Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.

Datenschutzerklärung

14.02.08 , 11:58 Uhr
B 90/Grüne

Detlef Matthiessen und Marlies Fritzen zum NABU-Gutachten zur Fehmarnbelt-Querung

Fraktion im Landtag PRESSEDIENST Schleswig-Holstein Stellv. Pressesprecher Dr. Jörg Nickel Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel
Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 Telefax: 0431/988-1501 Fehmarnbelt-Querung Mobil: 0178/28 49 591 E-Mail: presse@gruene.ltsh.de wird zum Schlag ins Wasser Internet: www.sh.gruene-fraktion.de

Nr. 060.07 / 14.02.2008
Zu dem Gutachten des NABU zu den Verkehrsprognosen für die Fehmarnbelt-Querung erklären der verkehrspolitische Sprecher der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Detlef Matthiessen und die Landesvorsitzende Marlies Fritzen:
Detlef Matthiessen erklärt: „Die Ergebnisse des Gutachtens sind keine Überraschung für uns. Das prognostizierte Verkehrsaufkommen rechtfertigt keinen Brückenbau, es gibt dafür keine verkehrli- che Notwendigkeit. Der geplante Brückenschlag im Fehmarnbelt wird ökonomisch ein Schlag ins Wasser.
Die Auslastung der Infrastruktur wird bei nur 10 Prozent liegen, damit wird das Projekt neben dem ökologischen Fehlschlag auch zum wirtschaftlichen Desaster. Ein Vergleich mit der Öresundbrücke zwischen Malmö und Kopenhagen verbietet sich. Von den dort täglich verkehrenden 16.000 Pkws sind 90 Prozent dem Nahverkehr zuzurechnen, der bei Fehmarn keine Rolle spielt. Hier geht es um Fernverkehr von Personen und Gütern. Die bisherigen Gutachten pro Brückenbau mit Gesamtkos- ten von 20 Millionen Euro gehören ins Altpapier.
Alle Kostenprognosen der Baubefürworter sind durch die Realität gründlich widerlegt worden. Das gilt für die Energie-, Rohstoff- und Baukosten aber auch für die Preispolitik der Bahn. Die Gesamt- kosten für den Brückenbau plus Ertüchtigung der Zulaufstrecken werden bis zum Jahr 2018 zwi- schen 9 und 10 Milliarden Euro liegen. Irgendwann wird der Dänische Finanzminister vor sein Par- lament treten müssen und die Vorfinanzierung des Brückenbauwerks beantragen. Erst dann kommt es zum finanzpolitischen Schwur. Kein Wunder dass der Staatsvertrag noch immer nicht in trocke- nen Tüchern ist.“
Marlies Fritzen ergänzt: „Die Beteiligung des Landes Schleswig-Holstein an den Planungskosten, vor allem aber die Finanzierung der Anschlüsse mit Verkehrsgeldern, die an anderer Stelle im Land dringend gebraucht werden, bringt eine Infrastrukturpolitik für unser Land insgesamt zum Erliegen. Die Fehmarnbelt-Querung wirkt finanziell wie ein Schwamm, der alles aufsaugt und das Land aus- trocknet.
Eine funktionierende und flexible Alternative ist mit den Fährschiffen vorhanden. Sie sind bei den Fahrgästen beliebt und stellen darüber hinaus die vorgeschriebenen Fahrpausen von 45 Minuten für die LKW-Fahrer sicher.“
Fazit für uns: die EU muss ihre Förderzusage zurücknehmen, und der Staatsvertrag muss kippen. Das Projekt Fehmarnbelt-Querung gehört in die Mülltonne.
***

Download PDF

Pressefilter

Zurücksetzen