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Anke Spoorendonk zu TOP 26 - 7. Forschungsrahmenprogramm 2007-2013 der EU
Presseinformation Kiel, den 22.2.2007 Es gilt das gesprochene WortAnke SpoorendonkTOP 26 7. Forschungsrahmenprogramm 2007 bis 2013 Drs. 16/1213Aus dem Bericht der Landesregierung über den 7. Forschungsrahmenprogramm (FP) 2007 bis 2013der EU geht hervor, dass die Kommission in den nächsten Jahren erhebliche Mittel in Forschungund Wissenschaft investieren will. Während im 6. FP von 2002 bis 2006 knapp 17,5 Mrd. • zurVerfügung stehen, erhöhen sich die Investitionen im 7.FP auf über 50 Mrd. • . Diese Mittel sindzwar über einen längeren Zeitraum gestreut und können jetzt von mehr EU-Ländern genutztwerden, aber dennoch zeigt dieser Ansatz, dass man in Brüssel den Lissabon-Prozess ernst nimmt,der die EU bekanntlich zum wirtschaftstärksten Gebiet der Welt machen soll. Denn nur durchverstärkte Forschung in neue Produkte und Verfahrensweisen oder in neue Technologien werdenwir im weltweiten Wettbewerb bestehen können.Der größte Teil des Budgets soll den Fortschritt von Wissen und Technologie fördern und umfasstmit 10 Themengebieten – von Gesundheit , Informations- und Kommunikationstechnologien überEnergie bis hin zu Verkehr und Sicherheit – nahezu alle wichtigen Zukunftsbranchen Europas.Dieser Teil des Budgets gilt überwiegend den etablierten Unternehmen, Hochschulen und 2Forschungsinstitutionen, die sich in diesen Bereichen spezialisiert haben. Der andere Teil desBudgets soll insbesondere für die Förderung von jungen talentierten Forschern und für dieSpitzenforschung in Europa verwendet werden. Alles das sind natürlich wichtige Ansätze, um dieForschung in Europa voranzubringen, daran bestehen keine Zweifel.Aus dem Bericht geht hervor, dass Firmen und Hochschulen aus Schleswig-Holstein im 6. FP nureinen relativen bescheidenen Anteil der EU-Forschungsgelder in Anspruch nehmen konnten. Mit143 Projektbeteiligungen, die ein Gesamtvolumen von 51 Mio. • ausmachen, ist aus Sicht des SSW,dass Potential unseres Landes in diesem wichtigen Zukunftsfeld noch lange nicht ausgeschöpft.Der Bericht zeigt daher auch wieder einmal die Problematik, vor der wir in Schleswig-Holsteinstehen, wenn es um EU-Zuschüsse und –Programme geht. Wir haben in unserem Land einfach zuwenig personelle Ressourcen und fachliche Kapazitäten - sowohl in den öffentlichenVerwaltungen als auch in der Privatwirtschaft - um die hohen Anforderungen derAusschreibungen in den Förderrichtlinien dieses Forschungsprogramms zu erfüllen. Denn derAufwand, um die Ausschreibungsanforderungen der EU zu erfüllen, ist laut Bericht sehr groß unddie potenziellen Antragssteller müssen sich bereits im Vorfeld über die Möglichkeiten des 7. FPinformieren und schon frühzeitig mögliche Projektpartner ansprechen, damit sie überhaupt eineChance haben, an diese Forschungsgelder heranzukommen.Durchschnittlich bekommen nur knapp 16% der Antragssteller des FP-Programms eine Förderungdurch die EU. Auch wenn Schleswig-Holstein im Rahmen des 6. FP einen etwas größeren Anteilerreichte, zeigen diese Zahlen doch die Problematik dieses an sich zukunftsweisendenForschungsprogramms. Das heißt, die Gefahr eines Antragsstellers, dass er ohne Erfolg sehr vielGeld und personelle Ressourcen verschwendet, ist nicht von der Hand zu weisen, und man gehtsicher nicht falsch in der Annahme, dass vom bisherigen System insbesondere die großenKonzerne profitieren und die Mittelständler oft leer ausgehen. 3Die Landesregierung bemüht sich daher, potentielle Unternehmen und Forschungsinstitutionen,die für Anträge des Forschungsprogramms in Frage kommen, durch Informationsveranstaltungenund durch den Hinweis auf die regionalen und überregionalen Beratungsstrukturen zuunterstützen. Das ist natürlich lobenswert - und ist auch notwendig, damit Schleswig-Holsteinseinen Anteil an diesen Forschungsgeldern bekommt.Allerdings zeigt das ganze Verfahren einmal mehr die Tatsache, dass das EU-System hier an seineGrenzen stößt und aus meiner Sicht muss überlegt werden, ob die vielen Mittel dieses EU-Forschungsprogramms nicht doch besser national und regional eingesetzt werden können.Denn aus dem Bericht geht ja hervor, dass sich „die Möglichkeiten für Hochschulen,Forschungseinrichtungen und Unternehmen, Fördermittel für Forschung ein zu werben, vonregionalen Programmen zunehmend auf überregionale Programme verlagert werden“. DerBericht zeigt also auch auf, dass diese Entwicklung nicht unproblematisch ist, und wir sollten unsgemeinsam überlegen, ob wir hier in Schleswig-Holstein in Zukunft – denn kurzfristig kann mandas jetzige System natürlich nicht ändern – nicht daran arbeiten wollen, diese Entwicklung wiederumzukehren.