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Anke Spoorendonk zu TOP 21 - Umfassende Prüfung der Umverteilung des Frequenzbandes
PresseinformationKiel, den 7. Mai 2009 Es gilt das gesprochene WortAnke SpoorendonkTOP 21 Auswirkungen Umfassende Prüfung der Auswirkungen einer Umverteilung des Frequenzbandes von 790 bis 862 MHz Drs. 16/2638Die Breitbandversorgung des ländlichen Raumes bis Ende 2010 ist das Versprechen der Kanzlerinan die Wirtschaft und die Bürgerinnen und Bürger, die derzeit noch nicht in den Genuss einesBreitband-Zuganges gekommen sind. Etwa 12 % der Bevölkerung im ländlichen Raum sind vondiesem infrastrukturellen Defizit betroffen – sowie die dort ansässigen Betriebe. Daher auch dieForderungen von Seiten der Wirtschaft nach einem deutlich schnelleren Internet, umWettbewerbsnachteile zu vermeiden.Die schnelle Versorgung durch Internet hat sich mittlerweile zu einem Standortkriterium für dieAnsiedlung neuer Betriebe entwickelt oder für die Entscheidung, wo man sich häuslichniederlassen möchte. Soll heißen, das schnelle Internet hat sich binnen weniger Jahrzehnte zueinem genauso entscheidenden Infrastrukturfaktor entwickelt wie Elektrizitäts-, Wasser- oderAbwasseranschluss. 2Um die Unterversorgung zu lösen, hat die Kanzlerin eine zweiteilige Ausbau-Strategie vorgelegt.Zum einen sollen mit den Mitteln aus dem Konjunkturprogramm Leerrohre verlegt werden, indie die Anbieter dann ihr Breitbandkabel ziehen können. Zum anderen sollen ungenutzte bzw.frei werdende Rundfunkfrequenzen für die drahtlose Internetversorgung zur Verfügung gestelltwerden. Damit kommen wir zu dem Antrag der Grünen.Aus der Begründung des Grünen Antrages geht deutlich hervor, wo die Probleme liegen können,wenn die Bundesregierung die freiwerdenden Frequenzen künftig für breitbandigeMobilfunkanwendungen zur Verfügung stellen will. Störungen für Funkmikrofone oder auch imKabelfernsehen, die aufgrund der hohen Feldstärken der mobilen Internetübertragungentstehen können. Labor- und Feldversuche bestätigen diese Befürchtungen.Die Bundesnetzagentur hat für den Frequenzbereich von 790 bis 862 MHz die Zusage bis Ende2015 erteil, dass auch drahtlose Funkmikrofone diesem Frequenzbereich nutzen dürfen. Dasdürfen sie auch weiterhin, jedoch mit dem Unterschied, dass es rein praktisch so nicht mehrmachbar sein wird. Das wäre so, als würde man eine Wohnung zweimal vermieten, ohne dasseine Regelung für die bestehenden Mieter gefunden ist.Kurz gefasst sieht die Problematik wie folgt aus: Auf der einen Seite die durchaus berechtigteForderung nach einer flächendeckenden schnellen Internetversorgung. Auf der anderen Seite dieungestörte Nutzung des Frequenzbereichs für Kultur- und Sportveranstaltungen oderMedienunternehmen.Daher unterstützen wir den Antrag der Grünen, dass vor einer Zuteilung der Frequenzen fürmobiles Internet, die Auswirkungen auf die drahtgebundene Rundfunkverbreitung sowie auf dieanderen Nutzer umfassend geprüft werden müssen. Solange es keine tragbare Lösung gibt, darfdie Landesregierung dem Verordnungsentwurf im Bundesrat nicht zustimmen.Wir sollten daher im Ausschuss prüfen, ob es Lösungsmöglichkeiten gibt und wie diesegegebenenfalls aussehen könnten.