Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.
Konrad Nabel zu TOP 45: Wald ist immer wichtiger für Ökologie, Ökonomie und Gemeinwohl
Presseinformation der SPD-Landtagsfraktion Kiel, 25.03.2009 Landtag Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: Redebeginn aktuellTOP 45, Siebter Waldbericht, Berichtszeitraum 2003 – 2007 (Drucksache 16/2526)Konrad Nabel:Wald ist immer wichtiger für Ökologie, Ökonomie und Gemeinwohlheute liegt uns zur Debatte der 7. Waldbericht der Landesregierung vor. Es ist gut, dass wir im Plenum neben allen anderen aktuellen Ereignissen und Vorhaben im Wald einmal in der Legislaturperiode die Gelegenheit haben, uns umfassend über alle As- pekte des Waldes zu informieren, und über Weichenstellungen für die Zukunft debat- tieren können. Daher bedanke ich mich im Namen meiner Fraktion vorrangig beim Landwirtschaftsministerium, aber auch bei der Landwirtschaftskammer, den privaten und kommunalen Eigentümern und den im Wald Beschäftigten für den guten Bericht.Der Wald - unabhängig von seiner Eigentumsform - trägt in seinen Nutzfunktionen für die Wirtschaft im ländlichen Raum, seine Schutzfunktion für Natur und Umwelt und seine Erholungsfunktion für das Gemeinwohl erheblich zur erfolgreichen Zukunft un- seres Landes bei. Wie sehr die Menschen in Schleswig-Holstein Anteil an „ihrem“ Wald nehmen, zeigten in der jüngsten Vergangenheit die Reaktionen auf den abge- wendeten Plan zum Verkauf des Landeswaldes und die aktuellen Sorgen bei der lau- fenden Novellierung des gerade erst 2004 umfassend überarbeiteten Landeswaldge- setzes. Diese Sorgen vieler Menschen, vor allem von Naturschützern und auch Wald- kindergärten machen sich bei der von der Landesregierung geplanten Einschränkung des allgemeinen Betretungsrechtes fest. Diese Sorgen sollten wir bei allem Respekt für die Motive für diesen Vorschlag ernst nehmen und frühzeitig aus diesem Haus ent-Herausgeber: Landeshaus SPD-Landtagsfraktion Postfach 7121, 24171 Kiel Verantwortlich: Tel: 0431/ 988-1305/1307 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Petra Bräutigam Fax: 0431/ 988-1308 Internet: www.spd.ltsh.de -2-gegnen. Wir werden es nicht zulassen, dass wir hinter den Stand von 2004 zurückfal- len und das einzige Bundesland ohne freies, allgemeines Betretungsrecht wären.Die Ziele der internationalen und nationalen Forstpolitik sind im Bericht umfassend be- schrieben und werden in Schleswig- Holstein landesspezifisch im „Programm zur Be- wirtschaftung der schleswig-holsteinischen Wälder auf ökologischen Grundlagen“ tat- kräftig und mit hohem Engagement aller Beteiligten umgesetzt. Das ist in unserem verhältnismäßig schwach bewaldeten Land mit seinen überwiegend in der pflegeinten- siven Aufbauphase befindlichen Wäldern nicht einfach. Es sind für mich gute Nachrich- ten, dass trotzdem vom laufenden Zuwachs derzeit nur ca. 55 % genutzt werden, • Schleswig-Holstein die größte Zuwachsrate seit der 1. Bundeswaldinventur von 1987 aufweist, • der Laubbaumanteil kontinuierlich gesteigert wird, • 16 % der Waldflächen über dem Bundesdurchschnitt sehr naturnah sind und • aktuell ein signifikanter Rückgang in den hohen Schadstufen festzustellen ist.Wir haben gemeinsam mit der CDU im Koalitionsvertrag das Ziel festgelegt, den Waldanteil in Schleswig-Holstein auf 12 % anzuheben. An diesem nur langfristig zu erreichenden quantitativen Ziel halten wir in unserer Regierungsverantwortung auf Dauer fest. Es wird aber nur zu erreichen sein, wenn wir • die finanziellen Mittel zur Förderung der Neuwaldbildung durch private Waldbe- sitzer auf landwirtschaftlichen Flächen sichern, • den Umbau durch Qualitätsziele, wie den Ausbau zu einer nachhaltigen Forst- wirtschaft und naturnaher Wälder flankieren, • die Verankerung in der Gesellschaft durch den Erhalt der Gemeinwohlleistung vor allem in den Landesforsten in den Bereichen Erholung, Waldpädagogik (Ju- gendwaldheime, Wald- und Naturkindergärten und vor allem dem Erlebnis-Wald Trappenkamp) stärken, -3-• Lehre, Betreuung und Ausbildung im Wald am Standort Schleswig-Holstein er- halten, • Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse weiter fördern und • die zum 1.1.2008 errichtete Anstalt Schleswig-Holsteinische Landesforsten (SHLF) auf Dauer und ohne neue Strukturdiskussionen und Einsparvorgaben ar- beiten lassen. Die Landesforstverwaltung hat bei zunehmender Arbeitsbelas- tung überproportionale Personaleinsparungen erbracht. Dafür und auch weil die Beschäftigten im Landeswald trotz vielfacher Strukturdiskussion in der Vergan- genheit engagiert und hoch motiviert weiter arbeiten, möchte ich an dieser Stelle meinen Dank sagen.Ich bitte, den 7. Waldbericht der Landesregierung dem Umwelt- und Agrarausschuss zu überweisen, um hier in der Tiefe die fachliche Diskussion führen zu können.