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Kreisreform: ein Spiel für schwarze, rote und grüne Sandkastenstrategen
Pressemitteilung Nr. 128/2007 Kiel, den 3.09.2007 Pressesprecher Lars Erik Bethge, Tel. 0431-988 1383Kreisgebietsreform:Ein Spiel für schwarze, rote und grüne SandkastenstrategenZu den heute veröffentlichten Gutachten der Landesregierung zu denAuswirkungen einer möglichen Kreisgebietsreform in Schleswig-Hol-stein erklärt die Vorsitzende des SSW im Landtag, Anke Spoorendonk:"Wenn es nur um das Geld ginge, wäre ein einziger Kreis Schleswig-Holstein die billigste Lösung. Bei einer Kreisreform geht es aber auchum demokratische Mitsprache und um einen guten, dezentralenService für Bürger und Unternehmen. Deshalb muss ein Kompromisszwischen den verschiedenen Belangen gefunden werden. Das bishervon Innenminister Stegner geplante Modell mit vier Mega-Kreisen inSchleswig-Holstein sollte jetzt endlich vom Tisch genommen werden,denn es hat mit bürgernaher Demokratie und bürgernaher Verwal- 2tung nichts zu tun und ist unrealistisch. Dies wird durch mehrere derGutachten bestätigt. Realistische und pragmatische Lösungen, wiedie von Prof. Hesse vorgeschlagene längerfristige Fusion zweierKreise und die Einkreisung der kreisfreien Städte Flensburg undNeumünster, haben aber durchaus eine Chance verdient.Vieles wird davon abhängen, wie die Landesregierung solche Verän-derungen kommuniziert. Wenn Innenminister Stegner weiterhinnach Gutsherrenart die Kreisgrenzen neu zieht, ohne Bevölkerung,Kommunalpolitiker und Verwaltungen mitzunehmen, ist ein solchesVorhaben zum scheitern verurteilt. Eine Kreisreform kann und darfnur mit Zustimmung der Kreise durchgeführt werden.Letztlich wird eine Kreisreform allein aber nicht die Probleme derkommunalen Ebene lösen können. Solange wir in Schleswig-Holsteinüber 1100 Gemeinden haben, bringen uns ein paar Kreise wenigerauch nicht entscheidend voran, denn eine Struktur mit riesigenKreisen und winzigen Kommunen hängt schlichtweg nichtzusammen.Eine solide Reform der kommunalen Ebene wird es erst geben kön-nen, wenn die vielen Kleinstgemeinden sich zusammenschließen undendlich geklärt wird, welche Aufgaben die Gemeinden, die Kreise unddas Land zukünftig für die Bürger wahrnehmen sollen. So lange dieLandesregierung keine konkreten Vorschläge zur künftigen Aufga-benverteilung machen kann, bleibt die Gebietsreform ein Spiel fürschwarze, rote und grüne Sandkastenstrategen.“