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Anke Spoorendonk zu TOP 34; 35 - Versorgung mit Lehrkräften an den Gymnasien; Anmeldungen zur Sekundarstufe 1
PresseinformationKiel, den 24.4.2008 Es gilt das gesprochene WortAnke SpoorendonkTOP 35 Anmeldungen zur Sekundarstufe 1 Drs. 16/1998Bisher haben wir nur der Presse entnehmen können, wie die Anmeldezahlen zur Sekundarstufe 1aussehen. Daher macht es schon Sinn, dass die Ministerin heute in einem mündlichen Berichtdarlegt, wie die Zahlen tatsächlich aussehen. Als wir vor einigen Monaten hier im Plenum denStand der Genehmigungen von neuen Gemeinschafts- und Regionalschulen debattieren, wurdedeutlich, wie gut die Gemeinschaftsschule von den Schulträgern angenommen wird. Mag sein,dass einige Bildungspolitiker davon überrascht worden sind. Fest steht aber jetzt schon – und dieAnmeldezahlen scheinen dies zu belegen: Gemeinschaftsschulen sind Elternschulen.Die Eltern haben einigen Orts massiv Druck machen müssen, damit vor Ort die entsprechendenAnträge auf den Weg gebracht wurden. Eltern wollen mit anderen Worten eine Schulform, die einHöchstmaß an individueller Förderung ermöglicht. Keine Mutter und kein Vater macht sich dieEntscheidung leicht, welcher Schultyp den Neigungen und Fähigkeiten des Kindes am bestenentspricht, und das Sortieren der Kinder im Alter von zehn Jahren beschwört in vielen Familien diefalschen Bilder herauf. Darum ist es gut, dass die gemeinsame Beschulung sich langsam, aberdeutlich durchsetzt. Die Eltern zeigen mit ihrem Anmeldeverhalten, dass sie dieGemeinschaftsschule für ihr Kind wollen. 2Ich warne allerdings davor, die Anmeldungszahlen als Propagandainstrument zu missbrauchen.Dafür sind sie sicherlich nicht geeignet. Sie geben allerdings deutliche Signale an die Schulpolitik.Ein Signal ist, dass die Regionalschule zu wenige überzeugende Argumente anbringen kann. DieEltern sehen diese Schulform nicht als zukunftsfähig an. Das ist eine Abstimmung mit den Füßen.In Schleswig liegen bei der Dannewerkschule, die ab nächstem Schuljahr Gemeinschaftsschul-Unterricht anbietet, 125 Anmeldungen vor; bei der Bruno-Lorenzen-Schule, die ab übernächstemSchuljahr Gemeinschaftsschule wird, sind es 100. Bei der Regionalschule, der Gallbergschule,wurden 45 Kinder angemeldet, was einem Fünftel entspricht. Das sind die Fakten. So sieht es auchim Rest des Landes aus.Ich erwarte, dass sich dieser Trend fortsetzen wird. Die Gemeinschaftsschule hat nämlich dieArgumente auf ihrer Seite. Die Regionalschule erweist sich als nicht durchsetzungsfähig. EinigeRegionalschulen werden also trotz geringerem Schülerschlüssel als die Gemeinschaftsschulen nurmit Mühe antreten können.Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich betonen, dass die Regionalschulen kein Imageproblemhaben, dem man mit etwas professionellem Marketing schon auf die Beine helfen könnte. DieRegionalschule bietet eben nicht die Möglichkeiten einer Gemeinschaftsschule, sondern engtOptionen ein.Das wollen die Eltern offensichtlich nicht. Sie wünschen sich, dass ihr Kind eine Welt eröffnetwird, anstatt dass Türen knallend ins Schloss fallen. Grundsätzlich gilt daher auch, dass dieÜbergänge zwischen den Schularten ein Problem des neuen Schulgesetzes bleibt. Die Hürden, wasbeispielsweise den Erwerb der zweiten Fremdsprache angeht, sind zu hoch.Ich fasse zusammen: Aus sicht des SSW ist es besser für die Kinder, wenn alle Schulen inGemeinschaftsschulen umgewandelt werden. Die Gemeinschaftsschulen könnten im Rahmenihrer pädagogischen Arbeit einfach schneller auf veränderte Anforderungen reagieren – und daswissen die Eltern. Das kann man an den Anmeldezahlen überdeutlich ablesen.