Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.
Lars Harms zu TOP 21 - RAPEX - Verbraucherschutz durch Schnellinformationssystem
Presseinformation Kiel, den 21.11.2007 Es gilt das gesprochene WortLars HarmsTOP 41 RAPEX – Verbraucherschutz durch Schnellinformationssystem Drs. 16/1623Der Verbraucherschutz zählt zu den wichtigsten Aufgaben der EU und wir haben hohe Standardsfür Gesundheit und Sicherheit der Verbraucher. Um Gesundheit und Sicherheit auch best möglichgewährleisten zu können, gibt es dafür sektorale Rechtsvorschriften. Dort werden die Grenzwertefür Produkte festgeschrieben. Damit diese Grenzwerte auch eingehalten werden können, bedarfes aber leider immer wieder Kontrollen. Eines dieser Kontrollsysteme ist das RAPEX. Aber über dieKontrollfunktion kommt dem RAPEX insbesondere die Aufgabe der Verbraucherinformation zu.Aus dem Bericht der Landesregierung geht hervor, dass RAPEX ein europaweit einheitlichbetriebenes Informationssystem ist, das die Aufgabe hat, für einen schnellen Informations-austausch zwischen den zuständigen Behörden in allen Mitgliedsstaaten zu sorgen. Hierbei gehtes darum, dass vor gefährlichen Produkten gewarnt wird, damit diese entsprechend vom Marktgenommen werden. Es gilt für alle Konsumgüter, mit Ausnahme von Lebensmitteln undMedikamenten. 2Der Bericht macht deutlich, dass im Jahr 2006 insgesamt 1.051 Meldungen gemacht wurden, diesich auf Spielwaren, Elektrogeräte, Kraftfahrzeuge, Beleuchtungsgeräte und Kosmetika bezogen.Auffallend und problematisch ist hierbei, dass nahezu die Hälfte der aufgelisteten Produkte ausChina stammt und dass fast 20 % der Produkte aus einen unbekannten Herkunftsland kommen.Dass immer mehr gefährliche Produkte aus Fernost kommen, ist angesichts des zunehmendenImports aus Fernost nicht verwunderlich und Europa ist einer der größten Handelspartner derVolksrepublik. Doch dort scheint man sich aber der Problematik langsam bewusst zu werden.Denn erst im September wurde eine „Roadmap for safer toys“ zwischen China und der EUvereinbart, wo es darum geht, die Qualitätskontrollen bei der Spielzeugproduktion zu verbessern.Seitdem schicken europäische Behörden und Unternehmen Experten nach Fernost, um in denFabriken westliche Standards zu installieren und bei Herstellern mehr Qualitätsbewusstsein zuwecken. Ich denke dieser Ansatz ist gut und richtig. Es bleibt aber abzuwarten, wann sich diesdann auch in der Zahl gefährlicher Produkte niederschlägt.Grundsätzlich sollte aber gelten, dass alles, was auf den Markt kommt, erst auf seineProduktsicherheit hin getestet wird.Ein weitaus größeres Problem, auf das der Bericht aufmerksam macht, ist die die Tatsache, dassder Informationsaustausch doch nicht so schnell verläuft, wie es gewünscht wird. Denn durch dieaufwendigen Verwaltungs- und Prüfverfahren verrinnt wichtige Zeit, so dass gesicherteErkenntnisse über gefährliche Produkte häufig erst dann zur Verfügung stehen, wenn diesebereits abverkauft und somit nicht mehr auffindbar sind. Auch Rückrufaktionen haben bisherkeinen Erfolg gezeigt. Was einmal vom Markt ist, ist scheinbar nicht mehr auffindbar. Das kannuns nicht zufrieden stellen.Das bisherige Konzept zu überarbeiten und mittels Bündelung der Fachkompetenz eineHerbeiführung von Synergieeffekten, scheint aus meiner Sicht ein guter Lösungsansatz zu sein.Ebenso sehen wir in der Bildung von Netzwerken von entsprechenden Institutionen eine 3Möglichkeit, den Informationsfluss zu verbessern. Denn darum muss es gehen: der Verbrauchermuss sich beim Kauf von Produkten sicher sein, dass er nichts mit nach Haus nimmt, was seineGesundheit oder Sicherheit beeinträchtigt. Inwieweit das neue Konzept greifen wird, wird sichnoch herausstellen.Aber ich glaube nicht, dass es einfach wird. Denn wenn wir bedenken, wie viele neue Produktetagtäglich auf den Markt geworfen werden - gerade im Niedrigpreisbereich – wird es mit derÜberwachung schwer werden. Natürlich sind Umstrukturierungen und Netzwerke durchausInstrumente, die ihre Berechtigung haben und Verbesserungen herbeiführen können, aberletztendlich sind es Menschen, die die Produkte auf Qualität und Sicherheit prüfen.Dass es für den Verbraucher aber keine 100% Sicherheit von behördlicher Seite geben kann, istklar. Auf der anderen Seite hat der Verbraucher auch die Pflicht, Produkte, die er erwirbt, zuhinterfragen. Doch wir wissen, dass dies nicht immer einfach ist. Häufig fehlen hierentsprechende Qualitätsmerkmale und Gütesiegel, die dem Verbraucher bei seiner Wahl helfen.Sich im Dschungel der Qualitäts- und Gütesiegel zurechtzufinden ist auch nicht immer ganzeinfach. Hier sollte es eine Vereinfachung geben. Ein Siegel für Qualitäts- und Gütesiegel solltenwir jedoch nicht anstreben.