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Angelika Birk zur beruflichen Bildung
PRESSEDIENST Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein Pressesprecherin Es gilt das gesprochene Wort! Claudia Jacob Landeshaus TOP 21 - Berufliche Bildung in Schleswig-Holstein Düsternbrooker Weg 70 24105 KielDazu sagt die bildungs- und arbeitsmarktpolitische Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Telefax: 0431/988-1501 Angelika Birk: Mobil: 0172/541 83 53 E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Internet: www.sh.gruene-fraktion.de Nr. 325.07 / 12.07.2007Statt in Warteschleifen in schulische und überbetriebliche Ausbildungsplätze investieren!Die IHK spricht in einer Presseerklärung vom 2. Mai 2007 von einem Bilderbuchstart auf dem Ausbildungsmarkt mit einer steigenden Zahl von eingetragenen Lehrverträ- gen. Und in der Halbzeitbilanz vom 2. Juli 2007 ist die Zahl der eingereichten Ausbil- dungsverträge um 13,9 Prozent gestiegen.Dank des Engagement der türkischen Gemeinde und der Kammern erwerben auch mehr Betriebe von MigrantInnen die Ausbildereignungsprüfung, und die Handwerks- kammer geht sogar auf Akquise für Ausbildungsplätze in Teilzeit, um jungen Müttern die Ausbildung zu ermöglichen.Der Bericht der Landesregierung zur beruflichen Bildung kann es nicht verhehlen: Dies ist nur die halbe Wahrheit. Ohne die vielen Warteschleifen - finanziert aus den ver- schiedensten Landes-, Bundes- und EU- Etats - säßen viele Jugendliche auf der Stra- ße. Nach Berechnungen des DGB gab es im Mai 2007 sogar 3,7 Prozent weniger Ausbildungsstellen als zur gleichen Zeit des Vorjahres.Neben den 33.000 Schülerinnen und Schüler, die 2007 die Schule verlassen, gibt es zudem eine immer höher werdende Bugwelle von AltbewerberInnen. Deren Anteil ist in diesem Jahr erneut gestiegen, er liegt bei der Gesamtbewerberzahl bei fast 57 Pro- zent.1/2 Vollzeitschulische Berufsausbildung ist kein Wunschmodell der Grünen, uns ist eine betriebliche Ausbildung im dualen System sehr viel lieber. Nicht zuletzt, weil häufig nach der Ausbildung die Übernahme in den Ausbildungsbetrieb erfolgt. Wir müssen aber handeln, um den Jugendlichen eine Perspektive zu geben und damit der Gesell- schaft zu erlauben, diese Talente für ihre Entwicklung zu nutzen.Die Novelle des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) vom 23. März 2005 hat im Paragraf 6 die Erprobung neuer Ausbildungsberufe, Ausbildungs- und Prüfungsformen ermög- licht. In vier Bundesländern sind inzwischen entsprechende Verordnungen erlassen worden, die eine Anerkennung von vollzeitschulischen Ausbildungsgängen durch eine Kammerprüfung vorsehen. Warum gehört Schleswig Holstein nicht schon längst da- zu?! Die Beruflichen Schulen können rasch in die Lage versetzt werden, vollzeitschuli- sche Ausbildungsgänge durchzuführen und wollen dies auch.Der Paragraf 69 beschreibt Qualifizierungsbausteine, die als inhaltlich und zeitlich ab- gegrenzte Lerneinheiten aus den Inhalten anerkannter Ausbildungsberufe entwickelt werden. Darüber sollen AnbieterInnen der Berufsausbildungsvorbereitung zertifizierte Beschei- nigungen ausstellen. Anrechnungsmöglichkeiten der Qualifizierungsbausteine sind überall zu stärken, da nur so aus „Warteschleifen“ „produktive Lernketten“ entstehen. Betriebe, betriebsähnliche Lernorte und Schulen können auf diese Weise auch für schulmüde Jugendliche ein attraktives Angebot machen.Wir Grünen sehen in dem Erwerb von arbeitsmarktgängigen Teilqualifikationen durch Jugendliche eine bessere Chance auf Beschäftigung als durch das „Parken in Warte- schleifen“, und deshalb halten wir es für unverantwortlich, dass Landtag und Landes- regierung – wie der Bericht dokumentiert - viel Geld in Maßnahmen, aber nicht zielge- richtet in die Zukunft der jungen Leute investiert. ***