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11.04.07 , 11:55 Uhr
B 90/Grüne

Monika Heinold zum Verkauf von Forderungen der Sparkassen an amerikanische Großbanken

PRESSEDIENST Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel
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Nr. 167.07 / 11.04.2007 Wer sich wie eine Privatbank verhält, kann auch schnell zu einer gemacht werden!
Die Sparkasse Südholstein hat im Dezember 2006 Forderungen in Höhe von 123 Mio. Euro an die LSF Irish Holding verkauft. Neuer Ansprechpartner für die 67 betroffenen SparkassenkundInnen ist nun die Hudson Advisors Germany GmbH, das Inkassounter- nehmen der Lone Star-Gruppe aus den USA.
Zu diesem Vorgang hat die finanzpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grü- nen, Monika Heinold, eine Kleine Anfrage gestellt und erklärt:
Rechtlich ist das Geschäft nicht zu beanstanden. Jedes Kreditinstitut muss ein Interesse daran haben, sich ausgeliehenes Geld zurück zu holen. Wäre die Sparkasse Südholstein eine Privatbank, hätten die KundInnen damit rechnen müssen, dass Forderungen unab- hängig von ihrer wirtschaftlichen Lage eingetrieben bzw. verkauft werden.
Sparkassen hingegen haben einen öffentlich-rechtlichen Auftrag. Von ihnen wird zu Recht erwartet, dass sie den Mittelstand vor Ort stärken und die Wirtschaftsbetriebe in der Region unterstützen.
Ein Verkauf von Forderungen an eine amerikanische Heuschrecke trägt aber nicht zur Stärkung der Region bei, sondern zerstört das Vertrauensverhältnis zwischen KundInnen und Sparkasse.
Auch die Landesregierung, so die Antwort auf die Kleine Anfrage, bewertet diese Forde- rungsverkäufe kritisch und weist die Sparkassen darauf hin, dass sie ein hohes Eigenin- teresse daran haben müssen, dass ihr Ansehen durch solche Forderungsverkäufe nicht leidet. 1/2 Die Grüne Fraktion hat sich immer für den Erhalt des Sparkassenwesens eingesetzt. Wenn sich Sparkassen aber wie Privatbanken verhalten, gibt es keinen Grund mehr, ih- ren öffentlich-rechtlichen Auftrag zu verteidigen. Wer sich wie eine Privatbank verhält, kann auch schnell zu einer gemacht werden.
Wir fordern den Sparkassenverband auf, das in ihn gesetzte Vertrauen wieder herzustel- len.

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