Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.

Datenschutzerklärung

10.10.07 , 12:14 Uhr
SPD

Ulrike Rodust zu TOP 33: Die Gründung der Stiftung für die Landesmuseen war zukunftsweisend

Presseinformation der SPD-Landtagsfraktion

Kiel, 10.10.2007 Landtag Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: Redebeginn aktuell
TOP 33 – Bericht für 2006 über die Errichtung der „Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmu- seen Schloss Gottorf“ (Drucksache 16/1554)

Ulrike Rodust:

Die Gründung der Stiftung für die Landesmuseen war zukunftsweisend

Zwei Dinge sind für mich an diesem Bericht besonders erfreulich: Zum einen erreichte uns der Bericht über das Geschäftsjahr 2006 bereits mit Datum vom 30. August, was ein deutlicher Fortschritt ist. Den Bericht für 2005 hatten wir erst Anfang Dezember 2006 auf dem Tisch, den für 2004 sogar erst im Februar 2006.

Mir ist natürlich klar, dass sich Museumsleiter lieber um ihre kreativen als um ihre ver- waltenden Aufgaben kümmern, aber der Haushaltsgeber, der der Stiftung u.a. einen jährlichen Zuschuss von knapp 6 Mio. € zukommen lässt, was deutlich mehr als die Hälfte der Gesamteinnahmen ausmacht, muss natürlich nachvollziehen können, was mit dieser Summe geschieht.

Der zweite äußerst erfreuliche Aspekt ist die Entwicklung der Besucherzahlen. Im Jahr 2000 hatten knapp 303.000 Menschen eines der Museen aus dem Bereich der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen besucht, im Jahr 2003 waren es nur noch 267.000 – und dies obwohl im Jahr 2002 das Jüdische Museum Rendsburg in die Stiftung aufgenommen worden war. Im Jahr 2005 war der Level von 2000 wieder erreicht, und im Jahr 2006 haben wir einen sehr bemerkenswerten Zuwachs auf 333.000, das entspricht einer Zunahme von 9,7 %.



Herausgeber: Landeshaus SPD-Landtagsfraktion Postfach 7121, 24171 Kiel Verantwortlich: Tel: 0431/ 988-1305/1307 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Petra Bräutigam Fax: 0431/ 988-1308 Internet: www.spd.ltsh.de -2-



Davon profitieren fast alle Mitgliedsmuseen der Stiftung, sogar unser altes Sorgenkind, das Volkskundemuseum auf dem Hesterberg. Seine Besucherzahlen hatten sich von 1999 bis 2004 beinahe halbiert und haben sich jetzt wieder auf den Stand von 2000 erholt. Der Bericht des Stiftungsrates führt dies sicher zu Recht auf die neue Leitung und ihr neues Ausstellungs- und Veranstaltungskonzept zurück.

Sorgen muss uns allerdings das Jüdische Museum in Rendsburg machen. Seit sei- nem Eintritt in die Stiftung 2002 schwankten die Besucherzahlen und haben 2005 mit knapp 8.000 einen Höchststand erreicht, der im abgelaufenen Jahr auf nur noch knapp 5.000 kollabierte. Der Bericht spricht von einer „Hemmschwelle zum Besuch der einzi- gen erhaltenen schleswig-holsteinischen Synagoge“ und stellt mit Bedauern fest, dass die Versuche, durch Sonderausstellungen sowohl die Verfolgung der Juden als auch der Nazigegner zu thematisieren, ebenso wenig erfolgreich war wie Sonderausstellun- gen. Ich rege in diesem Zusammenhang an, dass der Bildungsausschuss, der bereits mehrere Tagungen in Gottorf absolviert hat, auch nach Rendsburg fährt, um mit der dortigen Museumsleitung ein Informationsgespräch zu führen.

Zu Recht verweist der Bericht darauf, dass der Besuch von Freilichtmuseen und von Ausstellungen in Gebäuden von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird, für die der Stiftungsvorstand nur mit Einschränkungen verantwortlich gemacht werden kann. Das gilt besonders für die Witterungslagen, wobei der Sommer 2006 nicht sehr motivierend dafür war, Stunden über Stunden in Ausstellungsräumen zu verbringen. Wir dürfen hier gespannt sein, wie sich der klimatisch eher zweitklassige Verlauf des Jahres 2007 ausgewirkt hat.

Die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen ist und bleibt selbstverständlich von einem hohen Landeszuschuss abhängig. Daran ändert auch die erfreuliche Ent- wicklung der Besucherzahlen und damit der Einnahmen durch Eintrittsgelder nichts. Der bereits erwähnte Landeszuschuss von knapp 6 Mio. € ist ja auch nicht der einzige -3-



Beitrag der Öffentlichen Hände; Drittmittel kommen aus dem Europäischen Sozial- fonds und von der aus öffentlichen Mitteln finanzierten DFG und anderen Forschungs- projekten, die zusammen über 414.000 Euro beisteuern. Der Schleswig-Holstein- Fonds hat sowohl für die Gartenanlage Gottorf als auch für die Neugestaltung des Wi- kinger Museums Haithabu ca. 1,2 Mio. € im Haushaltsjahr 2006 zugesteuert, und das Regionalprogramm 2000 war mit weiteren 550.000 € für die Projekte Wikingerhäuser Haithabu und Schlosserlebnis dabei.

Zusammenfassend möchte ich darauf hinweisen, dass die Idee der rot-grünen Lan- desregierung, die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen zu gründen, zukunftsweisend war.

Ich warne davor, die Eigeneinnahmen durch ein Drehen an der Stellschraube der Ein- trittspreise nach oben ziehen zu wollen. Die Kaufkraft der Haushalte stagniert seit lan- gem auf dem Level von 1990, und überzogene Eintrittsgelder führen gerade bei Fami- lien immer häufiger zu der ökonomischen Entscheidung, von einem finanziell aufwen- digen Besuch von Museen, Zoologischen Gärten, Science Centern und anderen Ab- stand zu nehmen.

Wir sollten den Bericht abschließend im Bildungsausschuss erörtern.

Download PDF

Pressefilter

Zurücksetzen