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Lars Harms zu TOP 39 - Landesweiter Nahverkehrsplan für Schleswig-Holstein
PresseinformationKiel, den 27.03.2009 Es gilt das gesprochene WortLars HarmsTOP 39 Schleswig- Landesweiter Nahverkehrsplan für Schleswig-Holstein 2008 bis 2012 16/244 Drs. 16/2 44Neue Rahmenbedingungen rufen veränderte Finanzierungsmodalitäten im öffentlichenNahverkehr hervor. Die Energiekrise oder der demografische Wandel erfordern darüber hinausentsprechende Neujustierungen am Landesweiten Nahverkehrsplan.Der vorliegende Plan, greift derartige Veränderungen auf und macht deutlich, wie dieHerausforderungen der Zukunft angegangen werden sollen. Demnach soll das Bahnangebotinsbesondere auf den nachfragestärkeren Linien ausgebaut werden und alle Bahnlinien sollenerhalten bleiben. Weiter soll für den Busverkehr ein landesweites Buslinien-Grundnetzgeschaffen werden, dass auf die wichtigen Bahnknoten abgestimmt wird, um denSchienenverkehr sinnvoll zu ergänzen.Ich frage mich aber, ob die Sicherung aller Bahntrassen wirklich notwendig ist. Hierbei denke ichzum Beispiel an die Strecke Flensburg – Niebüll. Der Plan macht hierzu deutlich, dass 2perspektivisch eine Reaktivierung der Strecke und Bedienung im Stundentakt geplant ist,einhergehend mit Maßnahmen wie Ertüchtigung der Strecke und Bau von 5 Stationen.Wir haben auf der Strecke eine hervorragende Busverbindung und es stellt sich aus meiner Sichtdie Frage, inwieweit dieses Szenario sinnvoll ist. Mit der Aufrechthaltung der Trasse sind auchAusgaben verbunden, Stichwort Erhalt der Trassensicherheit. Gerade angesichts der finanziellenRahmenbedingungen, sollten wir uns überlegen, ob wir uns solche Trassen noch leisten wollen,zumal ein guter Ersatz vorhanden ist.Um die finanziellen Einbußen auch künftig ausgleichen zu können, müssen neue Wegegefunden werden. Die Ausschreibungen von Verkehrsleistungen im Anbieterwettbewerb habenfinanzielle Vorteile mit sich gebracht. Die gemachten Erfahrungen sind durchaus positiv. Sollheißen, dadurch wurden bis 2007 Einsparungen in Höhe von 25 Millionen Euro jährlich erreicht.Bei Ausschreibungen von Leistungen auch im ÖPNV, hat der SSW sich immer für die Einhaltungder Tariftreue stark gemacht. Bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen dürfen keineUnternehmen den Zuschlag erhalten, die Dumpinglöhne zahlen. Hier sollten wir den Spielraumnutzen, der uns noch zur Verfügung steht. Ich will damit sagen, dass es durchaus Möglichkeitengibt, zumindest hohe qualitative Anforderungen zu stellen. So wie man auch ökologischeKriterien abfragen kann, können auch Kriterien zu Komfort und Qualität eingefordert werden.Weiter steht es jedem Ausschreibenden zu, zumindest Tarife abzufragen – wenn diese auchnicht vergaberelevant sein können. Weiter glaube ich, sollte man auf kommunaler Ebenedarüber nachdenken, Verkehre wieder selbst zu betreiben, um ordentliche Tarife zahlen zukönnen und die Qualitätsstandards im ÖPNV zu halten. Dieser Spielraum muss genutzt werden.Ich will deutlich sagen, dass der Landesweite Nahverkehrsplan durchaus gute Ansätze aufzeigt,um die Herausforderungen wie Klimawandel, steigende Energiepreise oder demografischeEntwicklung aufzugreifen. Aber das was wir alles im Landesweiten Nahverkehrsplan nachlesenkönnen, liest sich wie Wunschkatalog. Ich sage nicht, dass das, was dort beschrieben wird 3utopisch ist, aber ich glaube, die größte Herausforderung für das Land wird es sein, dieUnwägbarkeiten der Finanzmittel sicher einzuschätzen. Wir können feststellen, dass die Mittelbegrenzt sind und dass wir deshalb die richtigen Prioritäten setzen müssen.