Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.
Monika Heinold zu Familienzentren
Fraktion im Landtag PRESSEDIENST Schleswig-Holstein Pressesprecherin Es gilt das gesprochene Wort! Claudia Jacob Landeshaus TOP 30 – Familienzentren Düsternbrooker Weg 70 24105 KielDazu sagt die kinderpolitische Sprecherin Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Telefax: 0431/988-1501 Mobil: 0172/541 83 53 Monika Heinold: E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Internet: www.sh.gruene-fraktion.de Nr. 430.07 / 11.10.2007Familienzentren – eine Investition in die ZukunftWenn wir über Familienpolitik diskutieren, muss es um die Frage gehen, wie wir Eltern und Kindern die beste Unterstützung geben können. Wie wir diejenigen erreichen können, die bislang keine Hilfsangebote in Anspruch nehmen – obwohl sie diese bräuchten. Und wie wir denjenigen, die Hilfsangebote annehmen, helfen können, Hilfe möglichst aus einer Hand zu erhalten. Hierfür ist die Weiterentwicklung von Kindertagesstätten zu Familien- zentren eine große Chance.Wer den Alltag von Kindertagesstätten kennt, weiß, dass sie ein Ort sind, dem Kinder und Eltern vertrauen. Sie sind selbstverständlicher Lebensmittelpunkt der Kinder, Anlaufstelle und Entlastung für Mütter und Väter. Sie bieten die Möglichkeit, andere Eltern kennen zu lernen und mit dem pädagogischen Personal Erziehungsfragen zu besprechen. Kinderta- gesstätten erreichen fast alle Eltern. Zirka 90 Prozent aller Kinder besuchen die Kinderta- gesstätte, so der neue Kinder- und Jugendbericht. Kindertagesstätten sind also ein guter Ort, um Hilfsangebote niedrigschwellig zu bündeln.Viele Kindertagesstätten wollen mehr sein, als ein Ort für Kinder weil sie merken, dass El- tern mehr brauchen als eine „Betreuungseinrichtung“ für ihr Kind. Und haben Kindertages- stätten erst einmal damit begonnen, ihre Türen und Fenster weit auf zu machen - sich also für die ganze Familien zu öffnen - so stellen sie schnell fest, dass der Bedarf der Eltern für Hilfe aus einer Hand enorm groß ist. Wenn die Türen offen stehen, im Wortsinn und im übertragenen Sinn, suchen Eltern das Gespräch und oft genug auch konkrete Hilfe in schwierigen Lebenslagen. Ob Klönecke oder Kochkurs, ob Erziehungsberatung oder Sprachtherapie – wenn Kindertagesstätten diese Angebote vorhalten, werden sie gerne angenommen.1/2 Doch für die Umsetzung von kreativen Ideen und vernetzten Angeboten braucht es neben der vorhandenen Kompetenz vor allem Arbeitszeit, um diese neuen Konzepte auch um- setzen zu können. Das war eines der zentralen Ergebnisse unserer Anhörung im Sozial- und Bildungsausschuss. Die Kindertagesstätten wollen sich weiter entwickeln, und alle, die sich bereits auf dem Weg hin zu Familienzentren gemacht haben, berichten, dass sie dafür mehr Unterstützung brauchen als für den Normalbetrieb einer Kindertagesstätte.Deshalb greift der Antrag von CDU und SPD zu kurz und geht am eigentlich Notwendigen vorbei. Es reicht nicht aus, Familienzentren durch Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen, sondern wir brauchen ein landesweites Konzept mit unterschiedlichen Bausteinen für die Regionen. Nordrhein-Westfalen hat gezeigt, welche Dynamik entsteht, wenn sich die Lan- desregierung um eine Weiterentwicklung der Kindertagesstätten kümmert! Wir bedauern es, dass sich CDU und SPD im Schleswig-Holsteinischen Landtag dazu nicht haben durchringen können – trotz Fachanhörung, die das Anliegen unseres Antrages voll unter- stützt hat.Ich möchte noch einmal betonen, dass unser Antrag nicht automatisch zu Mehrausgaben geführt hätte. Er hätte dazu führen sollen, erst einmal bestehende Maßnahmen zu über- prüfen, mit dem Ziel, sie zu bündeln und Synergieeffekte zu erzielen. Land, Kreise und Kommunen halten bereits eine Vielzahl von Unerstützungsangeboten vor. Von der Erzie- hungsberatung bis zum Jugendamt, von der Familienbildung bis zur Frühförderung. Ziel unseres Antrages war es, ein Konzept zu entwickeln, um Hilfsangebote zu bündeln und niedrigschwellig anzubieten. Gerade Eltern, die sich in diesem vielfältigen Hilfesystem nicht zurechtfinden, oder die nicht die Kraft haben, sich Hilfe zu organisieren, brauchen Hilfsangebote unter einem Dach!Ich bedauere, dass die Landesregierung nicht bereit ist, hier weitere Schritte zu gehen. ***