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29.01.09 , 17:45 Uhr
SSW

Anke Spoorendonk zu TOP40 - Förderung von Ganztagesangeboten an Gymmasien

Presseinformation
Kiel, den 29.01.2009 Es gilt das gesprochene Wort



Anke Spoorendonk
TOP 40 Förderung von Ganztagsangeboten an Gymnasien Drs. 16/1874 und 16/2424

Dies ist nicht die erste Debatte, die wir zu dem Thema Ganztagsangebote führen. Heute führen
wir aber eine Pseudodebatte. Vor einem Jahr hat die FDP einen Antrag zur Förderung von
Ganztagsangeboten an Gymnasien gestellt. Dieser Antrag ist inhaltlich durchaus berechtigt, da
Ganztagsangebote nicht mehr nur den Schulen in sozialen Brennpunkten vorbehalten sind,
sondern allen Schülerinnen und Schülern dieses Landes zugute kommen sollen - auch an den
Gymnasien. Der Antrag hätte im Rahmen der Haushaltsberatungen aufgenommen werden
müssen. Stattdessen entwirft die große Koalition eine Beschlussempfehlung, in der wir
aufgefordert sind, Beschlüsse zu begrüßen, die schon längst gefällt wurden.


Ganztagsangebote an den Schulen Schleswig-Holsteins sind aus unserer Sicht die richtige
Antwort nicht nur auf soziale Probleme, sondern auch auf die Entwicklung einer neuen
pädagogischen Schulkultur, in der es nicht nur um Büffeln und Pauken geht. Stattdessen geht
es darum gemeinsam und länger zu lernen, für mehr Bildungsgerechtigkeit zu sorgen und
individuelle Unterstützung zu leisten. Diese Schulkultur wird vor allem in den 2
Gemeinschaftsschulen entwickelt, für deren konsequente Einführung der SSW seit Jahren
plädiert.
So lange die große Koalition weiterhin einen Flickenteppich der Schultypen in diesem Land
unterhält und keinerlei pädagogische Einsicht zu erwarten ist, dass Gemeinschaftsschulen das
Schulmodell der Zukunft sind, ist zumindest die flächendeckende Einführung von
Ganztagsangeboten ein Schritt in die richtige Richtung.


Von den 105 Gymnasien des Landes sind bereits 50 offene oder gebundene Ganztagsschulen.
Obwohl diese Schulart also bisher nicht in die Richtlinien über die Förderung von
Ganztagsangeboten an offenen Ganztagsschulen aufgenommen ist, haben die Schulen
erkannt, welche Chancen sich mit Ganztagsangeboten für eine neue Lehr-/Lernkultur und
Schulkultur ergeben. Hierzu gehören nicht nur die Hausaufgabenbetreuung an den
Nachmittagen, sondern auch musisch-künstlerische Angebote, Sport und Bewegung, Angebote
zur Berufsorientierung und ein Mittagessen für die Schülerinnen und Schüler. Dass die Hälfte
der Gymnasien trotz der fehlenden Förderung aus den Richtlinien Engagement und
Zielstrebigkeit bewiesen hat, ist eine tolle Leistung, die von uns allen mit Respekt gezollt
werden muss.


Ziel der weiteren Einführung und Förderung von Ganztagsangeboten muss ein
flächendeckendes Angebot an allen Schulen in Schleswig-Holstein sein, auch den Gymnasien.
Es kann nicht sein, dass eine Schulart von der Betriebskostenförderung ausgeschlossen wird,
ohne dass es irgendeine pädagogisch sinnvolle Begründung dafür gibt. Dass dies nicht von
heute auf morgen geschehen kann, ist uns natürlich klar. Trotzdem muss das Ziel die
gleichberechtigte Unterstützung aller Schularten sein. Oder, wenn dies der großen Koalition
nicht klar zu machen ist, eben gleich die konsequente Einführung eines Schulmodells – und
zwar der Gemeinschaftsschulen - im ganzen Land. Dann brauchen wir uns über
unterschiedliche Förderungen und Ungleichbehandlung gar nicht mehr zu streiten. 3
Der SSW kann der Beschlussempfehlung des Ausschusses nicht zustimmen, da hier nur eine
bereits beschlossene Tatsache begrüßt werden soll und wir keine Pseudodebatten
unterstützen. Der Antrag der FDP ist dagegen inhaltlich richtig, da die Gymnasien ebenso wie
alle anderen Schularten Recht auf eine Förderung von Ganztagsangeboten haben.

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