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15.02.08 , 13:28 Uhr
SSW

SSW-Antrag: Medienkommission soll den Empfang von dänischem Fernsehen sichern

Pressemitteilung Nr. 021/2008
Kiel, den 15.02.2008

Pressesprecher Lars Erik Bethge, Tel. 0431-988 1383



Medienkommission soll den Empfang von dänischem Fernsehen sichern
Der SSW fordert die Einsetzung einer deutsch-dänischen Medienkom-
mission, die den Empfang von dänischem Radio und Fernsehen in
Schleswig-Holstein sichert. „Wenn wir nicht jetzt etwas tun, werden viele
Menschen in ein paar Jahren keine dänischen Fernseh- und Radio-
programme mehr empfangen können. Das wäre nicht nur für die dänische
Minderheit ein schwerer Rückschlag, sondern auch für die grenzüber-
schreitende Zusammenarbeit in der Region Sønderjylland-Schleswig“,
warnt die Vorsitzende des SSW im Landtag, Anke Spoorendonk. Sie hat für
die Februar-Tagung des Landtages einen entsprechenden Antrag gestellt.


„Ab 2009 stellt der dänische Rundfunk den analogen Betrieb ein. Dann
können die dänischen Programme nur noch digital per Antenne empfangen 2
werden. Aufgrund der geringen Reichweite dieser Technik wäre das digitale
Signal aber nur im grenznahen Bereich empfangbar. Da die Betreiber des
Kabelfernsehens in diesem Fall auch nicht mehr verpflichtet werden
könnten, dänische Programme zu verbreiten, droht ein Totalausfall in
großen Bereichen des Landesteils Schleswig. Dasselbe gilt für die deutsche
Minderheit in Dänemark. Die deutschen Sender steigen ebenso auf
Digitaltechnik um, und wären dann auch im südlichen Dänemark kaum
noch zu empfangen.


Der SSW fordert daher die Landesregierung auf, im Einvernehmen mit der
dänischen Regierung eine hochrangige deutsch-dänische Medienkommis-
sion einzusetzen, die untersucht, wie der Empfang von dänischem
Rundfunk im Landesteil Schleswig und deutschem Rundfunk in
Sønderjylland ab 2009 technisch und politisch gesichert werden kann.


Sowohl die Minderheiten als auch die Mehrheitsbevölkerungen im deutsch-
dänischen Grenzland sind auf diese Informationsquellen angewiesen. Der
Schaden für die Minderheitenpolitik wie auch für die grenzüberschreitende
Zusammenarbeit, die wirtschaftspolitisch und arbeitsmarktpolitisch
zentrale Bedeutung für die Region hat, wäre unermesslich. Deshalb
erwarten wir, dass der Landtag und die Landesregierung unseren Antrag
unterstützen, um die Probleme rechtzeitig abzuwenden.“


Den Landtags-Antrag des SSW (Drucksache 16/1873) finden Sie unter www.sh-
landtag.de/infothek/wahl16/drucks/index.html

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