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26.01.07 , 12:56 Uhr
SPD

Birgit Herdejürgen zu TOP 32 + 34: Innovation nachhaltig gestalten

Sozialdemokratischer Informationsbrief

Kiel, 26.01.2007 Landtag Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: Redebeginn aktuell
TOP 32 + 34 - Potential für Technologietransfer in Schleswig-Holstein ausschöpfen + Bericht zur Tätig- keit der Innovationsstiftung (Drucksachen 16/1151 und 16/1166)

Birgit Herdejürgen:
Innovation nachhaltig gestalten

Nur Innovation macht Wachstum möglich. Ohne Wachstum ließen sich unsere sozia- len und ökologischen Probleme nicht lösen – nachhaltiges Wachstum, wohlgemerkt. Denn wir wissen, dass viele Probleme wie Klimaschäden, Instabilität durch unfaire Wohlstands- und Armutsverteilung, Raubbau an natürlichen Ressourcen, Effekte eines eben nicht nachhaltigen Wachstums sind.

Aber wir wissen inzwischen eben auch, dass Wachstum gebremst wird, wenn Öko- systeme überfordert werden und wenn soziale Systeme nicht stabil gehalten werden können. Der vorige UN-Generalsekretär Kofi Annan hat dies vor einigen Mo- naten auf den Punkt gebracht: „Wenn die Gesellschaft scheitert, scheitern auch die Märkte.“


Aber Innovation ist nicht per se im Sinne der Menschen. Es ist Aufgabe von Politik, steuern- de Leitlinien zu formulieren. Technischer Fortschritt braucht politische Gestaltung, um sich im Sinne der Menschen zu entwickeln und diese in den Mittelpunkt zu stellen. Und für mich stellt das auch keinen Widerspruch dar zu einem forschungsfreundlichen Klima. Natür- lich brauchen wir das.



Schleswig- Holstein

Herausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/1307 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Internet: www.spd.ltsh.de SPD -2-



Technische Innovation – unverzichtbar für jede dynamische Wirtschaft – soll ökologischer Erneuerung und Rationalisierung dienen, Arbeit humanisieren. Sie soll die Arbeitspro- duktivität steigern, Wettbewerbsfähigkeit sichern, Energie und Rohstoffe einsparen und die sinnvolle Gestaltung von Arbeitsprozessen fördern. Technik muss so gestaltet und einge- setzt werden, dass Fehler beherrschbar und korrigierbar und Fehlentwicklungen durch künf- tige Generationen revidierbar sind. Wir wollen nicht den Menschen der Technik anpas- sen, wir wollen menschengerechte, sozialgerechte und umweltverträgliche Technik.

Die Bundesrepublik ist, das haben die neuesten Berichte der Europäischen Union gezeigt, gemeinsam mit der Schweiz, Finnland, Schweden und Dänemark führend bei den Patent- anmeldungen in der EU. Auch beim Input-Output-Verhältnis, der Innovationseffizienz, gehört die Bundesrepublik zur Spitze.

Bei uns im Norden setzen wir Schwerpunkte bei unseren spezifischen Stärken. Ein hervor- ragendes Beispiel ist die Einrichtung des Fachbereichs „Marine Aquakultur“ an der Universi- tät Kiel. Die Innovationsstiftung finanziert eine W2-Professur für die ersten fünf Jahre. Diese Initiative ist Bestandteil des Clusters im Bereich der Meerestechnik.

Die Innovationsstiftung leistet ausgezeichnete Arbeit. Wir müssen aber auch die Grenzen der Steuerung von technischem Fortschritt sehen. Es ist beispielsweise kaum vorher- sehbar, welche Produkte sich letztlich am Markt durchsetzen. Deshalb bleibt es eine ständi- ge Herausforderung, die Betätigungsfelder der Stiftung immer wieder neu zu identifizieren und diese angesichts begrenzter finanzieller Ressourcen auf Schwerpunkte zu konzentrie- ren. Richtig ist auch die in den beiden Berichten herausgestellte Forderung, Synergien mit anderen Einrichtungen noch stärker als bisher zu nutzen und Doppelungen zu vermeiden.

Früher ging man davon aus, dass Innovationen in einer linearen Kette entstehen: Grundla- genforschung - Angewandte Forschung - Experimentelle Entwicklung - Markteinführung - -3-



Marktdurchdringung. Mittlerweile hat sich die Einsicht durchgesetzt, dass dieses Modell zu simpel ist und vielfältige Rückkopplungen zwischen den einzelnen Phasen bestehen.

Umso wichtiger ist es, die Abläufe von Transferprozessen zu durchleuchten und kritisch zu hinterfragen, wie dies in der Studie im Auftrag der Innovationsstiftung geschehen ist. Wobei ich die kritischen Anmerkungen im Regierungsbericht, was die Validität der Untersu- chung angeht, ausdrücklich teile.

Aber bei allen Vorbehalten ist eines klar: Die Potenziale des Technologietransfers sind noch nicht ausgeschöpft. Vor diesem Hintergrund ist es richtig, dass wir einen Prozess einleiten, der gemeinsam mit allen beteiligten Hochschulen und Institutionen zu optimierten Verfahren kommt. Wichtig ist dabei auch die bundesweite Koordination von Forschungsakti- vitäten, wie eine aktuelle Studie der Bosten Consulting Group ergeben hat. Natürlich geht es diesem Parlament darum, den Standort Schleswig-Holstein zu stärken. Wir dürfen uns aber nicht der Gefahr hingeben, uns im kleinteiligen Wettbewerb der Länder (Wettbewerb um Subventionen) zu Lasten internationaler Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Die High-Tech- Strategie des Bundes gibt Anlass zu der Erwartung, dass es zu einer verbesserten Abstim- mung kommt.

Ich möchte mich abschließend ausdrücklich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Innovationsstiftung bedanken, die jetzt drei turbulente Jahre hinter sich haben und auf deren Kompetenz wir angewiesen sind, um unsere politische Vorstellungen von der Zukunft Schleswig-Holsteins umzusetzen.

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