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Ingrid Franzen: Von der dänischen Arbeitsmarktpolitik können andere europäische Länder lernen
65/2007 Kiel, 13. Juni 2007Ingrid Franzen: Von der dänischen Arbeitsmarktpolitik können andere europäische Länder lernenKiel (SHL) – Zum Kieler-Woche-Gespräch 2007 am Montag, 18. Juni, be- grüßt Landtagsvizepräsidentin Ingrid Franzen die Teilnehmer im Landtag.In ihrer Einführung in das Thema „Arbeitswelt im Umbruch – Antworten auf den demografischen Wandel“ erinnert Ingrid Franzen an das Kieler-Woche-Gespräch des vergangenen Jahres, in dem ebenfalls über den demografischen Wandel in Europa gesprochen wurde – im Gegensatz dazu solle es jetzt um die konkreten Auswirkungen gehen. „Eines der neuen Instrumente dafür ist Flexicurity. Wieder so ein Schlagwort?“, fragt die Landtagsvizepräsidentin. Die Erfahrungen in Dänemark zeigten: das dänische Jobwunder sei ohne „Flexicurity“ undenkbar gewesen. Die- ses Modell bedeute, dass die Unternehmen ihren Mitarbeiterbestand laufend an die Marktlage anpassen und damit flexibel auf globale Herausforderungen reagie- ren könnten. Die Arbeitnehmer ihrerseits seien flexibel zu wechseln, sofern gleich- zeitig eine hohe Beschäftigungssicherheit und im Falle der Arbeitslosigkeit ein aus- reichendes Einkommen garantiert seien. Die enge Verzahnung der Wirtschafts- und Sozialpolitik, so die Landtagsvizepräsi- dentin weiter, zeichne sich durch eine aktive Rolle des Staates und ein hohes Maß an gesellschaftlichem Zusammenhalt aus. Der gute Bildungs- und Qualifizierungs- stand ermögliche in Ländern wie Dänemark, Schweden und Finnland hohe Pro- duktivitäts- und Einkommensniveaus. Überall in Europa werde das Instrument eingesetzt und erprobt. Deshalb habe der Europäische Rat die Mitgliedstaaten auf seiner Frühjahrstagung ersucht, über die verschiedenen Flexicurity-Konzepte zu berichten. „In ihrer noch für diesen Monat angekündigten Mitteilung über Flexicurity dürfte die Kommission den Mitgliedstaa- ten eine Reihe gemeinsamer Grundsätze vorschlagen. Das Kieler-Woche Ge- spräch findet also zu einem Zeitpunkt statt, zu dem wir die Veröffentlichung der Mitteilung der Kommission erwarten. Der Zeitpunkt ist gut gewählt, um politisch auf EU-Ebene Einfluss zu nehmen, bevor bindende Beschlüsse gefasst werden. Politi- sche Weichenstellungen sind gefragt, wir – das heißt gerade auch wir Parlamenta- rier – sind gefordert, Antworten zu finden!“ Auch wenn Flexicurity nicht direkt von einem Land auf das andere übertragbar sei, könnten andere europäische Länder von diesen Ansätzen lernen, zieht Landtags- vizepräsidentin Franzen den Schluss. „Der Blick zu den Nachbarn, wie wir ihn tra- ditionell bei der Kieler Woche hier im Landeshaus pflegen, lohnt sich.“