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22.11.07 , 12:24 Uhr
B 90/Grüne

Detlef Matthiessen zur Nährwert-Kennzeichnung von Lebensmitteln

PRESSEDIENST Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein Pressesprecherin Es gilt das gesprochene Wort! Claudia Jacob Landeshaus TOP 27 – Nährwert-Kennzeichnung Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel
Dazu sagt der verbraucherpolitische Sprecher Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Telefax: 0431/988-1501 Detlef Matthiessen: Mobil: 0172/541 83 53 E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Internet: www.sh.gruene-fraktion.de

Nr. 478.07 / 22.11.2007

Ampelkennzeichnung schafft Transparenz bei Lebensmitteln
Den Antrag des SSW begrüßen wir. Wir sind für eine klare und aussagefähige Kenn- zeichnung von Lebensmitteln. Die vereinfachte Darstellung mit einer Nährwertampel ist gut. Die beiden anderen Informationspflichten halte ich auch für richtig, aber mit anderen Parametern. Mir geht es um Wahlfreiheit und Verbraucherschutz.
Bereits heute findet man ja in kleinen Tabellen auf der Packung Angaben zum Nährwert. Aber können alle Verbraucherinnen und Verbraucher wirklich etwas mit den Daten an- fangen? Ist diese kleine Tabelle wirklich eine verbraucherfreundliche Darstellungsform? Ich fürchte, viele Menschen vertrauen eher Botschaften wie „gesunde Vitamine na- schen“, „wertvoll wie ein kleines Steak“ oder „mit der Extraportion Milch“. Solche Wer- bung ist aber irreführend, weil sie zum Beispiel den hohen Zuckeranteil der Produkte verschleiert.
Ein Ampelsystem, wie heute vom SSW vorgeschlagen, mag zwar etwas undifferenziert sein, aber sie ist durchaus praktikabel wie die Erfahrungen aus England zeigen. Wir un- terstützen die Initiative des SSW daher auch hier mit Nachdruck – in den Bundestag hat- te die Grüne Fraktion bereits im Oktober einen entsprechenden Antrag in den einge- bracht.
Angesichts von rund 40 Millionen übergewichtigen Deutschen – darunter zwei Millionen Kinder und Jugendliche – oft aus sozial schwierigem Umfeld, ist eine Reform der Le- bensmittel-Kennzeichnung überfällig.
1/2 Wenn es nicht gelingt, die falsche Ernährung schnell umzusteuern, werden die Folgekos- ten von ernährungsmitbedingten Erkrankungen für das deutsche Gesundheitssystem in den kommenden Jahren von jetzt etwa 70 Milliarden Euro auf über 100 Milliarden Euro ansteigen.
Bundesminister Seehofer hat nun eine „freiwillige Vereinbarung“ mit der Lebensmittelin- dustrie angekündigt. Da muss ich aber lachen. Freiwillige Vereinbarungen waren immer der Erfolg der Industrielobbyisten, die auf diese Weise notwenige Änderungen ver- schleppt haben. Ich möchte nur an den CO2-Ausstoß von Kraftfahrzeugen oder die Zusi- cherungen der Stromindustrie erinnern.
Der Vorschlag von Minister Seehofer zu einer unverbindlichen und freiwilligen Nährwert- kennzeichnung auf Lebensmitteln ignoriert die Forderungen von Ernährungsfachleuten, Kinderärzten und Verbraucherverbänden nach einem einfachen und klaren Konzept komplett. Wenn die Bundesregierung ernsthaft ihrer Verantwortung nachkommen will, zur Reduzierung von Fehlernährung und Übergewicht in der Bevölkerung beizutragen, muss sie anders handeln.
Seehofers Label ist eine Mogelpackung, die zu 100 Prozent optisch und inhaltlich die In- teressen der Ernährungsindustrie umsetzt. Sie würde dazu führen, dass Verbraucherin- nen und Verbraucher mit Lupe, Taschenrechner und Lehrbuch durch die Läden laufen müssten. Wir wollen – auch wenn die Industrie aus wohlbekannten Gründen dagegen ist – eine absolut einfache und verbindliche Kennzeichnung wie in Großbritannien. Mit einer Ampelkennzeichnung kann jeder leicht selbst frei entscheiden, wie viel Fett oder Zucker in den Einkaufskorb soll – oder eben nicht.
Neben dieser leicht verständlichen Kennzeichnung sollten die anderen Informationen a- ber für Kundige genaue Auskunft geben. Man könnte also Rohfett, Rohprotein und ande- re Werte angeben. Das ist im Ausschuss zu vertiefen.

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