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Jutta Schümann zu TOP 18: Schleswig-Holstein ist ein herausragender Gesundheitsstandort
Presseinformation der SPD-Landtagsfraktion Kiel, 24.04.2008 Landtag Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: Redebeginn aktuellTOP 18, Große Anfrage Gesundheitsstandort Schleswig-Holstein (Drucksache 16/1940)Jutta Schümann:Schleswig-Holstein ist ein herausragender GesundheitsstandortDie Bedeutung der schleswig-holsteinischen Medizinbranche und der pharmazeuti- schen Unternehmen zeigt sich auch an der hohen Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter. Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Jutta Schümann, weist darauf hin, dass Schleswig-Holstein mit 15 Praxisnetzen die höchste Netzdichte in Deutschland hat. Es gibt hier Spitzenforschung wie z.B. das Entzün- dungscluster, das europaweit anerkannt ist. Zukünftig muss es uns darum gehen, ins- besondere in den ländlichen Regionen die niedergelassenen Facharzt- und Hausarzt- strukturen zu erhalten und eine qualitativ hochwertige und wohnortnahe Versorgung mit Arzneimitteln zu erhalten, deshalb werden weiterhin Apotheken am Ort benötigt. Insgesamt, resümiert Jutta Schümann, ist Schleswig-Holstein ein herausragender Ge- sundheitsstandort in der Bundesrepublik. Er entwickelt sich weiter, bietet Arbeit und Ausbildungsplätze und somit Perspektiven für die Menschen, die in unserem Land wohne, aber auch für die, die hier Urlaub machen.Die Rede im Wortlaut: Die Antwort auf die Große Anfrage zum Gesundheitsstandort Schleswig-Holstein zeigt, dass die Gesundheitswirtschaft in unserem Bundesland eine hohe Bedeutung hat undHerausgeber: Landeshaus SPD-Landtagsfraktion Postfach 7121, 24171 Kiel Verantwortlich: Tel: 0431/ 988-1305/1307 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Petra Bräutigam Fax: 0431/ 988-1308 Internet: www.spd.ltsh.de -2-sich in den letzten Jahren quantitativ und qualitativ weiterentwickelt hat. Die „gesunde Branche“ boomt, in der bei uns in Schleswig-Holstein 137.000 Menschen sozialversi- cherungspflichtig beschäftigt sind. Das ist ein Anteil von 17,5 % der Beschäftigten, also eine Spitzenposition unter allen Bundesländern.Schleswig-Holstein verfügt, so können wir kursorisch feststellen, über hohe Kompe- tenzen und umfassenden Potenziale in der Gesundheitswirtschaft. Das bedeutet Sicherung von Arbeitsplätzen, Perspektiven für die wirtschaftliche Entwicklung, Per- spektiven für die gesundheitliche Versorgung, aber auch Potenzial für die Tourismus- wirtschaft, insbesondere für den Gesundheitstourismus.In der schleswig-holsteinischen Medizinbranche und in der pharmazeutischen In- dustrie mit meist mittelständischen Unternehmen ist der Anteil der sozialversiche- rungspflichtig Beschäftigten an den insgesamt im verarbeitenden Gewerbe Beschäftig- ten doppelt bzw. mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt.Auch im Bereich der Gesundheitsversorgung ist Schleswig-Holstein häufig mit Modell- vorhaben oder Projekten bundesweit Vorbild bzw. setzt gesetzliche Möglichkeiten zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung schneller und vorzeitiger um als andere Bundesländer. So z.B. bei dem Thema „Integrierte Versorgung oder hoch spezialisier- ter Leistungen“. Wir können lesen, dass wir mit 15 Praxisnetzen in Schleswig-Holstein mit der höchsten Netzdichte in Deutschland versorgt sind.Soweit zunächst einmal einige Schlagworte, die belegen, dass die Politik der Landes- regierung in den letzten Jahren gemeinsam mit vielen Akteuren im Gesundheitswesen