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Wolfgang Kubicki: Der juristischen folgt jetzt die finanzielle Katastrophe
FDP Landtagsfraktion Schleswig-HolsteinPresseinformation Wolfgang Kubicki, MdL Vorsitzender Dr. Heiner Garg, MdL Stellvertretender Vorsitzender Dr. Ekkehard Klug, MdL Parlamentarischer Geschäftsführer Nr. 119/2008 Günther Hildebrand, MdLKiel, Donnerstag, 24. April 2008Finanzen/Wirtschaft/Recht/GlücksspielWolfgang Kubicki: Der juristischen folgt jetzt die finanzielle Katastrophe Zur Umsatzentwicklung im Glücksspiel in Schleswig-Holstein erklärte der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Wolfgang Kubicki:„Der am 1. Januar 2008 in Kraft getretene Glücksspielstaatsvertrag hat katastrophale Auswirkungen auf die Umsatzentwicklung im Glücksspiel und damit ebenso dramatische Auswirkungen auf die Förderung des Sports, der Jugend und der Kultur.In der Beantwortung einer Kleinen Anfrage der FDP-Fraktion (Drucksache 16/2007) legt das Innenministerium die Umsatzentwicklung im Glücksspiel offen. Die Entwicklung ist erschreckend.Die Bruttoerträge der Spielbanken gingen um 10 Prozent zurück, die Umsätze bei Oddset brachen um bis zu 50 Prozent ein. Bei der KENO- Wette waren es 30 Prozent, Lotto am Mittwoch und Samstag verbuchten jeweils rund 11 Prozent Umsatzeinbruch. Insgesamt brachen damit seit Januar insgesamt 8 Mio. Euro der Umsätze weg“, stellte Kubicki nach Durchsicht der Kleinen Anfrage fest.„Mit der Abgabe aus den Spielerträgen werden die Bereiche Sport, Jugend und Kultur gefördert. Jetzt kommen hier erhebliche Ausfälle auf die bisherigen Förderempfänger zu. Eine Kompensation aus Haushaltsmitteln hätte erhebliche finanzielle Auswirkungen auf den Landeshaushalt.Der neue Glücksspielstaatsvertrag, insbesondere das absurde Berufsverbot für gewerbliche Spielvermittler, hat also gravierende negative Auswirkungen. Hinzu kommt, dass diese Bestimmungen nach mehreren Gerichtsentscheidungen rechtswidrig sind. Sie müssen so schnell wie möglich aufgehoben werden“, so Kubicki abschließend.Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/ SCHLESWIG.HOLSTEINISCHER LANDTAG Drucksach 16. Wahlperiode "1612007 2008_22_04 ÉÀprËt äüffiß ,'ïJ;Ë4. 'Jer Präsident Kleine Anfrage des Abgeordneten Wolfgang Kubicki (FDp) und Antwort der Landesregierung - Innenminister Umsatzentwicklung im GIücksspiel in Schleswig-Holstein seit dem 1. Januar 20081. Treffen Informationen zu, wonach die Umsätze in den Schleswig-Holsteinischen Casi- nos allein im Januar 2008 um rund 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen sind? Wenn ja, was sind nach Ansicht der Landesregiórung die Ursachen ftii diese Entwicklung und wie bewertet die Landesregierung diese Ènpicklung? Wenn nein, wie haben sich die umsätze stattdessen seit dem 1. Januar 200g entwicnlltzAntwort: Die Bruttospielerträge haben sich in den schleswig-holsteinischen Spielbanken wie folgt entwickelt: 2008 2007 Differenz Rückgang in % Januar 2j68.021€ 2.290.898 € -122.877 € 5,36 Februar 1 .696.216 € 2.055.841 € -359.625 € 17,49 März 2.251.766 € 2.436.130 € -184.364 € 7,56 Gesamt 6.116.003 € 6.782.869 € -666.866 € 9,83Das zum Beginn des Jahres 2008 in Kraft getretene Geselzzum Schutz vor den Gefah- ren des Passivrauchens d[lrfte die Entwicklung maßgeblich beeinflusst haben. Die Spielbanken arbeiten an Lösungen - insbesondere Abtiennung von Räumen für Rau- cher - bzw. haben diese bereits kürzlich umgesetzt. Drucksache 1612007 Schleswig-Holsteinischer Landtag - .16. Wahlperiode2. Wie entwickelten sich seit Jahresanfang prozentual die Umsätze bei den sogenannten ,,schnellen Spielen" des Lotto-Toto-Blocks, wiê z.B. Oddset oder Keno im Vãrgleich zum Vorjahreszeitraum prozentual und absolut (bitte einzeln auflisten)? Was sind aus Sicht der Landesregierung die Gründe für diese Entwicklung und wie bewertet die Landesre- gierung diese Entwicklung?Antwort: I Oddset-Kombiwette Abweíchung KWlzootlzoos absof ut I y" I 86.945,00 55.247,50 -31.697,50 -36,46 2 127.207,50 82.723,50 -44.484,00 -34,97 a 132.215,50 88.046,50 -44.'169,00 -33,41 4 166.292,50 88.482,00 -77.810,50 -46,79 267.810,00 141.576,50 -'126.233,50 -47,14 o 185.360,50 121.668,50 -63.692,00 -34,36 I 238.166,50 144.021,00 -94.145,50 -39,53 R 256.841,50 154.884,00 -101 ,957,50 -39,70 I 250.827,50 135.754,00 -1 15.073,50 10 272.658,50 165.396,s0 -107.262,00 11 250.913,50 151.421,00 -99.492,50 12 154.376,00 117.4e4,00) -36.882,00 4a 240.352,00 126.318,00 -114.034,00 | 14 220.104,50|I 140.260,50 -79.844,00 | 15 245.049.501 142.677.001 -102.372.50 3.09s.120.50 1.855.970,501 -1.239.150,00 40,04 Oddset- fopwette Abweichung KW 2007 I zooa absolut % 1 5.837,50 2.212,50 -3.625,00 -62,10 2 6.205,00 2.902,50 -3.402,50 -54,83 3 4.915,00 2.942,50 -1.972,50 40,13 4 8.860,00 3.990,00 -4.870,00 -54,97 5 12.742,50 5.745,00 -6.997,50 -54,91 o 12.392,50 6.425,00 -5.967,50 -48,15 7 7.287,50 9.380,00 2.092,50 28,71 I 15.567,50 9.547,50 -6.020,00 -38,67 o 13.165,00 6.392,50 10 5.957,50 11 8.960,00 12 6.577,50 13 7.0e5,00 | 14 6.s47,501 1F 7.212.501 184.332.s0 92.187,50 -92.145.00 49.99 Schleswig-Holsteinischer Landtag - 16. Wahlperiode Drucksache 1612007 KENO | 2007 | | Abweichung KW 2008 labsolutl ot" 1 117.525,00 77.641,00 -39.884,00 -33,94 2 123.750,00 80.902,00 -42.848,00 -34,62 'l 18.256,00 77.656,00 -40.600,00 -34,33 + 112.187,00 78.406,00 -33.781,00 -30,11 5 124.235,00 80.095,00 -44.140,00 -35,53 o 122,103,00 83.359,00 -38.744,00 -31,73 120.074,00 81.496,00 -38.578,00 -32,13 I -32.054,00 -28,40|l -30.765,00 -26,701 10 -26.987,00 -%,421 tl -25.735,00 -22,75|| 12 -36.090,00 -31,731 1a -34.990,00 -31,551 14 -20.436,00 -1e,121 15 -21.846.00 -20 8el 1.730.724.00 1.223.246.00 -507.478,00 -29,32 Der Umsatzrückgang bei den ,,schnellen Spielen" wie Keno und Oddset dürfte im We- sentlichen auf die hierbei notwendige ldentitätskontrolle durch Einführung der Lotto- Kundenkarte in Verbindung mit der Vorlage des Personalausweises zurüikzuführen sein. Vor der Teilnahme an Sportwetten und an Lotterien mit besonderem Gefähr- dungspotential ist nach $ 21 Abs. 3 und $ 22 Abs. 2 Gtüstv ein Abgleich mit der sperr- datei (g 23 Glüstv) mittels einer rdentitätskontrolle durchzuführen. Der Trend im Umsatzrückgang wird sich jedoch voraussichtlich im Zeitablauf weiter