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Anke Spoorendonk zu TOP 18 - Entwurf eines Gesetzes zur Lehrerbildung
Presseinformation Kiel, den 22.11.2007 Es gilt das gesprochene WortAnke SpoorendonkTOP 18 Entwurf eines Gesetzes zur Lehrerbildung Drs. 16/1700Wir brauchen eine stärkere und frühere Verzahnung von Theorie und Praxis in derAusbildung der Lehrerinnen und Lehrer. Das ist inzwischen allgemeiner Konsens. Nur überden Weg dorthin besteht bekannterweise eine Diskussion. Dabei dürfen wir nicht denBlick davor verschließen, dass die Lehrerbildung insgesamt zu reformieren und den neuenGegebenheiten des Schulgesetzes anzupassen ist. Aus diesem Grund begrüßt der SSWden vorliegenden Gesetzentwurf der Grünen.Dass die Grünen in Sachen Lehrerbildung sozusagen am Ball bleiben wollten, kündigte derKollege Hentschel ja schon im März dieses Jahres an, wo es um den – vom SSWmitgetragenen Antrag der Grünen „Neues Schulgesetz erfordert neue Lehrerbildung“ging. Dieser Antrag wurde bekanntlich von den regierungstragenden Fraktionenabgelehnt. Stattdessen forderte man die Landesregierung auf, ein Konzept zu erarbeiten.– Ohne Zeitvorgabe, wenn auch die Kollegin Eisenberg in ihrer Funktion alsAusschussvorsitzende deutlich machte, dass „ohne Zeitvorgabe“ so zu interpretieren sei, 2dass bis Ende des Jahres ein Konzept vorliegen sollte. Dabei ist es dringend geboten, dieangehenden Lehrkräfte gezielt auf die Anforderungen der neuen Regionalschulen undGemeinschaftsschulen auszubilden. Die zukünftigen Lehrer sollten am besten ab sofortauf neue Unterrichtsformen wie die individuelle Förderung von Schülern in Lerngruppenmit größeren Leistungsunterschieden oder das fächerübergreifende Unterrichtenvorbereitet werden. Nur so würde das neue Schulgesetz auch mit Leben erfüllt.Derzeit werden landauf und landab die Räumlichkeiten der angehenden Regional- undGemeinschaftsschulen umgebaut, die Eltern zu umfangreichen Informationsabendengebeten, aber bei den Lehramtstudiengängen tut sich noch zu wenig. Immer noch sindviele Fragen offen.- Wie die Frage nach der Verzahnung von Bachelor- und Masterstudiengängen unterEinbeziehung einer Praxisphase, mag sie nun Referendariat oder „assistant teacher“heißen. Auch die Frage nach der ausbildungsführenden Institution für diese Phase istnoch offen, weil hoheitliche Aufgaben sich nicht so einfach auf das IQSH verschiebenlassen, ohne mit den Grundsätzen der Verfassung zu kollidieren.Nach meinem Geschmack sind das zu viele offene Fragen. Wir müssten eigentlich schonweiter sein. Ich vermisse einerseits den nötigen Durchsetzungsgeist bei derLandesregierung, weiß natürlich aber auch um die Zögerlichkeit derKultusministerkonferenz, die uns einfach hängen lässt. Das wiederum hängt sicherlichauch von den großen Unterschieden innerhalb Deutschlands ab: während inNiedersachsen und Berlin künftige Lehrer bereits auf Bachelor und Master studieren, hatBayern beschlossen, beim Staatsexamen zu bleiben. In Thüringen entscheiden dieeinzelnen Universitäten über die Umstellung. Das führt den Bologna-Prozess, der gerade 3die europaweite Mobilität fördern möchte, fast ad absurdum. Wahrscheinlich ist esleichter, ein anerkanntes Auslandsemester zu machen, als im Lehramts-Studium voneinem Bundesland zum nächsten zu wechseln.Die Kultusministerkonferenz torpediert damit auch alle Bemühungen um eine zügigeUmstellung der Lehrerbildung. Angesichts der grassierenden Unsicherheit halte ich es fürbefremdlich, dass die Kultusministerkonferenz erst im Sommer 2008 zu einerExpertenanhörung über die künftigen ländergemeinsamen inhaltlichen Anforderungenfür die Fachwissenschaften und Fachdidaktiken einladen wird. Es ist damit zu rechnen -die KMK sagt es selbst - dass frühestens in einem Jahr das Gesamtpaket für dieFachwissenschaften und Fachdidaktiken vorgelegt werden kann. Ich möchte hier nocheinmal vor Augen führen, dass bis dahin schon wieder zwei Semester ins Land gegangensein werden.Das vorgelegte Lehrerbildungsgesetz ist inhaltlich gut. Die neuen Gegebenheiten, diedurch das Schulgesetz langsam entstehen, werden mit diesem Gesetz ihren Niederschlagauch bei der Lehrerbildung finden. Je schneller, desto besser für alle: Lehrer, Studierendeund Schüler.