu verbessern - und damit die Chancen junger Menschen auf dem Arbeitsmarkt -, müssen bereits lange vor der Schulentlas- sung ansetzen. Schülerinnen und Schüler, deren schulische Entwicklung von Misserfolgserfahrun- gen geprägt ist, brauchen besonders intensive Unterstützung.

Früher anfangen, neue Instrumente nutzen und individuell abgestimmte Förderung für Jugendliche und Unternehmen – das ist der richtige Weg. Denn neben dem erfolgreichen „Bündnis für Ausbil- -3-



dung“ muss es weiterhin unser Ziel sein, Jugendarbeitslosigkeit spürbar zu senken, um gerade jun- gen Menschen Perspektiven in Schleswig-Holstein zu geben.

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