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Lars Harms zu TOP 13 - Marktgerechtes Angebot an ökologisch produzierten Lebensmitteln
PresseinformationKiel, den 24.01.2007 Es gilt das gesprochene WortLars HarmsTOP 13 Marktgerechtes Angebot an ökologisch produzierten Lebensmitteln Drs. 16/1160Insbesondere die wirtschaftlichen Entwicklungen im „Bio-Bereich“ der letzten Jahre und diekürzlich stattgefundene Grüne Woche in Berlin haben die Debatte um Bio-Produkte aufs Neueangefacht. Aus dieser Debatte geht jetzt deutlich hervor, dass der derzeitige Boom auf demBiomarktsektor die Gesamtnachfrage nicht einmal mehr mit Produkten aus dem Ausland deckenkann. Daher kann ich bereits vorweg nehmen, dass der SSW dem Antrag der Grünen zustimmenwird, denn wir müssen erkennen, dass im Bereich der ökologisch produzierten LebensmittelMarktchancen liegen, die mit den jetzigen Förderprogrammen nicht gedeckt werden können.Geht man aber die einzelnen Absätze des grünen Antrages durch, lässt sich folgendes feststellen.Der Landtag kann den ersten Absatz eigentlich nicht beschließen. Schließlich kann das hoheHaus nicht beschließen, was die Verbraucherinnen und Verbraucher sich hinsichtlich derLebensmittel erhoffen. Ich kann die Intention durchaus nachvollziehen, aber hierbei handelt es 2sich um Statements, die für eine Begründung eigentlich besser geeignet wären. Das aber nurnebenbei.Wie bereits gesagt, können wir in der Bio-Branche Wachstumsraten verzeichnen, die imzweistelligen Bereich liegen. Dies ist kein Phänomen der neuesten Zeit, diese Entwicklung lässtsich bereits seit Jahren verzeichnen. Und es ist davon auszugehen, dass sich dieser Trend auch inden nächsten Jahren fortsetzen wird.Es ist aber doch mehr als kontraproduktiv, wenn wir derzeit bundesweit verzeichnen können,dass die Bio-Branche kurz gehalten wird. Nebenbei bemerkt kann ich mir nicht vorstellen, dasswir eine solche Entwicklung in einem anderen Wirtschaftbereich hinnehmen würden.Doch leider müssen wir erkennen, dass der Ökolandbau trotz des wirtschaftlichen Booms kaumZuwächse verzeichnet, wie man es sich vorstellen könnte. Die Bauern, die gerne umstellenwürden, sind erheblich weniger geworden. Das bedeutet, dass die Nachfrage stärker wächst, alsdie Zahl der Landwirte, die umstellen. Nun kann man sich natürlich die Frage stellen, warumdiese Landwirte nicht den Absprung wagen? Dies liegt einfach in der Tatsache begründet, dassein langjähriger Umstellungsprozess notwendig ist, um als ökologisch wirtschaftender Betriebanerkannt zu werden. Und dieser Umstellungsprozess ist auch begründet, um die Anforderungender jeweiligen Bio-Verbände zu erfüllen. Nur so kann gewährleistet werden, dass auch Bio drinist, wo Bio drauf steht. Hier haben die Bio-Verbände gegenüber dem Verbraucher eineVerantwortung, die sie mit ihren Kontrollen und Umstellungszeiten entsprechend wahrnehmen.Das Märchen, dass Ökolandbau über Jahre überfördert wurde, trifft nach Auffassung des SSWnicht zu und sollte auch nicht sein. Wer sich als Landwirt entscheidet, den Betrieb umzustellen,muss sich dann auch entsprechend am Markt positionieren. Aber ich glaube, dies ist auch nichtdas Problem. Wir müssen feststellen, dass bundesweit ein Trend zu verzeichnen ist, dass dieGelder für die Umstellung der Betriebe gekürzt wurden. Gerade der Umstellungszeitraum, dermehrere Jahre dauert, ist die schwierige Phase für die Landwirte. Daher ist es notwendig, dass 3der Zeitraum entsprechend überbrückt werden kann. Nach Auffassung des SSW handelt es sichhierbei um eine zeitlich begrenzte Unterstützung - die notwendig ist - damit die Umstellungbewerkstelligt werden kann.Für Schleswig-Holstein können wir feststellen, dass für die Förderperiode 2007 – 2013 fast30 Mio. • an EU-, Bundes- und Landesmitteln zur Verfügung gestellt werden sollen. Aussage derLandesregierung ist es hierbei, die Betriebe weiter zu unterstützen und in begrenztem Umfangauch neue Flächen in die Förderung aufzunehmen. So ist es auf einer Internetseite desLandwirtschaftsministeriums zu lesen.Diese Aussage kann meines Erachtens nur so gedeutet werden, dass die Landesregierung nichtgewillt ist, den Umstellungsprozess entsprechend zu unterstützen. Hier muss dieLandesregierung nachlegen.Es geht nicht darum, den Landwirten etwas vorzuschreiben. Es geht darum, den LandwirtenPlanungssicherheit für Umstellungsprozesse zu geben. Alles andere muss dann von Marktgeregelt werden.