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16.07.08 , 17:02 Uhr
FDP

Wolfgang Kubicki: Sport hat eine hohe Bedeutung für den Justizvollzug

FDP Landtagsfraktion Schleswig-Holstein 1



Presseinformation Wolfgang Kubicki, MdL Vorsitzender Nr. 216/2008 Dr. Heiner Garg, MdL Stellvertretender Vorsitzender Kiel, Mittwoch, 16. Juli 2008 Dr. Ekkehard Klug, MdL Parlamentarischer Geschäftsführer Sperrfrist: Redebeginn Günther Hildebrand, MdL

Es gilt das gesprochene Wort!
Recht/Soziales
Wolfgang Kubicki: Sport hat eine hohe Bedeutung für den Justizvollzug In seinem Redebeitrag zu TOP 10 (Landesarbeitsgemeinschaft „Sport und Justizvollzug“) sagte der rechtspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Wolfgang Kubicki:
„Die Bedeutung des Sports im Strafvollzug ist heute unbestritten. Besonders im Jugendvollzug stellt Sport einen wichtigen Bestandteil der Resozialisierung dar. Der Jugendvollzug, der in der Regel ein bis zwei Jahre dauert, ist in vielen Fällen die letzte – manchmal die einzige – Chance, auf den Jugendlichen Einfluss zu nehmen. Der Aufenthalt stellt wichtige Weichen für die Zukunft. Sport kann dabei ein zentrales Wertevermittlungssystem darstellen.
Warum?
Zunächst einmal zeigen wir den Gefangenen, wie sie ihre Freizeit sinnvoll gestalten können. Dabei sollte es uns auch ein Anliegen sein, über möglichst qualifizierte und attraktive Angebote die Gefangenen zu motivieren, sich auch nach ihrer Entlassung dauerhaft sportlich zu betätigen.
In Schleswig-Holstein ist das Sportangebot in den verschiedenen Justizvollzugsanstalten eher durchschnittlicher Natur. Aktuelle Sporttrends wie Klettern, Inline-Skating, Break-Dance oder auch Kampfsportarten werden ausweislich der Kleinen Anfrage des Abgeordneten Weber nicht angeboten. Dabei würden sie gerade junge Straftäter sicher noch besser erreichen, als das mit klassischen Fußball, Volleyball, Federball oder Fitnessgeräten möglich ist. Ganz abgesehen davon, dass gerade Sportarten wie Judo oder Tai Chi besonders geeignet sind, die Fähigkeit zum disziplinierten und fairen Umgang mit sich und anderen zu vermitteln.
Gleichwohl darf man auch die Einflussmöglichkeiten der überwiegend angebotenen Mannschaftssportarten nicht unterschätzen. Sie erfordern Teamgeist wie auch das Lernen und Einhalten von Spielregeln.
Christian Albrecht, Pressesprecher, v.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/ 2 Spielregeln - Für manch einen sind sie die ersten Regeln überhaupt. Einfache, überschaubare und schnell zu verinnerlichende Strukturen. – Wer sich nicht daran hält, ist raus aus dem Spiel.
Man lernt im Teamsport damit sozusagen „für das Leben“: Gemeinsam ist man stark – dem ungestümen Alleinspieler droht das „Abseits“. Man lernt Rückstände aufzuholen, Siege zu feiern, mit Niederlagen zu leben.
Dass dabei außerdem die körperliche Leistungsfähigkeit und Fitness verbessert wird, dass das Gesundheitsbewusstsein gefördert wird, Spannungen und aggressive Energien abgebaut werden, ist dabei nur ein erfreulicher Nebeneffekt.
Darüber hinaus verbessern Sportveranstaltungen auch nachweislich das Anstaltsklima und sorgen für eine insgesamt positivere Atmosphäre. Sport unterstützt die Leistungsbereitschaft, Selbstständigkeit, und vor allem das persönliche Engagement – alles Voraussetzungen für Erfolg versprechende Lernprozesse im Vollzugsalltag und bei der Resozialisierung. Von daher ist die Initiative der Grünen für eine Landesarbeitsgemeinschaft „Sport und Justizvollzug“ ohne Frage ein guter Ansatz, das Medium Sport noch besser im Rahmen der Behandlungs- und Vollzugsplanung zu verankern. Die Frage wird aber sein, wie wir das ausgestalten wollen.
Eine „Formulierung von Standards, Qualitätsmerkmalen und Evaluationsverfahren“, die „Entwicklung und Fortschreibung konzeptioneller und inhaltlicher Grundlagen“ und „Überprüfung und Dokumentation des Sports in Behandlungs- und Vollzugsplänen“ kann meines Erachtens nur ein Aspekt in dem Prozess sein vor allem eines zu tun: den Gefangenen ein gutes Sportangebot zu machen.
In der Theorie sind wir uns alle einig. Woran es hapert, ist die Praxis beim Sport in den Justizvollzugsanstalten.
Die räumliche Situation und personelle Ausstattung lässt es aktuell leider regelmäßig noch nicht zu, dass der Praxis der dargelegte und – zu Recht eingeforderte – Stellenwert zukommt. Prof. Maelicke hatte das in der Anhörung zum Sport in Schleswig-Holstein bereits sehr eindringlich deutlich gemacht (Umdruck 16/2218):
„Sport findet z.T. in unzulänglichen umgewidmeten Kirchen- und Besuchsräumen oder umgebauten Hafträumen auf den Abteilungen statt. Notwendig ist in allen Anstalten die Realisierung eines Sporthallenprogramms mit einer den üblichen externen Standards entsprechenden Geräteausstattung. Besonders im Jugendvollzug geht es dabei auch um jugendgemäße Trendsportarten, um entsprechende Motivation zu wecken und zu fördern, die auch nach der Entlassung attraktiv sind und fortgesetzt werden können.“
Packen wir es also gemeinsam an: Mit guter Planung, guter Begleitung, mit guter räumlicher Ausstattung, gut fortgebildeten Mitarbeitern und in einem zeitlichen Umfang, der es auch erlaubt, insbesondere die freien Zeiten an den Wochenenden sinnvoll zu überbrücken.
Ich beantrage Überweisung in den Ausschuss.“


Christian Albrecht, Pressesprecher, v.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/

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