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Detlef Matthiessen zum Lärmschutz
PRESSEDIENST Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein Pressesprecherin Es gilt das gesprochene Wort! Claudia Jacob Landeshaus TOP 7 – Gesetz zum Schutz vor Luftverunreinigungen, Düsternbrooker Weg 70 Geräuschen und ähnlichen Umwelteinwirkungen 24105 Kiel Telefon: 0431 / 988-1503 Fax: 0431 / 988-1501 Dazu sagt der umweltpolitische Sprecher Mobil: 0172 / 541 83 53 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Internet: www.sh.gruene-fraktion.de Detlef Matthiessen: Nr. 235.08 / 18.6.2008Lärmschutz auch auf EiderstedtIch danke der Landesregierung für diesen Gesetzentwurf – es wurde aber auch höchste Zeit, dass hier endlich etwas geschieht.Wir wissen es alle und den Menschen wird es immer bewusster: Lärm macht krank! Fol- gen von Lärmbelastung sind Stress und ein erhöhter Krankenstand. Lärmbedingter Stress erhöht das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Laut Bundesumweltamt las- sen sich 4000 Herzinfarkte pro Jahr in Deutschland allein auf den Straßenverkehrslärm zurückführen. Gerade bei Männern erhöht sich das Herzinfarktrisiko um ein Drittel, wenn sie längere Zeit in Gebieten mit hohem Verkehrslärm wohnen. Lärm ist eine der größten Umweltbelastungen für den menschlichen Organismus, denen wir ausgesetzt sind.Die Folgen der gesundheitlichen Schäden die vom Lärm ausgehen, gehören heute zum medizinischen Grundwissen, deshalb hat auch die Politik entsprechend reagiert, es gibt Lärmverordnungen, Lärmminderungspläne, usw. ohne ins Detail gehen zu wollen.Lärm macht krank. Hier denken wir vor allem an die uns stündlich, täglich umgebenden hohen Lärmpegel unserer Umwelt, an den Verkehr, an Arbeitsstättenlärm oder z.B. an den Walkman oder die laute Disko. Lärm ist eine Schwingung, eine Energiewelle, die be- sonders bei den impulshaltigen Schüssen der Schreckschusskanonen als Stoßwelle, un- ser Ohr, eines der sensibelsten und kompliziertesten Organe, das wir besitzen, regel- recht bombardiert. Der Mediziner könnte gut erklären, was dann in Folge mit unserem Kreislauf, Blutdruck usw. passiert.1/2 Schießlärm, ein Schuss oder Knall wirkt für den Menschen und für das Tier extrem schockartig. Physikalisch gesehen, kommt es zum höchsten urplötzlichen Energieaus- stoß, der mit einem Chaos an Frequenzen freigesetzt wird, eine extrem hohe Impuls- energie trifft schlagartig auf unser Ohr. Die gesamte Physiologie des Menschen, auch der Tiere, steht urplötzlich in größter Alarmbereitschaft, der Körper signalisiert den größtmöglichen Alarm und löst sofort einen Flucht- und Bedrohungsreflex aus.Tiere können sich, wie wir wissen, an derartige Geräusche sehr schnell gewöhnen. Der Mensch als denkendes und fühlendes Wesen adaptiert Schüsse nicht, sein Organismus muss ständig den Knall/Schuss neu einordnen und verarbeiten.Wer Menschen über einen längeren Zeitraum permanentem periodischem Schiesslärm aussetzt, nimmt seine physische und psychische Folterung vorsätzlich in Kauf. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Zulassung und Duldung von Anlagen, deren Aufgabe es ist, Schiesslärm zu erzeugen, z.B. bei der Vogelvergrämung, völlig unverständlich.In sofern ist ein Lärmschutzgesetz, dass auf diesen Tatbestand endlich eindeutig rea- giert, längst überfällig. Wir haben dies in der Vergangenheit mehrfach angemahnt. Dies war auch Gegenstand mehrerer kleiner Anfragen unserer Fraktion.Auf Eiderstedt haben sich bereits über 500 Menschen, EinwohnerInnen und TouristIn- nen, mit Beschwerden gegen die so genannten Gasknallkanonen gewandt. Allerdings ist es zwingend notwendig, dass solche Gasknallkanonen künftig als genehmigungspflichti- ge Anlagen eingestuft werden, damit das Gesetz in seiner Intention auch wirksam wird.Immerhin wurden fast alle Orte auf Eiderstedt der dort herrschenden Ruhe wegen, von der damaligen Ministerin Frau Heide Moser per Urkunde zu staatlich anerkannten Erho- lungsorten erklärt.Ich gehe davon aus, dass mit dem neuen Immissionsschutzgesetz dann endlich auch in den Erholungsorten eine Erholung vom Lärm möglich sein wird. ***