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22.03.07 , 17:42 Uhr
SPD

Jürgen Weber zu TOP 27: Es zahlt sich aus, viele Studienplätze zu schaffen und schnell zu sein

Sozialdemokratischer Informationsbrief

Kiel, 22.03.2007 Landtag Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: Redebeginn aktuell
TOP 27 – Hochschulpakt (Drucksache 16/1294)

Jürgen Weber:

Es zahlt sich aus, viele Studienplätze zu schaffen und schnell zu sein

Der Hochschulpakt ist ein wichtiger Schritt, um in den kommenden Jahren der steigenden Nachfrage nach qualifizierter Lehre zu begegnen und die For- schung an den Hochschulen stärker zu unterstützen. Nach der für die Wissen- schaft wenig nützlichen Föderalismusreform ist das immerhin ein Erfolg!

Nun ist es etwas misslich, dass die Antrag stellende Fraktion zu vielen Zahlen und Daten ausgerechnet einen mündlichen Bericht beantragt hat. Im Detail müssen wir im Ausschuss beraten, wenn wir alle Fakten und Vorschläge auf dem Tisch haben. Misslich ist auch, dass die Fragen die Säule II des Hoch- schulpaktes, nämlich die künftige Forschungsfinanzierung, komplett aus- spart. Gerade hier sind Verwerfungen zuungunsten Schleswig-Holsteins zu befürchten, die wir nicht ausblenden sollten.

Zu dem Pakt für zusätzliche Studienplätze ist grundsätzlich zu sagen: Die Zahlen und Perspektiven, die der Bericht der Landesregierung uns präsen- tiert hat, sind durchaus beeindruckend. Meine Fraktion begrüßt ausdrücklich, dass Schleswig-Holstein in vollem Umfang die Chancen aus dem Hoch- schulpakt nutzen will.


Schleswig- Holstein

Herausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/1307 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: Internet: pressestelle@spd.ltsh.de www.spd.ltsh.de SPD -2-



Ich möchte heute nur ein paar Anmerkungen und Fragen formulieren, die im Ausschuss geklärt werden sollten: 1. Zur Aufteilung der neuen Studienplätze nach Studienfächern: Es ist sicher wünschenswert, konkrete Pläne der Hochschulen und des Minis- teriums zu diskutieren. Schließlich können und sollen auch wissenschaftspo- litische Akzente gesetzt werden. Minister Austermann hat ja in der letzten Woche erklärt, es solle ein Schwerpunkt auf die Bereiche Ingenieurs- und Na- turwissenschaften gelegt werden. Soweit, so gut. Nur: Wer garantiert eigent- lich, dass die potenziellen Studienanfänger sich auch auf die Angebote stür- zen, die wir uns für sie überlegen? Und das vor dem Hintergrund, dass fast alle in der Republik den Schwerpunkt auf genau dieselben Bereiche legen! Planbar sind Studienwünsche ohnehin nur begrenzt. Hier scheint mir zumindest im norddeutschen Bereich eine enge Abstimmung dringend erforderlich.

2. Zu den Konsequenzen aus der Umstellung auf BA/MA Studiengänge: Das ist kein kleines Problem. Wegen des höheren Betreuungsaufwandes in den konsekutiven Studiengängen ist in vielen bisher zulassungsfreien Fächern ein Numerus Clausus geplant. Ergebnis: In diesem Jahr würde die Zahl der Studienplätze gegenüber dem Referenzjahr des Hochschulpaktes, 2005, sin- ken. Weil die Hochschulen in diesem Jahr viele Studiengänge auf BA/MA um- stellen, stellt sich Frage, wie wir unter dem Strich den Umfang des Zu- wachses an Studienplätzen erreichen können, den wir aus dem Hochschul- pakt mitfinanziert bekommen.

Hier und dort hört man von Überlegungen, die Curricular-Normwerte herabzu- setzen, um ein quantitatives Mehr aus der Substanz zu erwirtschaften. Das ginge allerdings zu Lasten der Qualität, was sicher niemand will.

Das leitet zu der Frage über: -3-



3. Wie sollen eigentlich auf mittlere Sicht in dem Pakt die Studienabbre- cher gerechnet werden? Wir brauchen ja nicht nur mehr Anfänger, sondern im Ergebnis vor allem mehr Absolventen.

Und dabei fällt 4. auf, dass der Pakt bis 2010 abgeschlossen ist. Damit finan- ziert er nicht das ganze Studium auf den neuen Studienplätzen, denn das wird 2010 weitgehend noch gar nicht beendet sein. Zudem wissen wir, dass der eigentliche immense Anstieg des Bedarfs an Studienplätzen für die Jahre 2010 - 2020 erwartet wird.

In den Jahren 2007 und 2008 wird das Geld nach dem sog. Königsteiner Schlüssel verteilt. Ab dem Jahr 2009 wird dann abgerechnet nach den tatsäch- lich zusätzlich aufgenommenen Studienanfängern. Es lohnt sich also, nicht nur viele Studienplätze zu schaffen. Es zahlt sich auch aus, schnell zu sein.

Wir wollen deswegen gleichermaßen zügig, aber nichtsdestotrotz gründlich die Umsetzung des Hochschulpaktes in unserem Land beraten und begleiten.

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