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27.06.08 , 17:25 Uhr
B 90/Grüne

Detlef Matthiessen zum Jahrestag des Unfalls im AKW Krümmel

PRESSEDIENST Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel
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Nr. 247.08 / 27.6.2008 Krümmel ist auch ein Jahr nach der Abschaltung ein Risiko-Kraftwerk
Ein Tag vor dem Jahrestag des verheerenden Brandes auf dem Gelände des Kernkraft- werkes Krümmel, der zu einer Schnellabschaltung führte, sind Detlef Matthiessen, e- nergiepolitischer Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, und Re- becca Harms, stellvertretende Vorsitzende der Europäischen Grünen heute (Freitag, 27.06.) zu Gesprächen mit den Betreibern im Kernkraftwerk Krümmel. Wegen des Un- falls und neu entdeckter Mängel ist das Kraftwerk bis heute nicht wieder am Netz.
Den Versuch der AKW-Betreiber, Reststrommengen von Krümmel auf den besonders al- tersschwachen Reaktor in Brunsbüttel zu übertragen, lehnen die Grünen entschieden ab.
Detlef Matthiessen: „Dies ist ein unverantwortlicher Versuch, sich aus dem im Atomkonsens beschlossenen Ende der Atomkraft heraus zu schleichen. Für uns gibt es kein entweder Krümmel oder Brunsbüttel, sondern nur ein weder Brunsbüttel, noch Krümmel, Es ist gut, dass für beide AKWs nach dem rot-grünen Atomkonsens ein Ende in Sicht ist.
Der Betreiber konnte in dem Gespräch nicht befriedigend begründen, warum die zahlrei- chen beschädigten Armaturen nicht durch neue Armaturen ersetzt werden sollen. Statt- dessen sollen diese mit aufwendigen und nur bedingt zuverlässigen Reparaturverfahren saniert werden. Auf völliges Unverständnis stieß bei mir auch die Verweigerungshaltung gegenüber einer Videoüberwachung der betrieblichen Abläufe in dem Atomkraftwerk Selbst gegenüber einer von der Behörde angeordneten Audioüberwachung stehen die Betreiber ablehnend gegenüber. Das spricht nicht für die in der Öffentlichkeit angekün- digte neue Sicherheitskultur. Vattenfall hat aus den desaströsen Erfahrungen des Störfal- les vor einem Jahr offenbar nichts gelernt.
Hehre Worte und Ankündigungen nützen nichts, wenn sie im Detail konterkariert wer- den.“
1/2 Rebecca Harms: „Der Transformatorbrand im AKW Krümmel hat uns vor einem Jahr wieder mal daran er- innert, dass der Betrieb von Atomkraftwerken mit größten Risiken verbunden ist. Auch wenn wir in den letzten Jahren bei schweren Störfällen in Krümmel oder Brunsbüttel und in den schwedischen AKWs Forsmark oder Ringhals immer mit dem Schrecken davon gekommen sind: Eine Kernschmelze, der größte anzunehmende Unfall, kann sich jeder- zeit und in jedem Atomkraftwerk ereignen. Die Risiken der Atomkraft - der GAU, der Müll, die Bombe - verlieren auch angesichts der Erderwärmung nichts von ihrem Schrecken.
Angesichts dieser atomaren Megarisiken Atomstrom als Ökostrom zu bezeichnen, wie es CDU-Generalsekretär Pofalla macht, ist zynisch. Mehr Sicherheit und Klimaschutz gehen nur mit dem Ausstieg aus der Atomenergie und dem Umbau der Energieerzeugung mit den Schwerpunkten Effizienz, Einsparung und erneuerbare Energie.“


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