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22.02.07 , 12:10 Uhr
FDP

Ekkehard Klug: "Sprachheilpädagogische Förderung muss auch über regionale ,Stützpunkte' verfügen"

FDP Landtagsfraktion Schleswig-Holstein



Presseinformation Wolfgang Kubicki, MdL Nr. 062/2007 Vorsitzender Dr. Heiner Garg, MdL Stellvertretender Vorsitzender Kiel, Donnerstag, 22. Februar 2007 Dr. Ekkehard Klug, MdL Parlamentarischer Geschäftsführer Sperrfrist: Redebeginn Günther Hildebrand, MdL
Es gilt das gesprochene Wort!
Bildungspolitik / Sprachheilpädagogik
Ekkehard Klug: „Sprachheilpädagogische Förderung muss auch über regionale ‚Stützpunkte’ verfügen“ - Ersatzloser Wegfall von Sprachheilklassen bedeutet Verweigerung von Bildungschancen -
In der Landtagsdebatte zum FDP-Antrag „Sprachheilpädagogische Förderung in Schleswig-Holstein“ (TOP 17) erklärte der bildungspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Ekkehard Klug:
„Ohne sprachheilpädagogische Förderangebote bliebe vielen Schülerinnen und Schülern der Weg zu einer erfolgreichen Schullaufbahn versperrt.
In manchen Fällen ist es sicher so, dass präventive Förderung – vor der Einschulung - oder integrative Fördermaßnahmen in ‚normalen’ Grundschulen genügen, um den betroffenen Kindern zu helfen. Andererseits reichen zwei Förderstunden pro Woche oft nicht aus, um die Probleme in den Griff zu bekommen.
Kinder mit schweren Sprachstörungen brauchen eine intensivere Form der schulischen Förderung. Als ‚Maximallösung’ unterhält das Land deshalb in Wentorf ein Sprachheilinternat, wo etwa hundert Schülerinnen und Schüler werktags gezielt gefördert werden. Nur übers Wochenende sind diese Schüler bei ihren Familien. Ich habe das Wentorfer Sprachheilinternat im vergangenen Jahr besucht und mich von der Notwendigkeit der dort engagiert geleisteten Arbeit überzeugt.
So wurde zum Beispiel in Wentorf ein Schüler aufgenommen, nachdem dessen frühere Schule gegen Ende der 4. Grundschulklasse festgestellt hatte, dass dieser Junge während seiner gesamten Grundschulzeit noch keinen einzigen Satz gesprochen hatte. Dies zeigt allerdings auch, dass vor Ort zum Teil viel zu spät reagiert wird, um ein wirklich gravierendes Problem anzupacken und den betroffenen Schülern gezielt zu helfen. Sicher fällt es vielen Eltern auch schwer, ein Kind, das noch jünger als zehn Jahre ist, von Montag bis Freitag aus der Familie herauszunehmen und in ein Internat zu schicken. Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, 1 Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/ Aus diesen Gründen und zudem auch wegen der begrenzten Aufnahmekapazität des Wentorfer Sprachheilinternats ist es nach Ansicht der FDP-Fraktion unabdingbar, im schleswig-holsteinischen Schulwesen mehrstufiges Förderinstrumentarium im Bereich der Sprachheilpädagogik zu unterhalten. Dazu zählen auf der unteren Ebene präventive und integrative Förderangebote, und für die besonders hohen Förderbedarfe gehört dazu ebenso auch das Wentorfer Sprachheilinternat.
Darüber hinaus besteht aber auch die Notwendigkeit, im jeweiligen regionalen Umfeld - also quasi auf mittlerer Ebene, die noch täglich erreichbar ist - ein intensiveres sprachheilpädagogisches Förderangebot vorzuhalten. Nur so ist in jenen Fällen frühzeitig genügend Hilfe möglich, wo die offensichtlich begrenzte Wirksamkeit integrativer Förderkonzepte wegen der Schwere der Sprachstörungen nicht ausreicht.
De facto hat auch das Bildungsministerium die Notwendigkeit eines solchen Förderangebots ‚mittlerer Reichweite’ anerkannt, indem es in Dithmarschen die Einrichtung der neuen teilstationären Sprachintensivmaßnahme „LautStark“ unterstützt hat. Dithmarschen war einer der Kreise ohne Sprachheilklassen und Sprachheilgrundschulen, also eine Region, wo eine solche mittlere Förderebene bisher nicht bestanden hat. Nunmehr aber ist an der Christian-Bütje-Schule in Meldorf eine solche regionale Förderebene eingerichtet worden, die die schwierigsten, nicht integrativ zu beschulenden Fälle in einem ganztägigen, mit einem Hort verbundenen Angebot zur Sprachintensivförderung erfasst und dabei auf eine zwei- bis dreijährige Förderdauer angelegt ist.
Dieses Konzept ist zwar nicht identisch mit herkömmlichen Sprachheilklassen, aber als Förderinstrumentarium ‚mittlerer Reichweite’ ihnen doch recht nahe. Implizit erkennt das Ministerium, indem es das Dithmarscher „LautStark“-Konzept unterstützt, die Notwendigkeit einer mittleren, intensiveren Förderebene im regionalen Rahmen an.
Wenn nun in anderen Teilen des Landes bisherige Sprachheilklassen oder Sprachheilgrundschulen geschlossen werden sollen bzw. in ihrer Existenz bedroht sind, so muss man fragen, warum an diesen Standorten nicht zumindest „Zug um Zug“ ein Ersatz nach dem in Dithmarschen neu geschaffenen Förderkonzept eingerichtet wird.
Auch die Umgestaltung bestehender Sprachheilgrundschulen oder Sprachheilklassen im Sinne der Dithmarscher Konzeption wäre ein solcher denkbarer Ersatz. Nicht zu rechtfertigen wäre es hingegen, wenn in einzelnen Teilen des Landes regionale Angebote zur intensiveren sprachheilpädagogischen Förderung ersatzlos wegfielen, während ein solches Angebot woanders, nämlich am Standort Meldorf, für den Kreis Dithmarschen gerade neu geschaffen wurde. Mit einer solchen ungleichen Vorgehensweise würde die Landesregierung Kindern in manchen Regionen des Landes exakt die Bildungschancen verwehren, die sie Kindern am Standort Dithmarschen gerade neu eröffnet hat.“



Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, 2 Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/

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