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Wilfried Wengler zu TOP 25: Nichts ist so gut, dass es sich nicht verbessern lässt!
KulturpolitikNr. 446/07 vom 13. Dezember 2007Wilfried Wengler zu TOP 25: Nichts ist so gut, dass es sich nicht verbessern lässt!Freigabe: Redebeginn Es gilt das gesprochene Wort.Nichts ist so gut, dass es sich nicht verbessern lässt!Aber man muss sich sorgfältig über Mittel und Wege auseinandersetzen.Im Hinblick auf den anstehenden Bedarf an pädagogischen Fachkräften sind wir in Schleswig-Holstein geradezu darauf angewiesen, auch die Ressourcen an geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern mit Migrationshintergrund zu erschließen. Hier wird also das Angebot den zukünftigen Anteil bestimmen.Ihrer zweiten Forderung kann ich nur bedingt zustimmen. Die Umgangssprache unseres Landes ist die deutsche Sprache! Unser primäres Ziel muss daher sein, Kinder mit Migrationshintergrund in die Lage zu versetzen, sich problemlos in der deutschen Sprache artikulieren zu können, um die Anforderungen in Schule und Beruf zu erfüllen. Muttersprachliche Angebote können daher nur zusätzlich zum allgemeinen Bildungsauftrag gemacht werden. Es geht schließlich darum, alle Kinder auf dem Bildungsweg mitzunehmen und das nun einmal nur – wie in jedem anderen Land auch – in der Landessprache. Pressesprecher Dirk Hundertmark Landeshaus, 24105 Kiel Telefon 0431-988-1440 Telefax 0431-988-1444 E-mail: info@cdu.ltsh.de Internet: http://www.cdu.ltsh.de Seite 1/3 Kommen wir nun zu den von Ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen: • Werbung um Fachkräfte mit Migrationshintergrund ergibt sich automatisch aus der Werbung für pädagogische Berufe allgemein. • Anerkennung ausländischer Ausbildungs- und Studienabschlüsse ist gesetzlich geregelt. • Stärkerer Einsatz von Fachkräften mit Migrationshintergrund ist eine Frage des Angebots und der Erfüllung von Bewerbungskriterien. • Landesweiter Fachaustausch ist durch Nutzung bestehender Netzwerke möglich. • Interkulturelle Bildung ist keine Frage einer verbindlichen Anforderung, sondern eine Frage der freien Auswahl durch die Studierenden.Eine wesentliche Maßnahme fehlt mir allerdings in Ihrer Aufzählung, die finanziellen Mittel für die von Ihnen geforderten zusätzlichen Aktivitäten beim Finanzminister einzuwerben bzw. ein entsprechender Deckungsvorschlag.Ein weiteres Manko besteht für mich auch darin, dass Sie mit keinem Wort die vielzähligen Angebote erwähnen, die dem Tenor Ihres Antrages entsprechen, und schon heute alltägliche Praxis sind. Meine Damen und Herren der Grünen, Sie sollten es eigentlich aus eigener Beteiligung noch erinnern, die damalige Landesregierung hat bereits im Frühjahr 2001 ein ressortübergreifendes Integrationskonzept entwickelt.Ich möchte hier nur einige wenige aktuelle Beispiele nennen: • Deutsch als Zweitsprache – Materialien und Informationen aus dem IQSH. • Deutsch als Fremdsprache – Internet-Service für den Unterricht für Lehrer und Lehrerinnen – Materialien, Informationen und Übungsdatenbank sowie das sog. DaF-Portal. • Interkulturelle Bildung - Materialien und Informationen aus dem IQSH. • Institut für interkulturelles Training – Beratung und Fortbildung in Zusammenhang mit interkultureller Kompetenz. • Geschichten von Nasreddin Hodscha – Hintergrundinformationen über die Herkunftsländer von Migranten in lockerer Form. Diese und weitere Beispiele sind nachzulesen im Lernnetz Schleswig-Holstein.Darüber hinaus möchte ich - wieder beispielhaft – einige umfassende Projekte und Programme nennen: • SPRINT – Sprachintensivmaßnahmen, die bereits im vorschulischen Bereich begonnen werden, um insbesondere auch Kindern mit Migrationshintergrund die erforderlichen Kenntnisse der deutschen Sprache zu vermitteln. • Deutsch als Zweitsprache-Zentren – durchgehende Förderung im Bereich des Zweitsprachenerwerbs. • FörMig – ein Projekt der Bund-Länder-Kommission zur Förderung von Seite 2/3 Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. • MERCATOR – ein Projekt, um die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu verbessern und bessere bzw. höhere Bildungsabschlüsse zu ermöglichen, aber auch Studierenden die Möglichkeit zu bieten, praktische Erfahrungen im Umgang mit Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher kultureller Herkunft zu erwerben. • START – Schülerstipendium für begabte Zuwanderer in Schleswig-Holstein, gefördert durch die gemeinnützige Hertie-Stiftung und das Bildungsministerium.Wir sehen also, es gibt schon heute zahlreiche Angebote auf unterschiedlichsten Ebenen, um das von Ihnen intendierte Ziel zu erreichen. Sie bedürfen nur der Nutzung. Aber wie schon anfangs erwähnt, Verbesserungen sind immer willkommen. Seite 3/3