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Lars Harms zu TOP 36 - Langfristige Umstellung auf erneuerbare Energien
Presseinformation Kiel, den 12.10.2007 Es gilt das gesprochene WortLars HarmsTOP 36 Initiativen zur Änderung planungsrechtlicher und gesetzlicher Grundlagen sowie der Fördermaßnahmen zum Zwecke der langfristigen Umstellung auf Erneuerbare Energien Drs. 16/1624An dem heute uns vorliegenden Bericht kann man deutlich sehen, dass die Landesregierungimmer noch kein tragfähiges Konzept hat, wie die erneuerbaren Energien vorangebracht werdensollen. Wahrscheinlich fehlt der Landesregierung der wirkliche Wille hierzu. Auf jeden Fall fehlenim Bericht Aussagen zu den wichtigsten Themen, die wir im Energiesektor haben.So wird gleich am Anfang des Berichtes gesagt, dass der neue Landesentwicklungsplan für neuePlanungsgrundlagen bei der Windenergienutzung sorgen soll. Welche neuen Grundlagen das seinsollen, wird aber nicht verraten. Bisher war es die Absicht der Landesregierung, die Planung derWindenergie auf die kommunale Ebene, sprich die Kreise, zu verlagern. Unter welchenBedingungen dies geschehen soll; darüber schweigt sich der Bericht aus. Wir als SSW haben schonvor kurzem in einem Antrag deutlich gemacht, dass erst einmal die seinerzeit schon als tauglichbefundenen Eignungsflächen, die von den Kommunen nicht angenommen wurden, aktiviertwerden müssten. Es müsste den Kommunen erlaubt werden, diese Flächen nachträglich 2nachzumelden, damit ohne große Planungsverzögerungen schnell neue Flächen gewonnenwerden können. Außerdem haben die Verbände der Windenergie und die Betreiber angeregt, dieAbstandsregelungen neu zu fassen. Von alledem kein Wort in dem Bericht. Entweder will manhier nichts weiterentwickeln oder aber man will bewusst eine Branche aus ideologischen Gründenin der Entwicklung einschränken.Aber eine solche Debatte steht und fällt natürlich mit der Netzanbindung. Es ist zwar löblich, dasssich die Landesregierung für eine höhere Vergütung für Windenergienutzung einsetzen will. DasGanze macht aber nur dann Sinn, wenn man diese gewonnene Energie auch ableiten kann.Hierfür müssen insbesondere die planungsrechtlichen Grundlagen auf Bundesebene dahingehendgeändert werden, dass endlich wirklich eine Pflicht zur Bereitstellung von Leitungskapazitätendurch die Energiegesellschaften festgelegt wird. Und gleichzeitig muss auch klar gelegt werden,dass Erdkabel als langfristig preiswertere und Natur schonende Variante, eine entsprechendePriorität im Gesetz bekommen. Eine Situation wie jetzt, wo ein Energieversorger blockieren kannund wo man aufgrund von Rechtsstreitigkeiten mit jahrelangen Verfahren rechnen muss, ist nichtzu akzeptieren. Aber auch hierzu kein Wort in dem Bericht.Ebenfalls nichts hört man zur Solarenergie. Zwar sprießen die Anlagen wie Pilze aus dem Boden –und damit meine ich nicht die auf den Hausdächern, sondern die Solarparks – und trotzdem keinWort zu den diesbezüglichen möglichen planungsrechtlichen Grundlagen. Und auch dieBiogasanlagen tauchen im Bericht nur kurz im planungsrechtlichen Teil auf. Biogas soll demnachauch ins Erdgasnetz eingespeist werden. Das ist zwar gut so, aber eigentlich nicht Kern derFragestellung. Vielmehr dreht sich die Fragestellung um die Auswirkungen von Biogasanlagen aufNatur und Umwelt und um ihre Auswirkungen auf den Menschen. Damit verbunden ist dieAkzeptanz dieser Anlagen in den Regionen und bei den Menschen. Wer hier keine ordentlichePlanung durchführt, gefährdet genau diese Akzeptanz und damit die wirtschaftliche Entwicklungin diesem Zweig. Deshalb ist es sowohl für die Solarenergie als auch für Biogasanlagen dringendnotwendig, dass wir eine landesweite Planung entsprechend der Windeignungsplanung 3bekommen. Hier müssten genaue Planungsräume festgelegt werden, in denen sich dieseEnergieformen entwickeln können und gleichzeitig müssen diese aber auch dort begrenztwerden, wo sie aufgrund der Konkurrenzsituation untereinander oder aufgrund vonnaturschutzfachlichen Bedenken nicht erwünscht sind. Von solchen Planungen sind wir aber nochweit entfernt. Auch hier hat die Landesregierung kein Konzept.Kommen wir nun abschließend zu den Förderbedingungen. Die Förderquellen sind hinreichendbekannt und deshalb ist es auch in Ordnung so, dass man die einzelnen Töpfe nur nennt und nichttiefer in das Thema einsteigt. Was aber fehlt, sind die direkt zu fördernden Projekte. Wir wissen,was alles in der letzten Zeit nicht gefördert wurde. Wir wissen aber nicht, wie es in Zukunft weitergehen soll. So wissen wir, dass Husum seinen Offshore-Hafen nicht bekommt. Wir wissen abernicht, wer dann die Versorgung auf See übernehmen soll. Gibt es Absprachen mit Dänemark imRahmen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit oder mit Niedersachsen und Bremen? Odersoll doch Brunsbüttel hier einspringen? Niemand weiß was Genaues und die Landesregierungwohl am allerwenigsten. Und wo wir gerade in Husum sind: Es soll eine mündliche Zusage desWirtschaftsministers geben, dass das Land den Ausbau der Messehalle in Husum zu 80% fördernwird. Allerdings gibt es noch keine schriftliche Zusage. Wann wird Husum diese bekommen undwie wird die Messehalle nun wirklich gefördert. Auch hier bisher Funkstille im Bericht.