die Chancen eines weiterhin auch international und national wachsenden Ge- sundheitsmarktes gut genutzt haben und auch erfolgreich waren. Dabei sind wir nicht am Ende, sondern auf dem Weg. Ziel muss es weiterhin bleiben, das Profil aus- -3-zubauen, zu schärfen und auch neue Angebote für die Menschen und eine gute quali- tative Gesundheitsversorgung hinzuzufügen.Die Antworten auf die Große Anfrage, mit 400 Einzelfragen bilden eine gute Grundlage und eine gute Übersicht über den gesamten Bereich der Gesundheitswirtschaft in Schleswig-Holstein. Deshalb zunächst einmal an die FDP und den Kollegen Garg „Danke“ für den umfassenden Fragenkatalog und „Danke“ an die Landesregierung, an die Ministerin und insbesondere an ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für die Be- antwortung.Wir haben jetzt eine gute Arbeitsgrundlage und wir haben einen Gesamtüberblick über die drei Bereiche der Gesundheitswirtschaft, die traditionell folgendermaßen festgelegt sind: 1. den Kernbereich der ambulanten und stationären Gesundheitsversorgung, 2. dann der Bereich der Vorleistungs- und Zulieferindustrie, das heißt die so genannten Health Care Industries und 3. die Nachbarbranchen und Randbereiche des Gesundheitswesens, die die Kernbereiche der Gesundheitswirtschaft mit den Angeboten aus anderen Berei- chen des Dienstleistungssektors, wie z.B. Gesundheitstourismus, Wellness oder gesundheitsbezogene Sport- und Freizeitangebote, vervollständigen.Diese drei Schwerpunkte machen deutlich, dass es sowohl um eine Gesundheitsver- sorgung im engeren Sinne für die Menschen in Schleswig-Holstein geht. Es geht auch um industrielle Unternehmen und um Dienstleistungsangebote, also ein bunter und vielschichtiger Katalog, für den auch in der Landesregierung nicht ausschließlich die Gesundheitsministerin zuständig ist.In der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit und angesichts der doch umfassenden Daten ist es nicht möglich, auf alle Schwerpunkte einzugehen. Ich möchte mich des- -4-halb auf einige beschränken. Die Leitprojekte der Gesundheitsinitiative, z.B. der Medizintechnik Campus, das Forum Life Science, die Modellregion Natürlich Erleben, das Qualitätssiegel für Gesundheitseinrichtungen, die elektronische Gesundheitskarte und der Gesundheits- und Wellness-Tourismus in den Urlaubsorten sind Projekte, die nicht nur intensiv die qualitative Weiterentwicklung des Gesundheitsstandortes Schleswig-Holstein untermauern, sondern sie bilden für unser Land einen wichtigen Beitrag zur konjunkturellen Entwicklung.Sie machen außerdem deutlich, dass Gesundheit und Gesundheitswirtschaft nicht al- lein ein Kostenfaktor ist. Dazu ein weiterer Hinweis: Von den 30 größten Firmen in Schleswig-Holstein gehören 10 zur Gesundheitsbranche und diese 10 Unternehmen beschäftigen allein 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.Wir können aber nicht nur im produzierenden Gewerbe Erfolge vorweisen, sondern z.B. auch im Bereich von Forschung und Lehre. Wir haben in Schleswig-Holstein Spitzenforschung wie z.B. das Entzündungscluster, das europaweit auch vor Anerken- nung als Spitzenforschungsprojekt bereits hohen Zuspruch erhalten hat. Und natürlich muss in diesem Zusammenhang auch das in Vorbereitung befindliche neue Partikel- therapiezentrum genannt werden. Auch dieses wird ein Leuchtturmprojekt der Ge- sundheitswirtschaft in Schleswig-Holstein werden.Die Große Anfrage zeigt, dass die Gesundheitsinitiative Schleswig-Holstein auch zur Sicherung der gesundheitlichen Versorgung der Menschen in unserem Land beiträgt. Hier