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11.05.07 , 12:51 Uhr
FDP

Günther Hildebrand zum Umweltbildungsbericht

FDP Landtagsfraktion Schleswig-Holstein



Presseinformation Wolfgang Kubicki, MdL Nr. 150/2007 Vorsitzender Dr. Heiner Garg, MdL Stellvertretender Vorsitzender Kiel, Freitag, 11. Mai 2007 Dr. Ekkehard Klug, MdL Parlamentarischer Geschäftsführer Sperrfrist: Redebeginn Günther Hildebrand, MdL
Es gilt das gesprochene Wort!
Umwelt/ Umweltbildung
Günther Hildebrand zum Umweltbildungsbericht In seinem Redebeitrag zu TOP 41 (Umweltbildung in Schleswig-Holstein) erklärte der umweltpolitische Sprecher der FDP-Landtagfraktion, Günther Hildebrand:
„Vielen Dank für den umfangreichen Bericht zur Umweltbildung. Er zeigt den bunten Strauß an Möglichkeiten, die Schleswig-Holstein auf dem Gebiet der Umweltbildung bietet.
Ganz offensichtlich hat es den Berichterstattern aus dem Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume richtig Spaß gemacht, aufzulisten, was Schleswig-Holstein - für Kindergarten und Schule, in der beruflichen und in der außerschulischen Bildung, für Klein und Groß - in der Umweltbildung alles zu bieten hat. Schließlich kam der zugrundeliegende Antrag dafür auch aus den eigenen Reihen.
Ein oppositioneller Berichtswunsch wäre vielleicht nicht ganz so euphorisch ausgefallen – wir durften das gerade bei unserem Antrag zur Forst- und Holzwirtschaft erleben. Aber dafür gibt es jetzt wenigstens eine gut gemachte neue Hochglanzbroschüre des Ministeriums zum Wald.
Umweltbildung in Schleswig-Holstein – das ist ein Bereich, in dem das Land ohne Zweifel eine Menge leistet. Ich war von der Vielzahl und von der Vielfältigkeit des Angebots wirklich beeindruckt. Gleichwohl mischen sich nach meinem Geschmack in den großen Kelch der Freude über das gute Angebot auch ein paar bittere Tropfen.
Das betrifft zunächst die Nachfrage: Ich würde gerne wissen, wie viele Klassen, Kindergärten, Bürgerinnen und Bürger die Angebote tatsächlich nutzen, die da alle gemacht werden?
Laut Bericht verzeichnet die Umweltbildung gerade in Weiter-, Erwachsenen- und außerschulischer Bildung bundesweit einen Bedeutungsverlust. Das ist äußerst bedauerlich und ich freue mich, dass die Institutionen in Schleswig- Holstein versuchen, dem entgegen zu steuern.
Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, 1 Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/ Und wie sieht das im vorschulischen und schulischen Bereich aus? Das Angebot ist gut – aber wird es auch entsprechend gut genutzt?
Leider enthält der Bericht keinerlei Angaben, wie viele Klassen denn tatsächlich auf „Wassertour“ gehen oder zur „Schulklasse auf dem Bauernhof“ werden.
Die Lernpläne sind bereits heute gut gefüllt - auch mit „allgemeiner“ Umweltbildung - und auch die Lehrerinnen und Lehrer sind gut ausgelastet. In welchem Umfang bleibt da tatsächlich noch Raum für die vielen Extra- Projekte?
Auch die Vielzahl an Möglichkeiten zu Zertifizierungen der unterschiedlichsten Art stimmt mich nicht ausnahmslos froh. Es ist ein altes Sprichwort, dass das Schwein allein vom wiegen noch nicht fett wird.
Deshalb Vorsicht mit zu vielen Überprüfungen – die Zeit und das Geld, das dafür verwendet wird, wäre sicherlich in der einen oder anderen praktischen Maßnahme besser untergebracht.
So habe ich mich wirklich gefreut zu lesen – in der Zeitung, nicht im Bericht – da findet diese Projekt übrigens gar keine Erwähnung -, dass im Rahmen des Leader-plus-Projekts „Das grüne Klassenzimmer“ eine Grundschulklasse zusammen mit der Kreisjägerschaft Plön Nistkästen gebaut hat, im Erlebnisraum herumgetollt ist und die Schwentine mit dem Großraumkanu erkundet hat (OHA 10. Mai 2007).
Dadurch wird nicht gleich die ganze Schule zur „Zukunftsschule.SH“ – aber viele Schülerinnen und Schüler hatten ein Naturerlebnis, das sicherlich mehr zu ihrer Umweltbildung beiträgt, als ein Siegel an der Tür.
Und noch ein Wermutstropfen: Er betrifft die Finanzierungen und Förderungen der Umweltbildung, speziell die Förderpraxis im Freiwilligen Ökologischen Jahr:
Erfreulicherweise hat sich die Anzahl der Plätze für ein FÖJ vom Jahr 2000/01 bis 2005 mehr als verdoppelt, bis zum Jahr 2008/09 bleibt sie konstant. Die Landesmittel zur Finanzierung dieser Plätze werden indessen – nach anfänglicher Anpassung ab nächstem Jahr bei ansonsten im Wesentlichen gleich bleibenden Fördermitteln - deutlich gekürzt (S.54).
Ich halte das für ein falsches Signal.
Denn die jungen Menschen, die sich freiwillig für ein ökologisches Jahr entscheiden, machen das, weil sie einen Beitrag für die Gemeinschaft erbringen wollen, weil sie sich bewusst für die Umwelt einsetzen wollen – und weil es auch Teil ihrer Persönlichkeitsbildung ist. Denn in dieser Zeit können sie sich selbst erproben, sich für ihre als sinnvoll empfundenen Ziele einsetzen und ihre Ideale einem "Härtetest in der Praxis" unterziehen.
Wir sollten deshalb auf keinen Fall den Eindruck erwecken, dass uns diese Einstellung der jungen Menschen infolge knapper finanzieller Ressourcen des Landesetats nichts mehr wert wäre und sie nur eine Lückenbüßerfunktion im Rahmen ihres Freiwilligendienstes einnähmen. Dann ginge die Philosophie dieses Jahres verloren.
Ich freue mich auf die Beratungen im Ausschuss.“
Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, 2 Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/

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