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Ekkehard Klug: "Zwischen einzelnen Grundschulen besteht ein erhebliches Gefälle"
FDP Landtagsfraktion Schleswig-HolsteinPresseinformation Wolfgang Kubicki, MdL Nr. 274/2007 Vorsitzender Dr. Heiner Garg, MdL Stellvertretender Vorsitzender Kiel, Freitag, 14. September 2007 Dr. Ekkehard Klug, MdL Parlamentarischer Geschäftsführer Sperrfrist: Redebeginn Günther Hildebrand, MdLEs gilt das gesprochene Wort!Bildungspolitik/Eingangsphase der GrundschuleEkkehard Klug: „Zwischen einzelnen Grundschulen besteht ein erhebliches Gefälle“ In der Landtagsdebatte zu TOP 41 (Bericht zur Eingangsphase der Grundschule) erklärte der bildungspolitische Sprecher der FDP- Landtagsfraktion, Dr. Ekkehard Klug u.a.:„Der vorliegende Bericht ist aus Sicht der FDP unbefriedigend. So wird zum Beispiel die in dem vom Landtag beschlossenen Berichtsauftrag gestellte Frage, wie sich die unterschiedlichen Möglichkeiten zur Gestaltung der Eingangsphase auf das Erreichen der Bildungsziele der Grundschule auswirkt, nicht beantwortet.Das Bildungsministerium neigt dazu, ein eher idyllisches Bild von der Schulwirklichkeit in der Grundschule zu zeichnen.Tatsächlich ist die Situation vielerorts ähnlich derjenigen, wie sie die Wochenzeitung DIE ZEIT im Februar in einer viel beachteten Artikelserie dargestellt hat. Unter der Überschrift „Die neuen Klassenunterschiede“ stellte der Autor Jörg Lau fest: Das Gefälle zwischen den einzelnen Grundschulen nimmt in Deutschland zu.Dafür gibt es mehrere Gründe. Der Anspruch der Grundschule, eine gemeinsame Schule für alle Kinder zu sein - auch der Bericht der Landesregierung hebt dies eingangs hervor - stimmt mit der Schulwirklichkeit überhaupt nicht überein. Die innerstädtische Grundschule, die in einem sozialen Brennpunktbereich liegt, hat schon von Anfang an völlig andere Rahmenbedingungen als die Grundschule im Vorort, wo die Kinder nahezu ausnahmslos aus Familien mit höherer Bildung und gehobenen Einkommensverhältnissen kommen. Die Wahl der Grundschule, verbunden oft mit der Wahl des Wohnsitzes, entscheidet vielfach über die tatsächlich zu realisierenden Bildungschancen. Wo, wie vor allem städtischen Bereich, solche Alternativen verfügbar sind, werden sie auch konsequent wahrgenommen.Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, 1 Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/ Der zweite wesentliche Faktor ist die Art und Weise, wie die jeweilige Schule an ihre Aufgabe herangeht. Wenn eine Taxi-Pädagogik nach dem Motto betrieben wird, man müsse die Kinder da abholen, wo sie stehen, und wenn dies nicht zugleich mit konsequenten Anstrengungen verbunden wird, die Bildungsziele mit intensiver Förderung zu erreichen, dann fällt das Ergebnis im schlimmsten Falle katastrophal aus.Wenn Schulen zum Beispiel die Praxis pflegen, Rechtschreibfehler erst vom 4. Grundschuljahr an zu korrigieren - d.h. nach einem falschen Verständnis von kindgerechter Schule (vorher) möglichst keine Anforderungen stellen - , dann bleiben vor allem jene Kinder im Abseits, bei denen die Eltern nicht in der Lage sind, die Versäumnisse der Schule auszugleichen. Der andere Teil der Eltern sitzt am Nachmittag mit den Kindern zuhause und übt Lesen, Schreiben und Rechnen. Oder man heuert schon in der Grundschulzeit Nachhilfelehrer an, die diesen Part übernehmen. Kinder aus bildungsfernen Schichten erhalten diese Chance nicht.Deshalb sind gerade Schulen, die eine fehlgeleitete Kuschelpädagogik praktizieren, für sozial benachteiligte Schülerinnen und Schüler der Anfang von einer am Ende oft ohne die sonst möglichen Erfolge abgeschlossenen Schullaufbahn.Wenn z.B. in einer Grundschule die Kinder zu Beginn der 2. Klasse bereits fließend lesen können, während eine andere Schule - bei durchaus vergleichbarem Einzugsbereich - noch nicht einmal das Alphabet vollständig durchgenommen worden ist, dann wird das teils enorme Gefälle zwischen den Grundschulen deutlich.Im Übrigen spricht sich unter den Eltern bereits in der Zeit, in der die Kinder noch den Kindergarten besuchen, bald herum, welche Erfahrungen andere Eltern mit den jeweils vor Ort vorhandenen Grundschulen gemacht haben.Ich habe jedoch nicht den Eindruck, dass auch die Schulaufsicht die tatsächlichen vorhandenen Unterschiede und Probleme wahrnimmt und entschlossen darauf hinarbeitet, sie zumindest zu verringern!“Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, 2 Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/