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Anke Spoorendonk zu TOP 28 - Neues Schulgesetz erfordert neue Lehrerbildung
PresseinformationKiel, den 21.3.2007 Es gilt das gesprochene WortAnke SpoorendonkTOP 28 Neues Schulgesetz erfordert neue Lehrerbildung Drs. 16/1298Die Grünen haben ihren Antrag „Neues Schulgesetz erfordert eine neue Lehrerbildung“ nach derAusschussberatung noch einmal in den Landtag eingebracht. Der SSW unterstützt diesen Schrittund hat den Antrag j a auch mit unterzeichnet. Denn natürlich können wir uns nicht damitbegnügen, dass die Landesregierung ohne Zeitvorgabe gebeten wird, ein Konzept zurNeuorientierung der Aus- und Weiterbildung vorzulegen.Wir wollen schon gerne wissen, wie erreicht werden soll, dass die Lehrkräfte – die jetzigen undkommenden – zeitnah auf die Änderungen in unserem Schulwesen vorbereitet werden. Dabei hataus unserer Sicht die Fort- und Weiterbildung erste Priorität. „Wer erfolgreiche Bildungsreformenwill, muss die Lehrerinnen und Lehrer unterstützen, indem er ihre innovative Handlungs-kompetenz stärkt, “sagt der bekannte Schulreformer Heinz Klippert, der ja vor kurzen auf einergroßen GEW-Veranstaltung sprach. Das Echo auf diese Veranstaltung verdeutlicht übrigens auch,wie groß der Bedarf an solchen „Schultagen“ ist.Im Ausschuss nun stellte die Bildungsministerin ihre Fortbildungsoffensive „Lernen fördern –Leistung fördern“ vor. Aus Sicht des SSW ist dieses Programm der berühmte erste richtige Schritt 2in die richtige Richtung. Er ist notwendig; ob er ausreicht, wird sich zeigen. Ich glaube, man wirdschnell zu der Erkenntnis kommen, dass es weiterhin Lehrerkollegien geben wird, die damit nichtzu erreichen sind. Der GEW schlägt in diesem Zusammenhang vor, weitere Moderatoreneinzusetzen, die dann vor Ort diesen Fortbildungsprozess begleiten sollen. Kein einfacher Job,möchte ich hinzufügen, der wirklich gute Leute erfordert. Dann könnte er aber auch sehr Erfolgversprechend sein.Am Wochenende berichtete das „Flensburger Tageblatt“ über den Weiterbildungsverbundzwischen Universität und Schule, der bislang ausschließlich Insidern ein Begriff war: der sogenannte EULE, eine Einrichtung für Unterrichtsentwicklung, Lernkultur und Evaluation.Seit 2001 entfalten Wissenschaftler von der Uni und Praktiker vom IQSH bezeichnenderweise ineinem Keller bessere Fortbildungskonzepte für die Lehrerfortbildung. Mit diesem ganzheitlichenModell soll mit der Trennung zwischen Qualifikation an der Universität und dem IQSH-geführtenReferandariat aufgeräumt werden. Mit anderen Worten: Wir erwarten, dass die durch EULEgewonnenen Erfahrungen in das Konzept der Landesregierung hineinfließen.Die Aus-, Fort- und Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer ist kein abschließbarer biografischerProzess. Doch Weiterbildung hat im Schulalltag kaum Anreize, weil er sich nicht in Cent und Euroausdrückt. Die Zustimmung im Kollegium ist für Viele nicht Anreiz genug, sich weiterzubilden.Also muss der Druck, bzw. die Aufforderung zur Weiterbildung von außen kommen.Letztlich führt also kein Weg an einer systematischen Fortbildung aller Lehrerinnen und Lehrervorbei. Dazu gehört auch, dass das IQSH zukünftig nach Abschluss einer Fortbildungsmaßnahmenicht nur fragt, wie sie dem Lehrer gefallen hat, sondern misst, ob die Schüler des fortgebildetenLehrers hinterher besser lernen.Wir warten also gespannt darauf, dass die Landesregierung ein durchdachtes Konzept für dieNeuorientierung der Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte vorlegt. Nach Meinung des SSW undder Grünen sollte dieses aber noch vor der Sommerpause dem Landtag vorgelegt werden.