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Lars Harms zu TOP 40 - Gespräch mit Vattenfall über AKWs Krümmel und Brunsbüttel
PresseinformationKiel, den 26.02.2009 Es gilt das gesprochene WortLars HarmsTOP 40 Gespräche mit Vattenfall über abgeschaltete AKWs 16/2284(neu) Krümmel und Brunsbüttel Drs. 16/2284(neu) und 16/2397Im Sommer 2007 wurden die beiden Atommeiler Brunsbüttel und Krümmel wieder einmal vomNetz genommen und stehen seit dem still - und das ist gut so. Im zuständigen Sozialausschusshaben wir im Dezember des letzten Jahres einen Bericht über den Stand der Arbeiten in denKernkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel bekommen. Der Bericht machte deutlich, dass einevollständige Abarbeitung der Störfälle noch nicht abgeschlossen ist, dass noch erheblicherSanierungsbedarf besteht und eine Reihe sicherheitstechnischer Prüfungen noch durchgeführtwerden sollen. Dies ist so auch dem vorliegenden Bericht zu entnehmen und er macht deutlich,dass davon auszugehen ist, dass beide Meiler noch in diesem Jahr wieder ans Netz gehen.Das sind die offiziellen und nachvollziehbaren Gründe, weshalb die Meiler noch nicht angefahrenwurden.Angesichts der langen unrühmlichen Geschichte der beiden Meiler und der Darstellung desgesamten Verlaufs seit Sommer 2007, stellt sich einem die Frage, ob diese Meiler überhauptwieder angefahren werden dürfen. Rechtlich mag ein Wiederanfahren möglich sein, sofern die 2zuständige Aufsichtsbehörde hierfür grünes Licht erteilt. Rüber bringen kann man einem einesolche Entscheidung jedoch nicht. Und angesichts der Tatsache, dass wir es hier mit einerRisikotechnologie zu tun haben, die niemand abschätzen kann, wäre eine solche Entscheidungaus meiner Sicht politisch fragwürdig. Betreiber und Politik sollten hier eher für einen schnellenund dauerhaften Ausstieg aus den beiden Kraftwerken arbeiten.Die endgültige Entscheidung, ob und wann die Meiler wieder ans Netz gehen, liegt allerdings beider Atomaufsichtsbehörde. Und das ist aus Sicht des SSW das Maß der Dinge.Es handelt sich hierbei nicht um eine routinemäßige Untersuchung, bei der Kleinigkeitenverbessert oder ausgetauscht werden. Dem Ganzen liegt eine Unfallserie zugrunde, dievollständig aufgearbeitet werden muss. Und selbst wenn dies geschehen ist, wird uns weder derBetreiber noch die Aufsichtsbehörde eine Garantie geben können, dass in den Meilern keineUnfälle mehr passieren.Aus Sicht des SSW gibt es daher für beide Meiler nur noch eins: endgültig dicht machen, nur dasschafft Sicherheit.Wer sich dennoch hinstellt und eine Verlängerung der Restlaufzeit dieser Meiler fordert, handeltaus Sicht des SSW unverantwortlich. Für beide Meiler ist festgelegt, wann diese dicht gemachtwerden. Und daran darf nicht gerüttelt werden – im Gegenteil: hier muss es sogar noch schnellergehen. Weder eine Übertragung von Restlaufzeiten von anderen Kraftwerken auf dieAtomkraftwerke in Krümmel oder Brunsbüttel noch eine andere Verzögerungstaktik dürfen dazuführen, dass der Abschaltzeitpunkt der beiden AKWs überschritten wird. Hierzu ist dem Berichtist zu entnehmen, dass die Vertreter von Vattenfall strategische Überlegungen dahingehendverneint haben. Bei einer offiziellen Aussage ist auch mit nichts anderem zu rechen.Für uns als SSW steht fest, wer dies im Fall dieser beiden Reaktoren anders sieht, handeltverantwortungslos. Es bleibt der Landesregierung unbenommen, Gespräche mit den Betreibernder Atomkraftwerke zu führen. Und dass der zuständige Wirtschaftsminister das Gespräch mit 3Vertretern der Energiewirtschaft im Land sucht, zählt zu seinen Aufgaben. Nichts andereserwarte ich von einem Wirtschaftsminister – und dazu gehört eben auch das Gespräch mitVertretern von Vattenfall. Diese Gespräche darf er dann aber auch gerne für das Ziel einesschnelleren Ausstiegs aus der Atomenergie nutzen.Dass dem Bericht der Landesregierung nicht viel Neues zu entnehmen ist, dürfte von vornhereinklar gewesen sein. Für uns steht aber fest, der Atomausstieg ist beschlossen und darf nichtgekippt werden. Und das letzte Wort, beim Wiederanfahren der Meiler hat die zuständigeAufsichtsbehörde.