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27.02.09 , 11:12 Uhr
FDP

Günther Hildebrand: "Wir brauchen flexible Arbeitszeitmodelle für Männer UND Frauen"

FDP Landtagsfraktion Schleswig-Holstein 1



Presseinformation Wolfgang Kubicki, MdL Vorsitzender Nr. 067/2009 Dr. Heiner Garg, MdL Stellvertretender Vorsitzender Kiel, Donnerstag, 26. Februar 2009 Dr. Ekkehard Klug, MdL Parlamentarischer Geschäftsführer Sperrfrist: Redebeginn Günther Hildebrand, MdL

Es gilt das gesprochene Wort!
Wirtschaft/Arbeit/Frauen
Günther Hildebrand: „Wir brauchen flexible Arbeitszeitmodelle für Männer UND Frauen“ In seinem Redebeitrag zu TOP 23 (Mehr Frauen in Führung) sagte der frauenpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Günther Hildebrand:
„Frei nach Heinz Erhardt, der in der letzten Wochen 100 Jahre alt geworden wäre, erlauben Sie mir zum heutigen Antrag der Grünen die hintersinnige Anmerkung, dass wir es hier wahrlich mit einem Juwel parlamentarischer Initiative zu tun haben – man kann diesen Antrag nur mit Fassung tragen.
In der Zielsetzung stimmen wir ihm dabei ohne weiteres zu: Ja, wir brauchen mehr weibliche Führung in Europa. Ja, wir wollen und wir müssen die Führungsverantwortung von Frauen in Wirtschaft und Politik noch weiter verbessern, ebenso die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Nur – wer zum Erreichen dieser Ziele so viele Unterstellungen und Behauptungen aufstellt, wie sie im Antrag von Frau Birk und der Grünen-Fraktion zum Ausdruck kommen, der ist in der Realität aktueller Frauenpolitik schlicht noch nicht angekommen. Denn aktive Frauenpolitik, dass heißt Gleichberechtigung und nicht Ergebnisgleichheit.
„Es wäre so ungeschickt wie ungerecht, in dem Bemühen, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, nur Frauen zu unterstützen.“ Dieser Satz ist nicht von mir – Er ist von Gertrude Lübbe-Wolff, Richterin am Bundesverfassungsgericht, zitiert aus der Festschrift zum Symposium „20 Jahre Frauenministerium in Schleswig-Holstein“, druckfrisch vom Januar diesen Jahres. Und ich ergänze: Damit Frauen und Männer Gleichstellung mehrheitlich als eine wichtige Errungenschaft, besser noch: als einen gesellschaftlichen Wert begreifen, müssen sie gleiche Startbedingungen und gleiche Rechte haben. Christian Albrecht, Pressesprecher, v.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/ 2 Weder mit einer Bevorzugung der einen Seite noch einer Benachteiligung der anderen Seite, lässt sich hier etwas gewinnen. Es muss selbstverständlich sein, geeignete Frauen ganz gezielt ebenso zu fördern wie dieses früher nur bei geeigneten - und nicht selten auch bei ungeeigneten Männern - der Fall war. Im öffentlichen Dienst ist das heute schon ein gutes Stück gelungen, nicht überall, aber der positive Trend ist unübersehbar. Das Gleichstellungsgesetz, auf das die Grünen im Rahmen ihres Antrages immer wieder pochen, hat dazu ganz ohne Frage einen guten Teil beigetragen.
Gleichwohl warne ich davor, derartige Regelungen auf den Bereich der Wirtschaft übertragen zu wollen. Sie haben hier nichts, aber auch gar nichts zu suchen. Die FDP-Fraktion lehnt jeden Versuch, Betriebe und Unternehmen zwangsweise mit Frauenförderung oder Quotenregelungen beglücken zu wollen, mit aller Entschiedenheit ab.
Das wertvolle Potential gut ausgebildeter, hochmotivierter und aufgeschlossener Frauen ist von der Wirtschaft längst erkannt worden. Claudia Funke, Director McKinsey, hat das – ebenfalls nachzulesen in bereits genannter Festschrift – sehr eindrucksvoll so beschrieben, ich zitiere: „Erstens: Wir wissen, dass die demografische Entwicklung es erforderlich macht, die Erwerstätigenquote von Frauen erheblich zu steigern – wenn wir in Deutschland und Europa wettbewerbsfähig bleiben wollen ….Zweitens: …gemischte Teams aus Männern und Frauen [produzieren] bessere Ergebnisse und drittens … [erzielen] Unternehmen in Amerika und Europa, die einen höheren Anteil von Frauen in Spitzenpositionen haben, quantitativ bessere Ergebnisse, im Sinne von Eigenkapitalrendite und Wachstum.“
Claudia Funke führt aber auch sehr deutlich aus, dass nicht die Erwerbstätigenquote maßgeblich ist für den Anteil von Frauen in Führungspositionen ist, sondern es ist die Gesamtarbeitszeit. Teilzeitarbeit kann sich negativ auf das Erreichen einer Führungsposition auswirken. Zum Karrierekiller für Frauen wird sie gleichwohl nur dann, wenn nur Frauen sie in Anspruch nehmen. Ihr Vorschlag für eine Lösung sind deshalb keine Quoten sondern „flexible Arbeitszeitmodelle für Männer UND Frauen“.
Die Wirtschaft ist also schon sehr viel weiter, als Sie sich, sehr geehrte Frau Birk, überhaupt vorstellen können. De Politik ist folglich gut beraten in diesem Bereich ausschließlich dafür zu sorgen, dass die Rahmenbedingungen stimmen: Qualifizierte Ausbildung für alle, keine geschlechterspezifischen Beschäftigungshemmnisse und immer und immer wieder aufs Neue: gute Kinderbetreuung – für Kleinkinder, für Kinder im Kindergartenalter und – ich betone das – in der Schule. Und wo ich gerade bei diesem Thema bin: Vielleicht sollten sich die Grünen lieber mit dem gleichen Elan, mit dem sie sich für „sanktionsfähige Quotierungsregelungen im Aktiengesetz“ einsetzen, für Männer in Erziehungsberufen stark machen. Das wäre jedenfalls ein ernsthafter Beitrag zum Abbau eines Rollenklischees wie es im Antrag der Grünen leider zum Ausdruck kommt.



Christian Albrecht, Pressesprecher, v.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/

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