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22.11.07 , 10:28 Uhr
B 90/Grüne

Angelika Birk zum Religionsunterricht an schleswig-holsteinischen Schulen

PRESSEDIENST Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein Pressesprecherin Es gilt das gesprochene Wort! Claudia Jacob Landeshaus TOP 19 – Religionsunterricht an den Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel schleswig-holsteinischen Schulen Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 Dazu sagt die bildungspolitische Sprecherin Telefax: 0431/988-1501 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Mobil: 0172/541 83 53 E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Angelika Birk: Internet: www.sh.gruene-fraktion.de

Nr. 476.07 / 22.11.2007
Glaubensfreiheit braucht bekenntnisfreien Religionsunterricht
Wie groß ist der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die überhaupt keinen Religionsun- terricht erhalten – und zwar unabhängig davon, ob sie aus ihrem Elternhaus evangelisch, katholisch, muslimisch oder atheistisch geprägt sind? Diese Zahl ist offenbar nicht ermit- telbar. Allerdings klagen Religionslehrkräfte, dass sich mancherorts ganze Jahrgänge vom Religionsunterricht abmelden. Deswegen treten die Grünen für ein verpflichtendes Fach „Religion und Ethik“ ein, dass natürlich dann kein Bekenntnisunterricht sein kann.
Eine Debatte um den Religionsunterricht in Schleswig-Holstein sollte unter der Fragestel- lung geführt werden: wie gewährleisten wir eine angemessene religiöse Grundbildung in den Schulen? Ein sinnvolles Gesamtkonzept für den Religionsunterricht können wir aber nur dann entwerfen, wenn wir vorher die Frage klären, was das Ziel und der Zweck von Religionsunterricht ist.
Religionsunterricht ist kein Selbstzweck. Er ist mehr als die gehorsame landesrechtliche Erfüllung eines grundgesetzlichen Auftrags. Religionsunterricht darf auch nicht dazu be- nutzt werden, Kinder an das religiöse Erbe ihrer Eltern zu binden, oder sie überhaupt für ihr Leben endgültig religiös zu prägen.
Um Erfahrungen und Kenntnisse in religiösen Themen zu vermitteln, müssen wir hin zu einem überkonfessionellen, verpflichtenden Religionsunterricht. Der konfessionsgebun- dene und damit freiwillige Religionsunterricht kann dies nicht sicherstellen.
Zum Schluss möchte ich Enja Riegel zitieren, die Rektorin der laut PISA besten deut- schen Schule. Sie hat zu diesem Thema geschrieben: „Es gibt Fragen, die einen umtrei- ben und vielleicht verstören, auf die es, anders als fast sonst immer in der Schule, keine richtigen oder falschen Antworten gibt. Aber es gibt dennoch Antworten. Antworten, bei denen die Wahrheit eine subjektive Seite hat.“
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