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Heiner Garg: "Gesunde Ernährung ist eine Aufgabe nicht nur für Kindergarten und Schule, sondern für uns alle."
FDP Landtagsfraktion Schleswig-HolsteinPresseinformation Wolfgang Kubicki, MdL Nr. 270/2007 Vorsitzender Dr. Heiner Garg, MdL Stellvertretender Vorsitzender Kiel, Freitag, den14. September 2007 Dr. Ekkehard Klug, MdL Parlamentarischer Geschäftsführer Sperrfrist: Redebeginn Günther Hildebrand, MdLEs gilt das gesprochene Wort!Gesundheit/ErnährungHeiner Garg: „Gesunde Ernährung ist eine Aufgabe nicht nur für Kindergarten und Schule, sondern für uns alle.“ In seinem Redebeitrag zu TOP 18 (Gesunde Ernährung in Kindertagesstätten und Schulen) sagte der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Dr. Heiner Garg:„Für alle Menschen, aber insbesondere für Kinder und Jugendliche, ist eine vollwertige und schmackhafte Ernährung enorm wichtig.Denn gerade in diesem Lebensabschnitt ist der Nährstoffbedarf aufgrund von Wachstum und Entwicklung besonders hoch.Kinder müssen im Kindergarten und in der Schule viel leisten, und dazu brauchen sie eine optimale Versorgung mit Nährstoffen und viel Bewegung. Kinder, die schlecht ernährt sind und die sich zu wenig bewegen, haben schlechtere Chancen, die geforderten Leistungen zu erbringen.Die überflüssigen Pfunde auf kindlichen Hüften und Gelenken verursachen aber auch oftmals fatale Spätfolgen wie Diabetes, Bluthochdruck, Gallensteine, Plattfüße und Gelenkschäden.Die mittelbaren Folgekosten für das deutsche Gesundheitssystem werden inzwischen auf 12 Mrd. Euro geschätzt.Während man bei Erwachsenen allerdings davon ausgehen kann, dass durch Vorsorge kein Effekt mehr erzielt wird, so sind Kinder noch eher beeinflussbar.Von daher habe ich mich gefreut, dass die Grünen das Thema gesunde Ernährung in Kindertagesstätten und Schulen heute aufgegriffen haben, flankiert von den regierungstragenden Fraktionen, denn es ist ein Thema, das uns alle angeht. Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, 1 Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/ Allerdings hätte ich mir auch gewünscht, dass die Grünen mit der gleichen Leidenschaft und dem gleichen Eifer, mit dem sie Schulen und Kindertagesstätten in die Pflicht nehmen wollen, Verbote aufstellen und Vorgaben machen wollen, - dass sie mit der gleichen Leidenschaft uns alle, die Gesellschaft, die Eltern mit ins Boot geholt hätten.Denn natürlich ist gesunde Ernährung Bildungssache. Aber diese „Bildung“ fängt zu Hause an und sie spiegelt sich auch darin wider, wie jeder von uns mit „Essen“ umgeht.Es reicht gerade nicht, dass die Kinder im Kindergarten oder in der Schule gutes Essen verabreicht bekommen, sondern sie müssen an einen vernünftigen Umgang mit Essen herangeführt und für das Thema begeistert werden.Und offenbar reicht es auch nicht, dass „Ernährung“ bereits heute Thema in vielen Kindergärten ist und auch schon in den Lehrplänen der Grundschulen enthalten ist. Umfragen zeigen, dass die Mehrzahl der Kinder und Jugendlichen sehr wohl weiß, was gesunde Ernährung ist – nur sie praktizieren sie nicht.80 % nennen Obst als gesunde Ernährung, aber nur die Hälfte von ihnen essen auch täglich einen Apfel oder ähnliches – und das nicht aus Kostengründen! Warum also ernähren sich Kinder und ernähren sich offenbar Schüler lieber ungesund?Weil Essen nicht nur Nahrungsaufnahme ist sondern auch mit Psychologie zusammenhängt. Weil Essen auch Ausdruck ist von Identität und Kreativität. Wer da mit erhobenem Zeigefinger kommt, mit optimalen Ernährungsplänen und Verboten, wer Essen mit Zwang in Verbindung bringt, der hat eigentlich schon verloren.Solange Chips cool und Äpfel uncool sind, solange „coffee-to-go“ in ist und statt gemeinsamer Mahlzeiten das Essen vor dem Fernseher „eingeworfen“ wird, solange haben wir alle die Aufgabe, die Kultur des Essens (wieder) verstehen zu lernen.Weil wir sie nur dann beeinflussen können. Und zwar gemeinsam mit den Kindern und Schülern - nicht verordnet sondern partnerschaftlich. Warum treffen wir uns denn so gerne zum Brunchen oder zum Picknick, warum ist eine Einladung zum Essen immer noch etwas Besonderes? Weil wir gerne gemeinsam, in netter Atmosphäre und bei guten Gesprächen essen. Weil es dann „besser schmeckt“, wie wir sagen. Und genau das ist eine Frage der Psychologie.Ein anderer Aspekt ist: Psychologie ist darüber hinaus relevant, wenn es um die Themen Scham, Sucht und Essstörung geht. Auch hier lässt sich eine extreme Abhängigkeit von den jeweils vorherrschenden gesellschaftlichen Normen feststellen.Wenn uns heute die Medien weismachen, „nur der Dünne hat Erfolg“, dann nehmen in der Folge die Kinder Essen oftmals negativ wahr und geraten womöglich in eine Abwärtsspirale, weil in diesem System eben nicht lustvoll in Gemeinschaft gegessen wird, sondern schambesetzt, versteckt, alleine, außerhalb der Mahlzeiten. In diesen Fällen reicht ein gesunder Ernährungsplan erst recht nicht aus.Was können wir also machen?Ich bin davon überzeugt, dass wir ein ganzheitliches Paket schnüren müssen, das sowohl ernährungswissenschaftliche, ökonomische aber auch - ich nenne es mal: - „Ess-kulturelle“ Ansätze gemeinsam berücksichtigt.Dieses Paket muss umsetzbar sein, es muss von den Kindern akzeptiert werden – weil es auch ihr aktuelles Werteverständnis berücksichtigt, es muss Spaß bringen und es muss dann auch umgesetzt werden. So gesehen ist gesunde Ernährung eine Aufgabe nicht nur für Kindergarten und Schule, sondern für uns alle.“ Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, 2 Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/