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Lars Harms zu TOP 12 - Weiterentwicklung und Verbesserung des Schutzes von Kindern und Jugendlichen
Presseinformation Kiel, den 23.4.2008 Es gilt das gesprochene WortLars HarmsTOP 12 Weiterentwicklung und Verbesserung des Schutzes von Kindern und Jugendlichen Drs. 16/1994Die Große Koalition hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der den Schutz von Kindern undJugendlichen weiter bessern soll. Dass die Kinder und Jugendlichen angesichts der rasantenZunahme von Armut in unserer Gesellschaft Unterstützung und Förderung bedürfen, ist völligunbestritten.Die Landesregierung hat sich ein ehrgeiziges und hohes Ziel gesetzt, nämlich die Kinder- undJugendförderung neu zu organisieren. Der SSW unterstützt dieses Vorhaben, hat aber auchbereits davor gewarnt, dass dieser Schutz finanziell unterfüttert werden muss, damit auchwirklich geholfen werden kann. Der Staat muss in zunehmendem Maße Defizite ausgleichen,wobei Prävention und Frühförderung eine besondere Bedeutung zukommen. Informierte Eltern,die wissen, an wen sie sich bei auftretenden Problemen im Unterstützungsnetzwerk wendenmüssen, erhalten sicherlich schneller Hilfe als nicht-informierte Eltern. Je früher dieUnterstützung einsetzt, desto nachhaltiger kann sie sein. Es ist zum Beispiel mehrmals auf dieenorme Bedeutung der Erkennung von Schwerhörigkeit bei Kleinkindern und Säuglingenhingewiesen worden. 2Ihre Integrationschancen erhöhen sich, wenn das Handicap möglichst früh erkannt wird. DieDreiviertelmillion Euro, die der Titel hier vorsieht, sind im wahrsten Sinne des Wortes gutangelegt. Allerdings kann ich die Überrollung nicht nachvollziehen, schließlich sehen Expertengerade bei der Frühförderung wachsende Aufgaben und damit auch wachsende Ausgaben. Dawerden wir bei den Haushaltsberatungen noch einmal nachlegen müssen.Die Gegenfinanzierungsvorschläge sehen die Kürzung bei den Leistungen nach demBundesentschädigungsgesetz und bei Ausgaben, die im Rahmen der atomrechtlichenGenehmigungs- und Aufsichtsverfahren entstehen, vor. Hier müssen wir wissen, ob hier wirklichüberschüssige Mittel zur Verfügung stehen. Außerdem werden Mittel zur Bekämpfung vonVolkskrankheiten und anderen Krankheiten eingesetzt. Das muss man sich einmal auf der Zungezergehen lassen: Wir sparen bei der AIDS-Prävention, um das Geld bei der Kleinkindpräventionauszugeben. Als Sozialpolitiker bin ich besorgt darüber, dass es entweder der Sozialministerinnicht gelingt, für einen geordneten Mittelabfluss bei der AIDS-Aufklärung zu sorgen, oder aber dieGroße Koalition wirklich bewusst weniger Geld als benötigt hierfür aufwenden will. BeideSchlussfolgerungen wären fatal für die Betroffenen. Gerade vor ein paar Tagen meldete dasRobert-Koch-Institut in Berlin nämlich einen neuen Höchststand von AIDS-Neuinfektionen. DieZahl der Erstdiagnosen stieg 2007 um vier Prozent - so viel wie noch nie seit Beginn der Erfassungim Jahr 1993.Bei genauerem Hinsehen zeigt sich also noch erheblicher Beratungsbedarf. Wir müssen gründlichüber den vorliegenden Antrag beraten. Beim Zusammenrechnen der Titel, um die es geht, fälltnämlich auf, dass die Ansatzverminderung, also das Einsparvolumen, höher ist als die Titel, dieneu in einer Maßnahmengruppe aufgenommen werden sollen.Ich halte es für sehr problematisch, wenn wir im Namen der Verbesserung des Kinder- undJugendschutzes letztlich eine Einsparung beschließen sollten.