haben wir leistungsstarke Strukturen, die sehr häufig bereits im Vorfeld auf Ver- änderungen reagiert haben, z.B. unsere leistungsstarken schleswig-holsteinischen Krankenhäuser. Wir haben Netzwerkstrukturen in den letzten Jahren aufgebaut und wir haben mit 36 medizinischen Versorgungszentren eine gute Angebotspalette für den städtischen und ländlichen Raum. Die ärztliche Versorgung ist also weitestgehend gesichert. -5-Zukünftig muss es uns darum gehen, insbesondere in den ländlichen Regionen die niedergelassenen Facharzt- und Hausarztstrukturen zu erhalten. Der Bericht zeigt auch, dass bereits an der Westküste ein Mangel an niedergelassenen Ärzten besteht. Hier sind sinnvolle Kooperationsformen, z.B. mit den Krankenhäusern, notwendig und auch möglich. Es gibt gute Konzepte, die von den Akteuren z.B. im Westküstenklini- kum in Heide bereits jetzt entwickelt worden sind und zurzeit umgesetzt werden.Beachtet werden sollten auch die Aussagen der Landesregierung zur Situation der Apotheken in Schleswig-Holstein. Entgegen so mancher Einschätzung, wir würden über zu viele Apotheken in Schleswig-Holstein verfügen, zeigt die Große Anfrage, dass die Zahl der Apotheken bei uns in den letzten Jahren relativ konstant geblieben ist. Interessant ist auch, zu lesen, dass die Umsätze nicht exorbitant gestiegen sind.Die Landesregierung teilt ebenso ganz offensichtlich die Einschätzung über die Aus- wirkungen der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes über den Fremd- und Mehrbesitz auf die Apotheken in Schleswig-Holstein und ebenso zur Großen Frage- stellung „Welche Auswirkungen werden erwartet, falls künftig Apotheken fremde Bran- chen Arzneimittel anbieten dürfen?“ Hier scheint es notwendig, gemeinsam mit der Apothekerkammer angemessene Lösungen herbeizuführen. Wir benötigen auch zu- künftig eine qualitativ hochwertige und wohnortnahe Versorgung mit Arzneimitteln und insofern benötigen wir natürlich auch vor Ort Apotheken, die dieses mit einer kompe- tenten Beratung gewährleisten können.Zur stationären Versorgung ist festzuhalten, dass hier die demographische Entwick- lung und die notwendige und zunehmende Versorgung älterer Menschen zu einer ver- stärkten Nachfrage im stationären Bereich geführt haben. Das gilt für Spezialangebote wie geriatrische Versorgung, internistische Versorgung, die insbesondere ältere multi- morbide Patientinnen und Patienten betrifft. -6-Wichtig wird zukünftig weiterhin eine enge Verzahnung aller Angebote sein, von ambu- lant, teilstationär, stationär inklusive besserer und reibungslose Übergänge z.B. von Akut- zur rehabilitativen Versorgung. Auch da können wir lesen, dass es bereits in 54 stationären sowie 10 ambulanten Einrichtungen sehr gute Angebote gibt.Das GKV-WSG hat festgelegt, dass Mutter-, Vater-, und Kind-Kuren finanziert werden. Auch dieses wirkt sich aus auf die Angebotsstruktur. Außerdem haben wir in Schles- wig-Holstein 27 derartige Einrichtungen, von denen 8 Einrichtungen neben den Vor- sorgeleistungen medizinische Rehabilitation erbringen.Soweit einige Themen aus der Großen Anfrage, die wir im Ausschuss dann weiter be- raten.Ich fasse zusammen: Schleswig-Holstein ist ein herausragender Gesundheitsstandort in der Bundesrepublik. Er entwickelt sich weiter, bietet Arbeit und Ausbildungsplätze und somit Perspektiven für viele Menschen in unserem Land. Außerdem ist deutlich, dass die Infrastrukturen bei uns gut geeignet sind, die Menschen in unserem Land medizinisch zu versorgen, und dieses gilt natürlich auch für Menschen, die in unserem Land Urlaub machen.