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Günter Hildebrand: "Artenvielfalt weiter erhalten"
FDP Landtagsfraktion Schleswig-Holstein 1Presseinformation Wolfgang Kubicki, MdL Vorsitzender Nr. 121/2008 Dr. Heiner Garg, MdL Stellvertretender Vorsitzender Kiel, Donnerstag, 24. April 2008 Dr. Ekkehard Klug, MdL Parlamentarischer Geschäftsführer Sperrfrist: Redebeginn Günther Hildebrand, MdLEs gilt das gesprochene Wort!Umwelt/BiodiversitätGünter Hildebrand: „Artenvielfalt weiter erhalten“ In seinem Redebeitrag zu TOP 37 (Biologische Vielfalt erhalten) erklärte der umweltpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Günther Hildebrand:„Biodiversität ist eine wichtige Angelegenheit. Biodiversität steht für Vielfalt des Lebens auf der Erde.Biologen haben bisher etwa zwei Millionen Pflanzen-, Tier-, Pilz-, Bakterien- und sonstige Arten beschrieben.Wahrscheinlich leben jedoch etwa 8-10 Millionen Arten auf unserer Erde.Während die Wissenschaft die meisten Arten noch katalogisieren muss, führen gleichzeitig Umweltbelastungen und Naturzerstörung zu einem Verlust an dieser biologischen Vielfalt, kurz Biodiversität genannt.Welche Konsequenzen dieser Verlust an Biodiversität für unsere Erde haben wird, ist im Moment nicht abzuschätzen. Weltweit versuchen deshalb Wissenschaftler herauszufinden, wie sich ein Verlust an Arten auf die in einem Ökosystem ablaufenden Prozesse, insbesondere die Stoffflüsse, auswirkt. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass der Verlust an Biodiversität auch für den Menschen unangenehme Folgen haben wird, da zum Beispiel die Stoffkreisläufe die Grundwasserqualität, das Nitratrückhaltevermögen des Bodens oder auch die Produktivität beeinflussen.Vor diesem Hintergrund sollte die im Mai in Deutschland stattfindende 9. Vertragsstaatenkonferenz zur biologischen Vielfalt auch die entsprechende Beachtung durch den schleswig-holsteinischen Landtag finden.Noch nie zuvor wurde so schnell so viel vom großen Schatz der Artenvielfalt zerstört. Der Mensch ist eilig dabei, die natürlichen Lebensgrundlagen zu gefährden. Artensterben kann auch als natürlicher Prozess vor sich gehen – damit kann ein vollständiger Stopp des Artensterbens, wie in der Überschrift des Antrages der Grünen gefordert, Christian Albrecht, Pressesprecher, v.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/ 2 natürlich so nicht verhindert werden. Der Prozess des Artensterbens vollzieht sich derzeit 100 bis 1000 Mal schneller als es aus evolutionären Gründen erklärbar ist.Jährlich werden 12 Millionen Hektar Wald vernichtet – 1/3 der Fläche Deutschlands und mehr Wald als in Deutschland insgesamt steht. Geschätzte 26.000 Arten sterben jährlich – alle 20 Minuten verlieren wir somit eine Tier- oder Pflanzenart. Menschliche Aktivitäten wie Raubbau und Abholzung reduzieren die biologische Vielfalt weiter.Der Klimawandel tut ein Weiteres.Es ist daher wichtig, dass bei der bereits genannten Vertragsstaatenkonferenz den Zielen des Schutzes und Erhalts der Biodiversität und deren nachhaltigen Nutzung Rechnung getragen wird.Dabei wird es auch um die Entwicklungspolitik gehen. Und hier gibt es durchaus auch für die deutsche Entwicklungspolitik Ansatzpunkte. Möglicherweise sind deutsche Gelder für die Entwicklungshilfe, die heute an China ausgezahlt werden, besser angelegt, wenn man sie afrikanische Küstenstaaten zukommen lässt, um sie vor der Leerfischung ihrer ehemals fischreichen Küstengewässer durch chinesische Schwarzfangflotten schützt - und dies ist nur ein Beispiel.Es geht aber auch um Maßnahmen, die wir in Schleswig-Holstein vornehmen können. Da ist zum einen die Forderung, der Initiative Countdown 2010 der Weltnaturschutzorganisation IUCN beizutreten.Als Vorbild haben wir hier andere Bundesländer, wie Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, aber auch die Niedersächsischen Staatsforsten, die dieser Initiative bereits beigetreten sind bzw. dies planen. Auch über den eher symbolischen Akt 1000 Patenschaften für den Tier- und Artenschutz zu unterstützen können wir gerne reden.Wir sollten aber auch eine systematische landesweite Erfassung verschiedener Arten mit einheitlicher Methodik durchführen lassen, wo dies noch nicht geschehen ist. Im Bereich der Reptilien ist dies bisher zumindest nicht erfolgt, wenn den Broschüren der Landesregierung Glauben geschenkt werden darf.Insgesamt sollten wir nicht heute über den Antrag abstimmen. Wir sollten die konkreten Vorschläge der Grünen in den Ausschuss überweisen und vor einer Abstimmung zunächst die Ergebnisse abwarten, die uns der Bericht der Landesregierung in der 35. Tagung präsentieren wird. Möglicherweise können wir dann alle gemeinsam, weitere konkrete Maßnahmen dem Antrag der Grünen beifügen, die dem Erhalt der Artenvielfalt in Schleswig-Holstein nutzen.“Christian Albrecht, Pressesprecher, v.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/