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22.11.07 , 11:56 Uhr
SPD

Siegrid Tenor-Alschausky zu TOP 27: Klare Kennzeichnungen bei Lebensmitteln sind überfällig

Presseinformation der SPD-Landtagsfraktion

Kiel, 22.11.2007 Landtag Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: Redebeginn aktuell
TOP 27: Verbindliche Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln (Drucksache 16/1698)

Siegrid Tenor-Alschausky:

Klare Kennzeichnungen bei Lebensmitteln sind überfällig

Ich muss bekennen: Beim ersten Lesen des SSW-Antrags empfand ich große Sympa- thie für den vorgeschlagenen Weg der Lebensmittelkennzeichnung. Wer wünschte sich nicht, dass Lebensmittel so gekennzeichnet werden, dass die wesentlichen Pro- duktinformationen rasch zu erfassen sind. Denn vielfach sind Angaben zu Nähr- wert, Brennwert, Inhaltsstoffen, Zusatzstoffen und sogar das Mindesthaltbarkeitsdatum nur schwer zu entdecken und zu entziffern. Die Darstellung ist häufig wenig übersicht- lich und natürlich von Produkt zu Produkt unterschiedlich. Das Verpackungsdesign dient vorrangig der Verkaufsförderung, nicht der Verbraucherinformation. Klare, über- sichtliche Kennzeichnungen wären nicht nur hilfreich, sie sind überfällig.

Die EU hat mit der Health-Claims-Verordnung (HCV), die seit dem 1.7.2007 in Kraft ist, erstmals einheitlich Aussagen zur nährwert- und gesundheitsbezogenen Kennzeich- nung von Lebensmitteln geregelt. Damit wurden folgende Ziele verfolgt: • In allen Mitgliedsstaaten sollen gleiche Wettbewerbsbedingungen hergestellt werden. • Verbraucher sollen vor Irreführung oder Täuschung geschützt werden. • Die Markttransparenz für eine sachkundige Auswahl gesunder Produkte soll verbessert werden.



Herausgeber: Landeshaus SPD-Landtagsfraktion Postfach 7121, 24171 Kiel Verantwortlich: Tel: 0431/ 988-1305/1307 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Petra Bräutigam Fax: 0431/ 988-1308 Internet: www.spd.ltsh.de -2-



• Gesundheitsbewusstsein und Innovation in der Lebensmittelindustrie sollen ge- fördert werden.

Auf europäischer Ebene wird derzeit eine neue Verordnung für Lebensmittelkenn- zeichnung erarbeitet. Grundlage ist dabei auch das britische „Ampel-Modell“, wonach die „Big4“, also die größten Risikofaktoren für gesunde Ernährung in Lebensmit- teln, nämlich Fett, Zucker, gesättigte Fettsäuren und Salz, auf einen Blick erkannt wer- den können. Rot steht dabei für einen hohen Anteil dieser Inhaltsstoffe und soll dem Verbraucher signalisieren: Der Verzehr dieses Lebensmittels kann schädlich sein. Eine solche „Ampel-Kennzeichnung“ findet, wie entsprechende Verbraucherumfragen aus Großbritannien gezeigt haben, eine hohe Akzeptanz.

Andererseits ist aber auch das Ergebnis einer niederländischen Studie zu beachten. Danach greifen Jugendliche gezielt nach den als „gesundheitsgefährdend“ gekenn- zeichneten Lebensmitteln. Frei nach dem Motto: Was ungesund ist, muss einfach gut schmecken! Das „Ampel-Modell“ erleichtert dem Verbraucher aber zweifellos die Aus- einandersetzung mit der eigenen Kaufentscheidung und dem damit verbundenen Er- nährungsverhalten.

Auch das Bundesgesundheitsministerium hat sich des Themas angenommen und er- arbeitet gemeinsam mit einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe einen nationalen Aktions- plan mit dem schönen Titel. „Gesunde Ernährung und Bewegung – ein Schlüssel für mehr Lebensqualität.“ Gesundheitsförderung wird also umfassender betrachtet, Le- bensmittelkennzeichnung als ein Baustein angesehen. Diesen Ansatz betrachten wir Sozialdemokraten als zielführend, weil eine präventive Lebensweise eben auch wei- tere Aspekte im individuellen „Komplex Gesundheit“ einschließt.

Eine Lebensmittelkennzeichnung nach dem „Ampel-Modell“ kann dabei hilfreich sein. Wir hielten es jedoch auch für erforderlich, die Kennzeichnung von Zusatzstoffen -3-



deutlicher zu gestalten, damit es der zunehmenden Anzahl von Allergikern leichter möglich wird, für sie risikobehaftete Produkte rasch zu erkennen.

Eigenverantwortliches Ernährungsverhalten gelingt am zielsichersten, wenn das Sachwissen über die Zusammensetzung eines Produkts allen Bürgerinnen und Bür- gern gleichermaßen und ohne großen Aufwand zur Verfügung steht. Heute ist es wich- tig, zu wissen, woher das Fleisch auf dem Teller stammt und wie das Gemüse behan- delt wurde.

Da heute in vielen Haushalten zunehmend Fertigprodukte auf dem Speiseplan stehen, ist es umso bedeutender, dass auch bei stärker verarbeiteten Lebensmitteln noch eine kompetente Auswahl getroffen werden kann. Die offene und leicht verständliche Kenn- zeichnung von Lebensmitteln wirkt zudem der Tendenz entgegen, dass einzelne Pro- dukte generell als gesundheitsschädlich verteufelt werden. Lebensmittelkennzeich- nungen können somit dazu beitragen, die persönliche Entscheidungskompetenz von Verbrauchern zu stärken und „Mogelpackungen“ auf einen Blick zu erkennen.

Wir sollten den Antrag des SSW im Ausschuss weiter beraten.

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