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Sandra Redmann zu TOP 39: Gute Wirtschaftsdaten aus dem Wald; Diskussion um Reform des Landesforsten endlich beenden
Sozialdemokratischer Informationsbrief Kiel, 01.12.2006 Landtag Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: Redebeginn aktuellTOP 39 - Forst- und Holzwirtschaft in Schleswig-Holstein (Drucksache 16/1071)Sandra Redmann:Gute Wirtschaftsdaten aus dem Wald; Diskussion um Reform der Landesforsten endlich beendenUns liegt heute der Bericht der Landesregierung zur Holz- und Forstwirtschaft in Schleswig- Holstein vor. Der Bericht, für den ich mich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Um- weltministerium bedanke, zeigt die Leistungen des Waldes in den Bereichen Wirtschaft und Gemeinwohl auf und stellt auch die Strukturveränderungen in der Landesforstverwaltung dar.Die volkswirtschaftlichen Potenziale der Forst- und Holzwirtschaft sind enorm. Hier sind bereits heute in Deutschland über eine Million Menschen beschäftigt, die mit mehr als 100 Mrd. € Umsatz einen Beitrag zum Bruttosozialprodukt von über 3 % erwirtschaften. Es han- delt sich beim Holz um einen wichtigen Rohstoff für unsere Land, der Dank der nachhaltigen Bewirtschaftung in Deutschland inzwischen mit fast 3,4 Mrd. Kubikmeter die größten Vorräte in ganz Europa aufweist. Jährlich wachsen ca. 80 Mio. Kubikmeter in deutschen Wäldern nach, von denen nur rund 55 Mio. Kubikmeter genutzt werden.Diese gute Lage spiegelt sich in Schleswig-Holsteins Wäldern wider, die Arbeit für 800 Be- triebe mit rund 17.000 Arbeitsplätzen bieten. Der Waldanteil an der Landesfläche hat sich seit der 1. Bundeswaldinventur 1987 auf 10,3 %, der Laubbaumanteil hat sich auf 61 % deutlich erhöht, 32 % der Waldflächen sind als naturnah einzustufen und die Holzvorräte Schleswig- HolsteinHerausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/1307 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Internet: www.spd.ltsh.de SPD -2-sind in diesem Zeitraum um fast 30 % auf 47 Mio. Kubikmeter angewachsen. Vom jährli- chen Holzzuwachs von ca. 11 Festmetern pro Hektar werden nur 5,1 genutzt, der Trend geht weiter: Die verfügbare Holzmenge wird in den nächsten 30 bis 40 Jahren um über 30 % zunehmen. Gleichzeitig sind dank der wachsenden Nachfrage auch zu Energiezwecken deutlich bessere Erträge und damit Betriebsergebnisse zu erwarten.Daneben erbringt der Wald unbestritten wichtige, volkswirtschaftlich nur schwer bewert- bare Gemeinwohlleistungen wie Boden-, Klima-, Hoch-, Lärm- Sicht- und Grundwasser- schutz, Arten- und Biotopschutz sowie Waldpädagogik, Umweltbildung und Erholung für Schleswig-Holsteiner und ihre Gäste.Ich zitiere daher gerne aus den Ergebnissen der Bundeswaldinventur: „Die naturnahe, multi- funktionale Forstwirtschaft in Schleswig-Holstein wird sowohl den ökonomischen als auch den ökologischen und sozialen Anforderungen gerecht.“ Das gilt in besonderer Weise für die von der Landesforstverwaltung bewirtschafteten Wälder. Der Landeswald wird seiner Vorbildfunktion für alle Leistungen des Waldes gerecht und nimmt in seiner Bewirt- schaftung angemessen Rücksicht auf die wirtschaftliche Situation in den Privatwäldern. Das wollen wir erhalten.Die Diskussion um die Reform der Landesforsten hat zwar in jüngster Zeit ein wichtiges Zwischenergebnis erreicht und es ist nun allen klar, dass ein vollständiger Verkauf nicht möglich ist. Dies war immer Position der SPD-Landtagsfraktion und wir haben klar erklärt, dass wir angesichts der Anstrengungen und Vorleistungen der Landesforstverwaltung mit einem Stellenabbau seit 1993 von einem Drittel nur eine Anstalt öffentlichen Rechts oder ei- nen optimierten Landesbetrieb mittragen werden. Die Förster und Forstwirte sind fest in der Bevölkerung vor Ort verankert und sind schon bald selber in der Lage, eine betriebswirt- schaftliche „Schwarze Null“ zu schreiben. Ich hoffe sehr, dass diese deutliche Botschaft endlich die Diskussion um die Zukunft der Landesforstverwaltung beenden wird. -3-Der Wald in Trägerschaft des Landes muss angemessen und in heutigem Volumen Be- standteil der Wälder in Schleswig-Holstein bleiben. Ein so wichtiges öffentliches Gut darf nicht in Gedankenspielen beliebig einer Strukturdiskussion mit der Option einer GmbH – ob mit oder ohne private Beteiligung - zugeführt werden. Die öffentliche Kritik nahezu aller Menschen in Schleswig-Holstein und auch der meisten Fachleute an einer privaten Beteili- gung zeigt deutlich: Der Landeswald muss in öffentlicher Trägerschaft erhalten bleiben!