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Steuerskandal: Zahl der Fahnder in Schleswig-Holstein ist rückläufig
Pressemitteilung 030/200 /2008 Nr. 030/2008Kiel, den 27.02.2008Pressesprecher Lars Erik Bethge, Tel. 0431-988 1383Steuerskandal:Zahl der Steuerfahnder in Schleswig- Holstein in rückläufigAnlässlich der heutigen Aktuellen Stunde des Landtages zurPersonalausstattung der Steuerfahndung vor dem Hintergrund desaktuellen Steuerskandals erklärt die Vorsitzende des SSW im Landtag,Anke Spoorendonk:„Der Staat muss große und kleinere Steuerkriminelle Sünder konsequentverfolgen und bestrafen. Sonst verstärkt sich das Gefühl, „denen da oben“lässt man alles durchgehen und „die da unten“ dürfen die Zeche zahlen.Wir können und dürfen uns aber nicht darauf verlassen, dass Steuersünderwie im aktuellen Fall durch andere Kriminelle ans Messer geliefert werden.Der Staat muss selbst in der Lage sein, solch unsoziales Verhaltenaufzudecken. 2Die Wirklichkeit ist aber, dass die verschiedenen Landesregierungen in denletzten Jahren auch in der Finanzverwaltung beim Personal gespart haben.So sind in den letzten Jahren generell nicht genug neue Finanzbeamteausgebildet worden, um die vielfältigen Aufgaben der Finanzverwaltung zubewältigen.Nach Angaben der Landesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfragedes SSW betrug zum 31.12.2007 das Personal-Soll der Finanzverwaltung inSchleswig-Holstein 3.838 Stellen, während der tatsächliche Ist-Wert inSchleswig-Holstein nur 3.761 Stellen beträgt. Bei den Steuerfahndern inSchleswig-Holstein ist die Zahl der eingesetzten Prüfer von 91 in 2001 auf 76Prüfer in 206 zurückgegangen. Dabei zeigen die Zahlen, dass dieeingesetzten Prüfer mit ca. 500.000,- Euro festgesetzten Mehrsteuern proPrüfer in 2006 sehr erfolgreich waren. Die Zahl der unerledigtenFahndungsfälle ist von 2004 bis 2006 unverändert hoch mit ca. 1.600 Fällen.Der SSW möchte daher von der Landesregierung wissen: Hält dieLandesregierung vor dem Hintergrund des aktuellen Steuerskandals undder vielen unerledigten Fahndungsfälle die Zahl der Steuerfahnder inSchleswig-Holstein für ausreichend? Wie viele neue Fahnder will sie inZukunft ausbilden und einstellen? Wie will sie das demografische Problemder Steuerverwaltung lösen, dass viele der heutigen Finanzbeamten balddas Pensionsalter erreichen werden? Außerdem muss man erwägen, wie beiden Betriebsprüfungen für besonders schwere und internationale Fälle eineBundessteuerfahndungsstelle einzurichten.“