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Anke Spoorendonk zu TOP 16 - Neues Schulgesetz erfordert neue Lehrerbildung
PresseinformationKiel, den 22.2.2007 Es gilt das gesprochene WortAnke SpoorendonkTOP 16 Neues Schulgesetz erfordert neue Lehrerbildung 16/1217Die Landesregierung hat versprochen, dass sich mit dem neuen Schulgesetz einiges ändern wirdin Schleswig-Holstein. Zwar sind viele Eltern noch skeptisch; doch die Vorbereitungen sind invollem Gange. Die Lehrkräfte sollen ebenfalls auf die neue Situation vorbereitet werden. Nichtmehr, aber auch nicht weniger fordert der vorliegende Antrag. Allerdings kann man nicht erstjetzt mit der Entwicklung neuer Ausbildungsinhalte beginnen. Lange Ausbildungszeiten machenlange Vorlaufzeiten nötig. Wenn die neuen Schulformen im nächsten Jahr ihre Arbeit aufnehmen,kann theoretisch noch keine Lehrkraft eine darauf ausgerichtete Ausbildung abgeschlossenhaben.Aber das ist rein theoretisch, denn erstens sind die Wissensinhalte, die wir zukünftig von denLehrkräften verlangen, schon lange Bestandteil universitärer Curricula, und zweites richtet sichder Antrag ausdrücklich auch an ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer und derenFortbildungsbedarf. Nach der neustens Statistik stagniert seit elf Jahren erstmals die Zahl der 2Lehrkräfte an Schleswig-Holsteins Schulen. Es ist damit zu rechnen, dass sich dieser Trendverstetigen wird. Darum kommt der Fortbildung eine zentrale Bedeutung zu.Bei uns werden die Schulen oftmals noch am Gängelband geführt. Eine Tatsache, die der SSW sehrgerne verändert haben möchte, weil wir der Meinung sind, dass vor Ort die bestenEntscheidungen fallen. Die Unterschiede in Größe der Schule, ihrem sozialen Umfeld und derStruktur des Lehrkörpers sind teilweise erheblich, so dass die Schulen selbst bzw. deren Leitungenam besten den Bedarf kennen und in passende Maßnahmen umsetzen können.Ein eigenes Fortbildungsbudget für jede Schule ist ein Baustein zur weiteren Verselbständigungder Schulen. Davon einmal abgesehen, dass die Transparenz durch die Einführung eines Budgetstatsächlich in Anspruch genommener Fortbildung erheblich steigt, bin ich der festenÜberzeugung, dass die Fortbildungsneigung der Lehrkräfte allgemein zunehmen wird. Wird dasBudget nämlich nach der Anzahl der Lehrer berechnet, also eine pro-Kopf-Pauschale angewendet,rechnet sich die gemeinsame Teilnahme an Fortbildungsmaßnahme in erheblichem Maße.Eigenverantwortliche und mit einem Fortbildungsbudget ausgestattete Schulen können darüberhinaus gezielt Fortbildungsanbieter ansprechen, die die örtlichen Strukturen in ihrerVeranstaltung berücksichtigen können. Die Schulen können Maß geschneiderte Angebotenachfragen. Unter dem Strich optimiert ein Fortbildungsbudget die Fortbildung erheblich.Die Erfahrungen in Nordrhein-Westfalen zeigen die hohe Zufriedenheit der Schulen mit einemeigenen Fortbildungsbudget. Die Erfahrungen in Hessen stehen noch aus; dort arbeitet man erstseit letztem Jahr mit dem neuen Finanzierungsmodell.Schleswig-Holstein stünde die Entwicklung eines Fortbildungsbudgets gut zu Gesicht. Ich sehe vorallem in diesem Punkt eine zentrale Forderung des vorliegenden Antrags und hoffe, dass dieMinisterin ein entsprechendes Konzept entwickeln wird.