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24.01.07 , 17:18 Uhr
FDP

Günther Hildebrand: Landwirtschaft ist vielfältig

FDP Landtagsfraktion Schleswig-Holstein 1



Presseinformation Wolfgang Kubicki, MdL Vorsitzender Nr. 019/2007 Dr. Heiner Garg, MdL Stellvertretender Vorsitzender Kiel, Mittwoch, 24. Januar 2007 Dr. Ekkehard Klug, MdL Parlamentarischer Geschäftsführer Sperrfrist: Redebeginn Günther Hildebrand, MdL

Es gilt das gesprochene Wort!
Agrar/Lebensmittel
Günther Hildebrand: Landwirtschaft ist vielfältig In seinem Redebeitrag zu TOP 13 (Marktgerechtes Angebot an ökologisch produzierten Lebensmitteln) sagte der agrarpolitische Sprecher der FDP- Landtagsfraktion, Günther Hildebrand:
„Der ökologische Landbau wächst. Bundesweit sind es mittlerweile mehr als 17.000 landwirtschaftliche Betriebe, die auf über 807.000 ha Fläche ökologisch nach den Bestimmungen der Öko-Verordnung arbeiten (Zahlen vom BMLEV, Stand September 2006). Vor rund zehn Jahren waren es noch nicht einmal halb so viel (1996: 7.353 Betriebe mit 354.171 ha Fläche). Es ist eine Reaktion auf die gestiegene Nachfrage nach ökologisch angebauten Lebensmitteln.
Für die Grünen muss das ein Grund zum Jubeln sein. Tatsächlich: Es sind die Fakten. Der Schleswig-Holsteinische Landtag muss das nicht erst beschließen – er kann das gar nicht, auch nicht die Motive der Verbraucherinnen und Verbraucher.
Fakt ist aber auch, dass trotz dieser beeindruckenden Zahlen bundesweit nur 4,2 % aller landwirtschaftlichen Betriebe ökologisch wirtschaften und das auf etwa 4,7 % der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche. In Schleswig- Holstein sind es jeweils in etwa 3 % des Gesamtanteils.
Auch das mag für die Grünen ein Grund zum Jubeln sein – schließlich hat sich der Gesamtanteil im Laufe von zehn Jahren damit in etwa verdoppelt.
Trotz dieser Entwicklung dominiert aber nach wie vor der konventionelle Landbau. Das hat viele Gründe – und das mag man bedauern oder nicht. Ich nenne nur den Preis, das Angebot oder auch die Einstellung des Verbrauchers.
Nur wird bei diesen Zahlen niemand ernsthaft behaupten wollen, dass der Ökolandbau in absehbarer Zeit an die Stelle des konventionellen Landbaus treten könnte. Selbst nicht mit der von den Grünen heute geforderten Förderung, jedenfalls nicht, wenn sie bezahlbar bleiben soll.
Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, 1 Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/ 2
Der ökologische Landbau wächst also. Das ist eine erfreuliche Entwicklung, weil es mehr Pluralität und Vielfalt in der Landwirtschaft bedeutet. Und weil es Entscheidungsmöglichkeiten für den Verbraucher eröffnet zwischen unterschiedlichen Angeboten zu wählen. Nicht zufällig steht der Bio-Lebensmittel-Markt daher im diesen Jahr auch im Mittelpunkt der Internationalen Grünen Woche in Berlin.
Gleichwohl sollten wir dieses Wachstum nicht zum Anlass nehmen, veraltete „Grabenkriege“ zu führen, die immer noch eine vermeintlich „gute“ und „schlechte“ Form von Landwirtschaft zum Gegenstand haben, wie mit den Begriffen „ökologisch“ und „konventionell“ gerne suggeriert werden soll.
Diese Sichtweise halte ich für überwunden. Das Ziel - sowohl konventioneller wie ökologischer Landwirtschaft muss es vielmehr sein – und ich denke, darin sind wir uns alle einig, - dass die Landwirtschaft für Mensch und Tier gesunde, qualitativ hochwertige Lebens- und Futtermittel produziert.
Zum Glück erkennen das auch zunehmend die Verbraucher. Ihren Willen sollten die Grünen deshalb nicht unterschätzen und von weiterer ideologischer Bevorzugung der ökologischen Wirtschaftsform absehen. Konventioneller und Ökologischer Landbau sind gleich zu behandeln - selbstverständlich heißt das auch, dass der ökologische Landbau nicht schlechter gestellt werden darf.
Wozu deshalb (nur) die Produktion, die Umstellung der Betriebe, die Erweiterung der Flächen und die Vermarktung ökologischer Lebensmittel besonders fördern? Insbesondere wenn hier der Markt doch bereits mit zweistelligen Zuwachsraten boomt?
Wenn der Öko-Lebensmittel-Markt funktioniert – und den Eindruck muss man angesichts der Zuwachsraten ja gewinnen – dann bedarf es gerade hier keiner weiteren Subventionen. Jedenfalls wäre das nicht Markt–gerecht.
Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Anschub-Finanzierungen mögen in Einzelfällen gerechtfertigt sein. Nur entweder ist nach einer bestimmten Zeit die Marktreife erreicht und die Produkte können ohne zusätzliche Subventionen bestehen - schließlich ist der gesamte Agrarmarkt bereits ein Subventionsgeschäft - oder aber sie werden vom Markt nicht angenommen – dann können sie auch wieder verschwinden.
Blanko-Subventionierungen wie es die Grünen für den ökologischen Landbau heute fordern, lehnen wir dagegen ab. Und das hat wenig mit dem ökologischen Landbau zu tun. Landwirtschaft ist vielfältig.“



Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, 2 Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/

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