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Die Landesregierung soll endlich für verbindliche Notarzt-Fristen sorgen
Pressemitteilung Nr. 059/2008 Kiel, den 11.06.2008 Pressesprecher Lars Erik Bethge, Tel. 0431-988 1383Die Landesregierung muss endlich für verbindliche Notarzt-Fristen sorgenDer Landrat des Kreises Schleswig-Flensburg, Bogislav Tessen von Gerlach, hatheute bekannt gegeben, dass die Verhandlungen mit den Krankenkassen übereine bessere notärztliche Versorgung im Raum Ostangeln gescheitert sind.Hierzu erklärt die Vorsitzende des SSW im Landtag, Anke Spoorendonk:„Die Landesregierung und die Abgeordneten der Großen Koalition haben am28. Mai im Landtag den Antrag des SSW auf Eis gelegt, die rechtzeitigenotärztliche Versorgung im gesamten Kreis Schleswig-Flensburg durch einegesetzliche Regelung zu gewährleisten. Die heutigen Aussagen des Landrateszeigen aber einmal mehr, dass schnellstens eine politische Lösung gefundenwerden muss, weil die Krankenkassen sich weiterhin aus formellen Gründendagegen sperren, die finanzielle Verantwortung für eine optimaleNotfallversorgung der Menschen im ländlichen Raum zu übernehmen. 2Wir können nicht länger damit leben, dass die Menschen in Teilen des Landesüber eine halbe Stunde auf einen Arzt warten müssen, wenn sie in Not sind. Esmuss verbindliche Regeln dafür geben, wie schnell ein Notarzt beim Patientensein muss. Die Landesregierung muss jetzt endlich handeln und schnell eineentsprechende rechtliche Regelung schaffen, bevor dieser MissstandMenschenleben kostet. Es geht offensichtlich kein Weg darum herum, dieKassen gesetzlich dazu zu verpflichten, die Einrichtung einesNotarztstandortes mit dem entsprechenden Einsatzfahrzeug in Angeln zufinanzieren“, fordert die SSW-Abgeordnete Spoorendonk.Hintergrund:Seit Januar 2007 ist die rechtzeitige notärztliche Versorgung in Kreis Schleswig-Flensburg nicht mehr gewährleistet. Seitdem sind die niedergelassenen Ärztenicht mehr an der Notfallversorgung beteiligt und die medizinische Notfallhilfemuss aus Flensburg, Schleswig oder Eckernförde kommen. Ein entsprechendesGutachten für den Kreis Schleswig-Flensburg aus dem Mai 2008 zeigt einengroßen weißen Fleck zwischen Quern, Satrup, Süderbrarup und Gelting, in demder Notarzt erst nach 20 Minuten oder länger eintreffen kann. Dies istannähernd die Hälfte des Kreisgebietes. Die Krankenkassen sehen sich aber nachwie vor nicht in der Pflicht, die Bereitstellung eines Notarztes und einesNotarzteinsatzfahrzeugs in Angeln zu finanzieren, da das Rettungsdienstgesetzdes Landes lediglich für Rettungswagen und Sanitäter eine Eintreffpflichtinnerhalb von 12 Minuten nach dem Notruf vorsieht.