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Lars Harms zu TOP 22 - Rahmenbedingungen für die Windenergie überarbeiten
PresseinformationKiel, den 21.02.2007Es gilt das gesprochene WortLars Harms TOP 22 Rahmenbedingungen für Windenergie überarbeiten Drs. 16/1223Wir legen ihnen heute einen Antrag vor, der die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung derWindenergietechnik entscheidend voranbringen soll. Wir müssen feststellen, dass wir mit denbisherigen Abstands- und Höhenregelungen so nicht mehr weiter kommen. Wir haben dieAbstandsregelungen in der Vergangenheit sehr restriktiv gehandhabt und das war auchvernünftig. Wir mussten auch was das Landschaftsbild angeht, erst einmal mit der neuenTechnik umgehen lernen. Durch die Festlegung von Eignungsräumen und die Begrenzung durchHöhen- und Abstandsregelungen ist es uns gelungen, einen Wildwuchs bei denWindenergieanlagen zu verhindern und die Entwicklung in geordnete Bahnen zu lenken.Allerdings sind die Anlagen, die heute häufig genutzt werden, nicht mehr dem heutigentechnischen Standard entsprechend. Das heißt, in Zeiten des Repowerings müssen wir – wennwir auch unser Land als Schaufenster für die Windenergie sehen – die Höhen- undAbstandsregelungen überarbeiten. Dabei wollen wir hier aber keinen rechtsfreien und 2ungeregelten Raum schaffen, sondern wollen uns hier an bundesrechtlichen Regelungenorientieren, die auch für andere technische Anlagen und Bauten gelten. Nicht mehr, aber auchnicht weniger. Und so würden natürlich auch die Menschen und die Landschaft vor Wildwuchsgeschützt.Weiter beabsichtigen wir, dass die derzeitig gültigen Eignungsflächen überprüft werden unddann gegebenenfalls angepasst werden. Das Ziel ist hier nicht, die flächenhafte Erweiterungdieser Gebiete, sondern vor allem die Neuschneidung der Gebiete, wenn dies notwendig undwünschenswert ist. In der Vergangenheit ist die eine oder andere Aufstellung vonWindkraftanlagen daran gescheitert, dass die Flächen nicht den richtigen Zuschnitt hatten odersie auch zu klein waren. Gleichwohl hatte man immer wieder den Eindruck, dass da noch etwasmöglich gewesen wäre, wenn man flexibler mit den Flächen umgegangen wäre. In anderenBundesländern kann man schon jetzt flexibler handeln. Und wir wollen, dass jetzt zumindest dieFlächen noch einmal überprüft werden, damit hier neue Anlagen aufgestellt werden können,wenn die Prüfung hierzu Möglichkeiten zulässt.Hierbei möchte ich auch ausdrücklich darauf hinweisen, dass durch das von uns angestrebteRepowering nicht Windenergiemonster geschaffen werden sollen, sondern alles weiterhin ingeregelten Bahnen verlaufen soll. Das heißt, dort wo etwas möglich und sinnvoll ist, soll es auchmöglich sein. Und die Landschaften, die frei gehalten werden sollen, sollen auch frei bleiben. ImÜbrigen dürfen wir auch nicht vergessen, dass Repowering nicht zwingend zu einer höherenBelastung der Landschaft führt, sondern eben auch durch einen optisch ruhigeren Lauf derAnlagen eine Beruhigung des Landschaftsbildes erreicht werden kann. Den gleichen Effekt kannübrigens auch der Austausch von beispielsweise 10 kleineren Anlagen zugunsten von 3 oder 4größeren Anlagen haben. Allerdings gewinnt man dann mehr saubere Energie und trägt dabeizum Klimaschutz bei. Und das sollte unser aller Ziel sein. 3Als dritten Punkt in unserem Antrag wollen wir den Kommunen, die bisher trotz geeigneterFlächen auf die Ausweisung von Eignungsflächen verzichtet haben, die Möglichkeit geben,diesen Entschluss zu revidieren. Laut Prognos-Studie betragen die Gewerbesteuereinnahmen proinstalliertem Megawatt durchschnittlich 5.000 Euro pro Jahr. Für eine kleine Gemeinde ist dasseine riesige Summe, zumal ja meist nicht nur eine, sondern mehrere Anlagen pro Eignungsflächeaufgestellt werden. Würde man also auf der von uns vorgeschlagenen Art und Weise denKommunen ermöglichen, schon bisher geeignete Flächen jetzt auch als Eignungsflächenauszuweisen, würde sich die Einnahmesituation mancher Gemeinde stark verbessern. Manchewürde ihr Minus im Haushalt in ein Plus verwandeln können. Eine für den Landeshaushaltbilligere Maßnahme, die kommunalen Haushalte zu stärken, gibt es wohl nicht.Meine Damen und Herren, wir waren einmal nationaler Spitzenreiter in der Windenergie.Inzwischen hat uns Mecklenburg-Vorpommern den Rang abgelaufen. Dort wird 39 % desStromverbrauches durch Windenergie gedeckt. Bei uns sind es rund 36 %. In absoluten Zahlen istNiedersachsen der unangefochtene Spitzenreiter und wir folgen an 6. Stelle. Diese Zahlen zeigennicht nur, dass andere nicht schlafen, sondern auch, dass es hier immer noch unausgeschöpftePotentiale gibt. Nur derjenige der führend im Repowering ist, wird das Geschäft machen. Und wirwollen, dass Schleswig-Holstein hier das Geschäft macht.Wir wollen, mehr Windstrom mit weniger Landschaftsverbrauch. Wir wollen, mehr erneuerbareEnergien mit weniger Verwaltungsaufwand. Wir wollen klare Regelungen auf die weiterhinverlass ist. Und wir wollen mehr Einnahmen für die Gemeinden und sichere Arbeitsplätze in derWindkraftindustrie.