Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.

Datenschutzerklärung

01.12.06 , 11:50 Uhr
SPD

Jürgen Weber zu TOP 17: Sport ist auch wichtig als Wirtschaftsfaktor und in der Gewaltprävention

Sozialdemokratischer Informationsbrief

Kiel, 01.12.2006 Landtag Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: Redebeginn aktuell
TOP 17 - Große Anfrage „Zur umfassenden und nachhaltigen Entwicklung des Sports in Schles- wig-Holstein“ (Drucksache 16/1010)

Jürgen Weber:

Sport ist auch wichtig als Wirtschaftsfaktor und in der Gewaltprävention

Die Antwort auf die Große Anfrage zur Entwicklung des Sports versorgt uns mit Infor- mationen - zur Sportförderung, - zum Sportstättenbau, - zum Sport im Verein mit den Aspekten Sport im Alter und Sport und Gesundheit und - zum Schulsport. Das meiste davon ist nicht neu, was aber nicht zu kritisieren ist, da die Landesregie- rung sich natürlich an die Beantwortung der gestellten Fragen gehalten hat.

Aus dem Bericht selbst ergeben sich aber doch einige Fragen mit Handlungsbedarf, die ich kurz anschneiden möchte: - Die wichtigste Frage ist natürlich die nach der finanziellen Sicherung der Sportförderung. Wir haben hier vorgestern gemeinsam bekundet, dass bei ei- ner Neuordnung von Lotterien und Sportwetten sicher gestellt werden muss, dass der gesetzliche Anspruch auf Förderung des Sports im bisherigen Umfang erhalten wird. Ohne diese elementare Grundvoraussetzung müssen wir uns ü- ber die meisten anderen Punkte gar nicht unterhalten.

Schleswig- Holstein

Herausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/1307 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: Internet: pressestelle@spd.ltsh.de www.spd.ltsh.de SPD -2-



- Im Bereich der Sportstätten ist für das nächste Frühjahr eine umfassende Sportstätten-Statistik angekündigt, genug Grund, eine nähere Betrachtung des Problems so lange erst einmal hintan zu stellen. Aber schon heute bemerkens- wert ist die Antwort auf die Frage nach PPP-Projekten bei Bau und Sanierung von Sportstätten: Die Antwort formuliert auf S.10: „PPP-Maßnahmen sind bis- her nicht beantragt und nicht gefördert worden.“ Da es sicher am Bedarf nicht fehlt, werden wir darüber reden müssen, ob wir an den Instrumenten etwas verbessern müssen. Was übrigens gut funktioniert und was zu begrüßen ist, sind die Zinszuschüsse aus dem SH-Fonds, die den Einsatz von Mitteln aus dem KIF in der Praxis fördern. Es ist gut zu lesen, dass dieses Programm in den nächsten Jahren fortgesetzt wird.

Es fehlt heute die Zeit, herauszustreichen, wo die Landesregierung ihre Hausaufgaben bestens erledigt hat: Vom Behindertensport bis zur Rahmenvereinbarung im Rahmen von Ganztags- und Betreuungsangeboten an Schulen ist unser Land im Rahmen sei- ner finanziellen Möglichkeiten im Sport gut aufgestellt. Dass dies so ist, verdanken wir dabei in erster Linie den Sportvereinen im Lande, ihren Fachverbänden und dem LSV an der Spitze. Was hier geleistet wird, ehrenamtlich, neben- und hauptamtlich, kann gar nicht genug herausgestrichen werden.

Gerade weil wir ein so kooperatives und kollegiales Zusammenwirken von Sport und Politik im Lande haben, sollten wir offen und ehrlich Punkte ansprechen, die künftig noch stärkeres gemeinsames Handeln erfordern. Dazu nur ein paar knappe Hinweise über die Große Anfrage hinaus: 1. Die Bedeutung des Sports als Wirtschaftsfaktor wird bei uns immer noch un- terschätzt. Und das, obwohl die Daten Zuwachsraten von über 5% ausweisen. Berechnungen des Sportzentrums der CAU sprechen gar von einem BIP von über 900 Mio. Euro, das der Sport in unserem Land generiere. Man mag über Zahlen streiten. Unabweisbar besteht Bedarf an einem Marketingkonzept für -3-



das Sportland Schleswig-Holstein, eine verbessertes Informationssystem für sportinteressierte Urlauber, ein Ausbau des Dienstleistungsangebots für sport- bezogene Nachfrage u.v.m. - ein umfassendes Handlungsfeld, dem wir uns widmen sollten. 2. Der Sport leistet nicht nur viel im sozialen Bereich, z.B. bei der Gewaltpräventi- on. Aus den Vereinen kommen immer wieder Innovationen, die wir unterstützen und weiter tragen sollten. Ein hervorragendes Beispiel ist der Aufbau und die Gründung einer gemeinnützigen Einrichtung zur Kriminalitätsverhütung in Kooperation von Sportverein (TuS Gaarden), des örtlichen Polizeireviers, der Agentur für Arbeit und eines privaten Unternehmens mit einem neuen Bildungs- konzept, das berufsorientierte Bildungskurse mit der Vermittlung von Berufs- praktika und sportlichem Training verbindet. 3. Die Bürger in unserem Land geben heute mehr Geld für kommerziellen Sport als für den Vereinssport aus. Gerade in neuen Sportarten für Individualisten hat sich ein bedeutender Markt entwickelt. Vor allem größere Mehrspartenvereine im Land stellen sich dem Wettbewerb, entwickeln neue Angebote, z.B. Ge- sundheitskurse oder Fitness-Studios. Sie entwickeln sich marktorientiert nicht zuletzt, um Mitglieder zu halten und neue zu gewinnen. Wir sollten unsere Ver- eine dabei unterstützen. Land und vor allem Kommunen sollten gemeinsam mit dem Sport die Rahmenbedingungen für Investitionen im Vereinssport ü- berprüfen. Hier gibt es Handlungsbedarf. 4. Ein aktueller Punkt zum Schluss: Der Kampf gegen Doping steht immer wieder im Fokus der Sportberichterstattung. Es ist zu begrüßen, dass die Einsicht sich durchsetzt, dass Staat und Sport hier noch besser zusammenwirken müssen. Einzelne Fragen, wie z.B. die Besitzstrafbarkeit, werden dabei noch kontrovers diskutiert. Es ist hier nicht die Zeit, näher auf Fragen von Sport- und Strafrecht einzugehen. Aber wer den Sport nachhaltig fördern will, darf die Frage nicht ausblenden, wie wir den Doping-Sumpf am besten trocken legen können: im In- -4-



teresse der Gesundheit der Sportlerinnen und Sportler und im Interesse des Ansehen des Sport überhaupt. Denn Sport steht, um den LSV-Präsidenten Wienholtz zu zitieren, „für Fairness, Teamgeist, Führungsqualität, Zielorientierung, Selbstdisziplin, Siegermentalität und die Fähigkeit, verlieren zu können.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Download PDF

Pressefilter

Zurücksetzen