ab- schwächen, da viele Kunden erst verzögert von der Möglichkeit der Kundenkarte Gebrauch machen und zurzeit wöchentlich ca. 3Q0 40b neue Karten an Spieler sendet werden. - ver- Drucksache1612007 Schleswig-HolsteinischerLandtag-l6.Wahlperiode 3. Wie entwickelten sich die Umsätze des klassischen Lottospiels seit dem 01.01.200g im Vergleich zum Vorjahreszeitraum prozentual und absolut? Was sind aus Sicht der Lan- desregierung.die Gründe für diese Entwicklung und wie bewertet die Landesregierung diese Entwicklung? Antwort: Lotto am Samstag Abweichung KW 2007 2008 absolut | "1" 1 2.401 .01 5,50 2.065.943,25 -335.072,25 -13,96 2 2.544.831,00 2j00.527,25 -444.303,75 -17,46 2.321.338,50 2.Q38.662,75 -282.675,75 -12,18 4 2.288.731,50 2.063.463,00 -225.268,50 -9,84 5 2.322.684,75 2.215.856,25 -106.828,50 -4,60 o 2.240.322,75 2.326.567,50 86.244,75 3,85 7 2.281..873,50 2.058.579,75 -223:293,75 -9,79 8 2.337.389,25 2.028.039,75 -309.349,50 -13,23 I 2.038.446,75 -547.507,50 -21,17 10 2.015.966,25 -276.697,50 -12,07 11 -321.500,25 12 -158.769,00 13 -177.957,00 14 -42'1.035,00 15 -220.680,75 35.167.017.75 31.202.323.50 -3.964.694.25 -11,27 Lotto am Mittwoch Abweichung KW 2OO7 | zooa absof ut | .1" 1 991.034,25 841.538,25 -149.496;00 -15,08 2 1.037.439,00 848.199,00 -189.240,00 -18,24 3 989.264,25 793.444,50 -19s.819,75 -19,79 4 87s.516,25 821.309,25 -54.207,00 -6,19 880.732,50 896.326,50 15.594,00 1,77 o 866.176,50 1.023.823,50 157.647,00 18,20 7 863.765,25 828.521,25 -35.244,00 I 904.321,50 793.080,00 -111.241,50 o 817.700,25 -253.557,00 10 -90.935,25 11 -114.977,25 12 -76.845,75 13 -88.771,50 14 -246.111,75 15 -59.727,75 14.016.688.s0 12.523.755,00 -1.492.933.50 -10.65Hauptgrund des Umsatzrückganges beim klassischen Lottospiel in Schleswig-Holstein ist die Tatsache, dass im Vergleich zum Jahr 2007 rund 65 Yo weniger Umsaize von gewerblichen Spielvermittlern an die Nordwestlotto Schleswig-Holstein GmbH & Co. KG (NWL) vermittelt werden. Schleswig-Holsteinischer Landtag - 16. Wahlperiode Drucksache 16120074. Sind der Landesregierung die Umsatzentwicklungen bei den privaten Wettanbietern seit dem 1. Januar 2008 bekannt? Wenn ja, wie stellen sich diese dar?Antwort: Der Landesregierung sind die Umsatzentwicklungen der privaten Wettanbieter nicht bekannt.5. lst die Landesregierung der Auffassung, dass das lnkrafttreten des Glücksspielstaats- vertrages am 1. Januar 2008 als ein voller Erfolg zu bewerten ist? Wie begründet die Landesregierung ihre Auffassung?Antwort: Die Landesregierung sieht nach wie vor keine gangbare Alternative zum Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrages am 1. Januar 2008 in Schleswig-Holstein. Die'bisherige Geltungsdauer ist für eine aussagekräftige Bewertung der Auswirkungen des Staatsvèr= trages zu kurz. Gegenstand und Zeitraum einer Evaluierung ergeben sich aus $ 27 GlüStV. Danach sind die Auswirkungen des Gesetzes von den Glücksspielaufsichtsbe- hörden der Länder unter Mitwirkung des Fachbeirats zu evaluieren. Das Ergebnis ist drei Jahre nach Inkrafttreten des Staatsvertrages vorzulegen. Dieser Zeitraum ist für eine fundierte Bewertung unerlässlich.